Laubers Kolumne: Die Pissköche

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Laubers Kolumne: Die Pissköche

Fäkalsprache statt Essensfreude. Die neue Vox-Dinnershow verhunzt Essen endgültig zum Gelaber. Auf der Strecke bleibt: Der gute Geschmack.

Um Quote zu machen, werden die Kochshows immer schriller: Besonders schlimm treibt es die vom omnipräsenten Tim Mälzer konzipierte Sendung „Ready to Beef“ auf Vox. Dort treten jeweils zwei Dreier-Teams gegeneinander an, die genau zehn Minuten Zeit haben, ein exzellentes Gericht mit einer speziellen Zutat zu kochen. Wer gewinnt, das entscheidet der ebenfalls allgegenwärtige, mit zwei Sternen ausgezeichnete Tim Raue aus Berlin.

So weit, so irreal. Denn nach der Präsentation der Zutat, etwa einer Lammkeule, starten die Teams sofort mit dem Kochen, ohne dass es eine Besprechung gibt. Aber das alles spielt keine Rolle, das Ganze ist natürlich eine Inszenierung – und die Regeln sind ähnlich abstrus wie bei der Urmutter all dieser „Wettkämpfe“, nämlich Tutti Frutti von RTL.


»Ich piss dir ins Essen«
2-Sterne-Koch Tim Raue


Wirklich ärgerlich ist der Umgangston. Wenn etwa Tim Mälzer, der mit „Kitchen Impossible“ durchaus ein aufschlussreiches Format kreiert hat, Tim Raue sowohl als „Riesenarschloch“ und gleichzeitig als „Freund“ bezeichnet. Und wenn Mälzer dann beim Probieren eines Gerichtes frotzelt „ich kann mich nicht erinnern, wann ich bei dir das letzte Mal so gut gegessen habe“. Worauf Raue in die unterste Schublade greift und lospoltert: „Da wunderst du dich, dass ich sage, dass ich dir ins Essen pisse beim nächsten Mal“.

Das ist natürlich eine gezielte Provokation – und gerade Raue kokettiert immer wieder mit seinem Image als Schläger einer Kreuzberger Jugendgang. Nur, wie verträgt sich „ins Essen pissen“ mit dem gleichzeitigen Aufbau einer gutbürgerlichen Küche für die herrlich gelegene „Villa Kellermann“ in Potsdam zusammen mit Günther Jauch? Wie verträgt sich das mit dem unverhohlenen Streben nach einem dritten Stern, der höchsten gastronomischen Auszeichnung?

Was ich auch nicht verstehe: Warum begeben sich renommierte Köche wie Tristan Brandt (zwei Sterne in Mannheim) und Max Strohe (ein Stern in Berlin) auf dieses Niveau. Es wäre für sie ein Leichtes, sich von diesem erbärmlichen Gelaber zu distanzieren, schließlich werden die Sendungen ja aufgezeichnet. Überhaupt die Michelin-Sterne: Sie geben diesem Unterschichtenfernsehen (Originalton Harald Schmidt) erst den seriösen Anstrich. Wäre es da nicht an der Zeit, dass die gestrengen Michelin-Tester auch einmal die charakterliche Eignung der Ausgezeichneten in die Bewertung einbeziehen?

Noch ein generelles Wort zu all diesen Küchenschlachten, die ja gerade junge Leute ganz stark in ihrem Essverhalten determinieren: Immer geht es ums Gewinnen. Immer geht es darum, schneller als andere fertig zu sein. Fast nie geht es um das wirklich Wichtige: Wo kommen die Produkte her; wurden die Erzeuger korrekt bezahlt; welche gesundheitlichen Wirkungen haben die Gerichte – und was auch völlig zu kurz kommt: Essen als eine verbindende Kulturtechnik, wo der gute Geschmack auch eine sinn- und identitätsstiftende Funktion hat.

Jenseits des Schlachtenlärms: Vincent Klink

Wer all diese Tugenden erleben will, dem empfehle ich eine scheinbar altväterliche Sendung von einem unserer großen Meisterköche, der schon regional und verständlich gekocht hat, als all die durchgeknallten Hipster aus Berlin noch an der Currywurst hingen: Vincent Klink im dritten Programm des SWR.


von Hans Lauber

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 4 Wochen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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