- Ernährung
US-Ernährungspyramide: Mehr Schein als Sein?
2 Minuten
Viele Menschen suchen nach Hilfestellungen zur gesunden Ernährung. Lohnt sich der Blick ins Ausland auf die Ernährungspyramide der USA? Dr. Astrid Tombek wirft in der Rubrik ÜBER Gewicht einen genauen Blick darauf.
Aktuell ist sie in aller Munde: die neue amerikanische Ernährungspyramide. Ist sie ein Symbol, das nach Modernität gestylt scheint? Oder gehen die Empfehlungen an der Wirklichkeit vorbei? Was einst den Anspruch hatte, Orientierung zu geben, wirkt heute wie ein buntes Alibi für eine Gesellschaft, die mit Übergewicht ringt und den Blick für das Wesentliche verliert. Die USA sind Weltmeister – nicht nur im Fast Food, sondern auch in der Zahl der Menschen mit Übergewicht und den dramatischen Folgen für das Gesundheitssystem.
Fett als Superfood?
Die Basis dieser „neuen“ Pyramide, die früher aus Brot und Reis bestand, wurde von Trend-Lebensmitteln wie Quinoa und Vollkorn abgelöst. Obst und Gemüse thronen jetzt auf breiter Front, als sei das Problem allein dadurch zu lösen. Milchprodukte und Fleisch balancieren auf unterschiedlichen Etagen. Fette rangieren als Superfoods getarnt irgendwo zwischen Verzicht und Heilsversprechen. Die Pyramide, eigentlich gern in der professionellen Ernährungsberatung eingesetzt, scheint zum Spielball der Lebensmittel-Industrie und Influencer verkommen zu sein.
Verwirrung statt echter Hilfe
Eine Ernährungspyramide sollte praktisch deutlich machen, wie Menschen möglichst gesund essen sollen. Doch Adipositas, also sehr starkes Übergewicht, hat sich zur Volkskrankheit entwickelt, Typ-2-Diabetes ist weiter auf dem Vormarsch, und die Industrie verkauft neue Snacks als „gesunde Alternativen“. Wer im Supermarkt durch die Gänge irrt, findet statt klarer Empfehlungen vor allem Werbeversprechen und viel Verwirrung.
Essen nach den Gesetzen des Marketings
Die neue Pyramide ist flexibel und widersprüchlich: Sie spiegelt treffend wider, wie hilflos der Umgang mit dem Thema Übergewicht geworden ist. Die eigentlichen Ursachen wie Überfluss, Bewegungsmangel und die Allgegenwart hochverarbeiteter Lebensmittel werden hinter Lifestyle-Schlagworten versteckt. Wer Profit aus Unsicherheit schlägt, hat leichtes Spiel. Statt konsequenter Prävention und Aufklärung gibt es neue Superfoods und Diät-Mythen.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Solange ein Symbol für gesunde Ernährung in erster Linie nach den Gesetzen des Marketings gestaltet ist, wird Übergewicht weiter zunehmen. Statt die Ursachen anzugehen, wird die Pyramide zum Sinnbild für eine Gesellschaft, die den Kampf gegen Übergewicht längst verloren zu haben scheint.
Deshalb ist es besonders wichtig und sinnvoll, dass sich Menschen hierzulande nicht von diesen „vermeintlich gesunden“ Empfehlungen verunsichern und beeinflussen lassen. Diese Empfehlungen gelten nicht hierzulande und sicher auch nicht im Rest von Europa. Es lohnt sich also immer, plakative Empfehlungen kritisch zu hinterfragen.
Rubrik ÜBER Gewicht
Hier dreht sich alles ums Thema Gewicht. Die Expertinnen Kirsten Metternich von Wolff und Dr. Astrid Tombek geben Tipps und Anregungen. Sie erklären, was rund ums Thema wichtig, hilfreich und interessant ist. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann gern eine E-Mail schreiben an: info@metternich24.de.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (4) Seite 45
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 2 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
