Buchbesprechung: Insulin – ein großes Thema in Gereon Raths zweitem Fall im Roman „Der stumme Tod“

2 Minuten

© Kiepenheuer & Witsch
Buchbesprechung: Insulin – ein großes Thema in Gereon Raths zweitem Fall im Roman „Der stumme Tod“

Für die Fernsehserie „Babylon Berlin“ diente der Roman „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher als Vorlage. In „Der stumme Tod“, dem zweiten Fall von Kriminalkommissar Gereon Rath, spielen Diabetes und Insulin eine wichtige Rolle. Auch dieses Buch soll im Rahmen von „Babylon Berlin“ verfilmt werden.

Babylon Berlin! – Die Fernsehserie um den Kölner Kommissar Gereon Rath, den es nach Berlin verschlagen hat, hat viele begeisterte Fans. Die ersten beiden Staffeln basieren auf dem Roman „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher. Weitere Folgen sind in Vorbereitung, als Vorlage dienen soll dafür „Der stumme Tod“, der zweite Krimi aus der Gereon-Rath-Reihe.

Eine Romanfigur braucht Insulin

Spannend: In dem Buch spielt auch ein Filmmagnat namens Wolfgang Marquard eine wichtige Rolle. Nachdem er als Junge eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hatte, produziert sein Körper kaum noch Insulin, und er konnte nur überleben, weil in den 20er Jahren auch in Deutschland Insulin (Insulin Hoechst) zur Behandlung von Diabetes auf den Markt gekommen war.

Ein Jahr, ein Roman, eine Geschichtsstunde

Beginnend mit dem Jahr 1929 („Der nasse Fisch“) beleuchtet Volker Kutscher die letzten Jahre der Weimarer Republik und die ersten Jahre des Nationalsozialismus. Jedes Buch behandelt ein Thema, das zu dieser Zeit besonders aktuell war und um das sich die Krimihandlung spinnt. In „Der stumme Tod“ ist das die Berliner Filmszene, die sich 1930 im Umbruch befindet: Es werden immer mehr Tonfilme gedreht, die Zeit des Stummfilms ist fast vorbei – aber nicht alle sind davon begeistert und sehen vielmehr im Verschwinden des Stummfilms das Ende der Filmkunst allgemein. Einer der Tonfilm-Gegner greift deshalb zu drastischen Mitteln…

Mehr über Babylon Berlin und Gereon Rath

Wer mehr über die Gereon-Rath-Bücher, die Serie „Babylon Berlin“, Autor Volker Kutscher und die Zeit, die er in seinen Büchern beschreibt, erfahren möchte, wird fündig auf www.gereon-rath.de.

Gut recherchiert – auch beim Thema Diabetes und Insulin

Volker Kutscher gelingt es, die ausgehenden 20er und 30er Jahre in seinen Gereon-Rath-Büchern wieder lebendig werden zu lassen, mit einer großen Fülle an historischen Details und der Gabe, das Lebensgefühl der Berliner zu jener Zeit spürbar zu machen. Dafür hat er sehr tief und gut recherchiert, für „Der stumme Tod“ natürlich vor allem in der Geschichte des Stumm- und Tonfilms – aber auch die medizinischen Fakten stimmen.

Wer sich ein bisschen mit Diabetes auskennt, wird nachfühlen können, was die Diagnose damals für Wolfgang Marquard bedeutet hat. Beschrieben wird auch eine schwere Unterzuckerung, die für den Betroffenen im Krankenhaus endet. Welche Rolle das Insulin in „Der stumme Tod“ genau spielt, soll aber nicht verraten werden … Und man darf auch gespannt sein, ob das Thema Diabetes/Insulin, das im Buch recht breiten Raum einnimmt, auch in der geplanten Verfilmung erhalten bleibt …


„Der stumme Tod“ ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen, hat 544 Seiten und kostet 12 Euro.


von Nicole Finkenauer

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße