- Leben mit Diabetes
Die 7 größten Diabetes-Irrtümer
3 Minuten
Diabetes ist eine komplexe Stoffwechselstörung. Wohl deshalb gibt es unterschiedliche Auffassungen in einigen Punkten. Buchautor Hans Lauber über Diabetes-Irrtümer.
1. Wer Diabetes hat, braucht immer Medikamente
Alle Typ-1-Diabetiker müssen Insulin spritzen. Auch viele Typ-2-Diabetiker brauchen Medikamente. Deshalb glauben viele Ärzte und Patienten, die Diagnose Diabetes bedeutet immer: “Medikamente!” Manche sagen sogar: “Wenn Sie keine Medikamente benötigen, kann es mit dem Diabetes nicht so schlimm sein.”
Das stimmt nicht. Millionen Typ-2-Diabetiker, die ihren Zucker ihrem Lifestyle “verdanken”, können ihn durch eine Modifikation des Lebensstils ohne Medikamente wieder in den Griff bekommen. Die beiden besten Natur-“Medizinen”: klug essen, tüchtig bewegen.
2. Für alle Diabetiker gelten gleiche Zielwerte
Vor Jahren schien alles noch ganz einfach: Alle Diabetiker sollten mit ihrer Diabetestherapie die gleichen Zielwerte beim Blutzucker anstreben. Nur: Diese Werte galten für Alt und Jung, für Fitte und Gebrechliche, für Diabetiker ohne und für Diabetiker mit Begleiterkrankungen. Das wird inzwischen zu Recht differenzierter gesehen.
Es wird stärker auf das Individuum eingegangen. Und die individuellen Zielwerte gelten nicht nur für den Blutzucker, sondern auch für das Körpergewicht, den Blutdruck und die Blutfette. Hierbei spielt die Lebensqualität eine große Rolle. Aber auch das Alter wird in die Entscheidung einbezogen sowie weitere Krankheiten. An erster Stelle der Empfehlungen von der Fachgesellschaft der Diabetologen aber steht der Patientenwunsch.
3. Zucker bekommt man nicht vom Zuckeressen
Sicher der größte Diabetes-Irrtum: Immer noch dürfen “Experten” behaupten, dass der Zuckerkonsum nichts mit der dramatischen Zunahme des Typ-2-Diabetes zu tun hat. Das stimmt gleich doppelt nicht: Werden schnelle Kohlenhydrate konsumiert (etwa als Weißbrot, Nudeln, Süßgetränke), schießt der Blutzucker nach oben – der Körper schüttet Insulin aus. Insulin ist aber ein Masthormon, und diese “Zucker-Insulin-Schaukel” macht dick – und Übergewicht ist der wichtigste Auslöser für den Lifestyle-Diabetes.
Auch zeigen epidemiologische Untersuchungen, dass überall da, wo übermäßig süß gelebt wird (etwa Cola-Getränke in Arabien, China, Mexiko, Teilen der USA), die Diabetes-Zahlen explodieren. Konsequenz: Wer die Diabetes-Epidemie wirklich bekämpfen will, muss den Zucker-Konsum massiv bekämpfen.
4. Wer Typ-2-Diabetes hat, ist selbst schuld
Als Strafe für sündhaftes Verhalten wurden im Mittelalter Krankheiten oft betrachtet. Ein wenig herrscht diese Denkweise heute noch vor – auch wenn das niemand offen zugibt. Natürlich ist prinzipiell erst einmal jeder für seine Gesundheit selbst verantwortlich – und wer sich nicht bewegt, zu fett, zu süß isst, hat sicher auch so etwas wie eine persönliche Schuld an seinem Diabetes. Nur: Sind die Menschen wirklich frei in ihrer Entscheidung?
“Wir leben in einer diabetogenen Umwelt”, sagt der Lübecker Diabetologe Prof. Morten Schütt. Da sind Kinder und Jugendliche über die Medien, über fehlende Schulküchen permanent süßen Verführungen ausgesetzt – und Erwachsene finden keine vernünftigen Informationen, was in den Lebensmitteln ist. Erste Maßnahme: Endlich die Lebensmittel-Ampel mit ihrem klaren System einführen.
5. Wer Zimt isst, senkt den Blutzucker nachhaltig
Ja, es gibt pflanzliche Präparate, die sich positiv auf den Blutzucker auswirken – und ich habe diese Mittel in meinem Buch “Schlemmen wie ein Diabetiker” umfassend analysiert und bewertet – zusammen mit dem Düsseldorfer Biologen Prof. Hubert Kolb. Nur: Das sind keine Medikamente, das sind Kombinationen von Wirkstoffen, die nicht gezielt, sondern katalytisch wirken.
Vereinfacht gesagt: Wer sich vernünftig ernährt, wer sich ausreichend bewegt, dessen Anstrengungen werden durch die Pflanzen-Apotheke verstärkt. Wirksam sind vor allem Pflanzen, die Bitterstoffe (unsere Ur-Ernährung) enthalten: etwa Bittergurken. Medizinähnliche Wirkungen werden Bockshornklee, Brennessel und dem Ayurveda-Präparat Zimt zugesprochen.
6. Wer kein Insulin spritzt, muss keinen Blutzucker messen
Praktisch kein Typ-2-Diabetiker bekommt heute von seiner Krankenkasse die Teststreifen für die Blutzucker-Messung erstattet – außer, es wird Insulin gespritzt. Damit wird das wichtigste Biofeedback-System für einen eigenständigen Umgang mit dem Diabetes außer Kraft gesetzt. Denn nur wer misst, weiß, wo er steht, kann handeln.
Wobei das Messen selbst natürlich keinen Wert an sich darstellt, sondern nur als Handlungsaufforderung sinnvoll ist. Wer also nichts ändern will, braucht auch nicht zu messen, denn dann frustrieren schlechte Werte nur.
7. Wer Diabetes hat, darf nicht mehr genießen
Ganz schrecklich: Die Diabetes-Diagnose als Depressions-Auslöser, nach dem Motto: “Sie müssen jetzt lebenslang asketisch leben.” Das Gegenteil ist richtig. Klugerweise müssten die Ärzte sagen: “Sehen Sie den Diabetes positiv als ein Signal, hellsichtig auf die Zeichen ihres Körpers zu achten.” Es gibt eine Fülle von Lebensmitteln, die sich positiv auf den Blutzucker auswirken, etwa die schmackhaften Wildkräuter des Frühlings, kombiniert mit fangfrischem Fisch.
Auch Genussmittel wie ein Glas trockener Wein sind erlaubt, ist er doch ein veritabler Blutzucker-Balancierer. In meinen Büchern “Schönkost” und “Schlemmen wie ein Diabetiker” habe ich mit Spitzenköchen Genuss-gesunde Rezepte erarbeitet, nach dem Motto: “Diabetes, darauf kochen wir uns eins!”

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (5) Seite 52-53
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
