US-Ernährungspyramide: Mehr Schein als Sein?

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US-Ernährungspyramide: Mehr Schein als Sein? | Foto: Seika – stock.adobe.com
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US-Ernährungspyramide: Mehr Schein als Sein?

Viele Menschen suchen nach Hilfestellungen zur gesunden Ernährung. Lohnt sich der Blick ins Ausland auf die Ernährungspyramide der USA? Dr. Astrid Tombek wirft in der Rubrik ÜBER Gewicht einen genauen Blick darauf.

Aktuell ist sie in aller Munde: die neue amerikanische Ernährungspyramide. Ist sie ein Symbol, das nach Modernität gestylt scheint? Oder gehen die Empfehlungen an der Wirklichkeit vorbei? Was einst den Anspruch hatte, Orientierung zu geben, wirkt heute wie ein buntes Alibi für eine Gesellschaft, die mit Übergewicht ringt und den Blick für das Wesentliche verliert. Die USA sind Weltmeister – nicht nur im Fast Food, sondern auch in der Zahl der Menschen mit Übergewicht und den dramatischen Folgen für das Gesundheitssystem.

Fett als Superfood?

Die Basis dieser „neuen“ Pyramide, die früher aus Brot und Reis bestand, wurde von Trend-Lebensmitteln wie Quinoa und Vollkorn abgelöst. Obst und Gemüse thronen jetzt auf breiter Front, als sei das Problem allein dadurch zu lösen. Milchprodukte und Fleisch balancieren auf unterschiedlichen Etagen. Fette rangieren als Superfoods getarnt irgendwo zwischen Verzicht und Heilsversprechen. Die Pyramide, eigentlich gern in der professionellen Ernährungsberatung eingesetzt, scheint zum Spielball der Lebensmittel-Industrie und Influencer verkommen zu sein.

Verwirrung statt echter Hilfe

Eine Ernährungspyramide sollte praktisch deutlich machen, wie Menschen möglichst gesund essen sollen. Doch Adipositas, also sehr starkes Übergewicht, hat sich zur Volkskrankheit entwickelt, Typ-2-Diabetes ist weiter auf dem Vormarsch, und die Industrie verkauft neue Snacks als „gesunde Alternativen“. Wer im Supermarkt durch die Gänge irrt, findet statt klarer Empfehlungen vor allem Werbeversprechen und viel Verwirrung.

Essen nach den Gesetzen des Marketings

Die neue Pyramide ist flexibel und widersprüchlich: Sie spiegelt treffend wider, wie hilflos der Umgang mit dem Thema Übergewicht geworden ist. Die eigentlichen Ursachen wie Überfluss, Bewegungsmangel und die Allgegenwart hochverarbeiteter Lebensmittel werden hinter Lifestyle-Schlagworten versteckt. Wer Profit aus Unsicherheit schlägt, hat leichtes Spiel. Statt konsequenter Prävention und Aufklärung gibt es neue Superfoods und Diät-Mythen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Solange ein Symbol für gesunde Ernährung in erster Linie nach den Gesetzen des Marketings gestaltet ist, wird Übergewicht weiter zunehmen. Statt die Ursachen anzugehen, wird die Pyramide zum Sinnbild für eine Gesellschaft, die den Kampf gegen Übergewicht längst verloren zu haben scheint.

Deshalb ist es besonders wichtig und sinnvoll, dass sich Menschen hierzulande nicht von diesen „vermeintlich gesunden“ Empfehlungen verunsichern und beeinflussen lassen. Diese Empfehlungen gelten nicht hierzulande und sicher auch nicht im Rest von Europa. Es lohnt sich also immer, plakative Empfehlungen kritisch zu hinterfragen.

Rubrik ÜBER Gewicht

Hier dreht sich alles ums Thema Gewicht. Die Expertinnen Kirsten Metternich von Wolff und Dr. Astrid Tombek geben Tipps und Anregungen. Sie erklären, was rund ums Thema wichtig, hilfreich und interessant ist. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann gern eine E-Mail schreiben an: info@metternich24.de.


von Dr. Astrid Tombek

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Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (4) Seite 45

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  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 4 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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