Die 7 größten Diabetes-Irrtümer

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Die 7 größten Diabetes-Irrtümer

Diabetes ist eine komplexe Stoffwechselstörung. Wohl deshalb gibt es unterschiedliche Auffassungen in einigen Punkten. Buchautor Hans Lauber über Diabetes-Irrtümer.

1. Wer Diabetes hat, braucht immer Medikamente

Alle Typ-1-Diabetiker müssen Insulin spritzen. Auch viele Typ-2-Diabetiker brauchen Medikamente. Deshalb glauben viele Ärzte und Patienten, die Diagnose Diabetes bedeutet immer: “Medikamente!” Manche sagen sogar: “Wenn Sie keine Medikamente benötigen, kann es mit dem Diabetes nicht so schlimm sein.”

Das stimmt nicht. Millionen Typ-2-Diabetiker, die ihren Zucker ihrem Lifestyle “verdanken”, können ihn durch eine Modifikation des Lebensstils ohne Medikamente wieder in den Griff bekommen. Die beiden besten Natur-“Medizinen”: klug essen, tüchtig bewegen.

2. Für alle Diabetiker gelten gleiche Zielwerte

Vor Jahren schien alles noch ganz einfach: Alle Diabetiker sollten mit ihrer Diabetestherapie die gleichen Zielwerte beim Blutzucker anstreben. Nur: Diese Werte galten für Alt und Jung, für Fitte und Gebrechliche, für Diabetiker ohne und für Diabetiker mit Begleiterkrankungen. Das wird inzwischen zu Recht differenzierter gesehen.

Es wird stärker auf das Individuum eingegangen. Und die individuellen Zielwerte gelten nicht nur für den Blutzucker, sondern auch für das Körpergewicht, den Blutdruck und die Blutfette. Hierbei spielt die Lebensqualität eine große Rolle. Aber auch das Alter wird in die Entscheidung einbezogen sowie weitere Krankheiten. An erster Stelle der Empfehlungen von der Fachgesellschaft der Diabetologen aber steht der Patientenwunsch.

3. Zucker bekommt man nicht vom Zuckeressen

Sicher der größte Diabetes-Irrtum: Immer noch dürfen “Experten” behaupten, dass der Zuckerkonsum nichts mit der dramatischen Zunahme des Typ-2-Diabetes zu tun hat. Das stimmt gleich doppelt nicht: Werden schnelle Kohlenhydrate konsumiert (etwa als Weißbrot, Nudeln, Süßgetränke), schießt der Blutzucker nach oben – der Körper schüttet Insulin aus. Insulin ist aber ein Masthormon, und diese “Zucker-Insulin-Schaukel” macht dick – und Übergewicht ist der wichtigste Auslöser für den Lifestyle-Diabetes.

Auch zeigen epidemiologische Untersuchungen, dass überall da, wo übermäßig süß gelebt wird (etwa Cola-Getränke in Arabien, China, Mexiko, Teilen der USA), die Diabetes-Zahlen explodieren. Konsequenz: Wer die Diabetes-Epidemie wirklich bekämpfen will, muss den Zucker-Konsum massiv bekämpfen.

4. Wer Typ-2-Diabetes hat, ist selbst schuld

Als Strafe für sündhaftes Verhalten wurden im Mittelalter Krankheiten oft betrachtet. Ein wenig herrscht diese Denkweise heute noch vor – auch wenn das niemand offen zugibt. Natürlich ist prinzipiell erst einmal jeder für seine Gesundheit selbst verantwortlich – und wer sich nicht bewegt, zu fett, zu süß isst, hat sicher auch so etwas wie eine persönliche Schuld an seinem Diabetes. Nur: Sind die Menschen wirklich frei in ihrer Entscheidung?

“Wir leben in einer diabetogenen Umwelt”, sagt der Lübecker Diabetologe Prof. Morten Schütt. Da sind Kinder und Jugendliche über die Medien, über fehlende Schulküchen permanent süßen Verführungen ausgesetzt – und Erwachsene finden keine vernünftigen Informationen, was in den Lebensmitteln ist. Erste Maßnahme: Endlich die Lebensmittel-Ampel mit ihrem klaren System einführen.

5. Wer Zimt isst, senkt den Blutzucker nachhaltig

Ja, es gibt pflanzliche Präparate, die sich positiv auf den Blutzucker auswirken – und ich habe diese Mittel in meinem Buch “Schlemmen wie ein Diabetiker” umfassend analysiert und bewertet – zusammen mit dem Düsseldorfer Biologen Prof. Hubert Kolb. Nur: Das sind keine Medikamente, das sind Kombinationen von Wirkstoffen, die nicht gezielt, sondern katalytisch wirken.

Vereinfacht gesagt: Wer sich vernünftig ernährt, wer sich ausreichend bewegt, dessen Anstrengungen werden durch die Pflanzen-Apotheke verstärkt. Wirksam sind vor allem Pflanzen, die Bitterstoffe (unsere Ur-Ernährung) enthalten: etwa Bittergurken. Medizinähnliche Wirkungen werden Bockshornklee, Brennessel und dem Ayurveda-Präparat Zimt zugesprochen.

6. Wer kein Insulin spritzt, muss keinen Blutzucker messen

Praktisch kein Typ-2-Diabetiker bekommt heute von seiner Krankenkasse die Teststreifen für die Blutzucker-Messung erstattet – außer, es wird Insulin gespritzt. Damit wird das wichtigste Biofeedback-System für einen eigenständigen Umgang mit dem Diabetes außer Kraft gesetzt. Denn nur wer misst, weiß, wo er steht, kann handeln.

Wobei das Messen selbst natürlich keinen Wert an sich darstellt, sondern nur als Handlungsaufforderung sinnvoll ist. Wer also nichts ändern will, braucht auch nicht zu messen, denn dann frustrieren schlechte Werte nur.

7. Wer Diabetes hat, darf nicht mehr genießen

Ganz schrecklich: Die Diabetes-Diagnose als Depressions-Auslöser, nach dem Motto: “Sie müssen jetzt lebenslang asketisch leben.” Das Gegenteil ist richtig. Klugerweise müssten die Ärzte sagen: “Sehen Sie den Diabetes positiv als ein Signal, hellsichtig auf die Zeichen ihres Körpers zu achten.” Es gibt eine Fülle von Lebensmitteln, die sich positiv auf den Blutzucker auswirken, etwa die schmackhaften Wildkräuter des Frühlings, kombiniert mit fangfrischem Fisch.

Auch Genussmittel wie ein Glas trockener Wein sind erlaubt, ist er doch ein veritabler Blutzucker-Balancierer. In meinen Büchern “Schönkost” und “Schlemmen wie ein Diabetiker” habe ich mit Spitzenköchen Genuss-gesunde Rezepte erarbeitet, nach dem Motto: “Diabetes, darauf kochen wir uns eins!”


Autor:
Hans Lauber

Maistraße 63, 80337 München, E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
, Internet: www.lauber-methode.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (5) Seite 52-53

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  • Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂

  • jasminj postete ein Update vor 14 Stunden, 57 Minuten

    Hi,
    Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!

    • Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂

    • @lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
      Wie hat Dir der Tag gefallen?

    • @jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂

    • @lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂

  • galu postete ein Update vor 4 Tagen, 11 Stunden

    hallo,
    ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
    Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
    Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
    Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
    Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
    Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus

    • Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!

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