Ein Buch, das umdenken lässt

3 Minuten

© Stefanie Blockus
Ein Buch, das umdenken lässt

Was ändert sich in Familien, wenn ein Familien­mitglied Diabetes bekommt? Wie beeinflusst der Diabetes auch den Partner? Antje Thiel hat selbst Typ-1-Diabetes – und in ganz Deutschland betroffene Familien und Paare besucht. Ihr neues Buch begeistert Bloggerin Steff Blockus genauso wie deren Mann Hendrik.

Dieser Beitrag ist eine Vorabveröffentlichung aus der August-Ausgabe des Diabetes-Journals, die am 27. Juli 2018 erscheint..

Das Diabetes-Journal bekommen Sie im Kirchheim-Shop, als ePaper sowie an Kiosken auf Flughäfen und Bahnhöfen.

Was das Leben mit Diabetes für Familien und Paare bedeutet, erfahrt Ihr in dem Buch „In guten wie in schlechten Werten“ von Antje Thiel.

Wie gehen Angehörige und Freunde mit dem Diabetes um?

Hand aufs Herz: Fragt Ihr Euch nicht auch des Öfteren, wie Eure Partner, Ehemänner, Kinder, Eltern, Geschwister über Euch und den Diabetes denken? Wie sie bestimmte und immer wiederkehrende Situationen im Alltag, wie wir sie wohl alle kennen, erleben? Wie nah es ihnen geht, wie sie fühlen – und ob und wie der Diabetes sie belastet oder vielleicht auch total kalt lässt?

Nervt es Euch vielleicht sogar, dass sie so besorgt sind, sich zu sehr einmischen oder der Diabetes sie gar überhaupt nicht interessiert? Und wie sieht das eigentlich in anderen Familien aus? Haben die ähnliche „Probleme“ oder den Diabetes anders integriert, stellen sie sich ähnlichen Herausforderungen, streiten sie auch mal oder schweißt der Diabetes sie gar mehr zusammen?

Falls Ihr darauf ehrliche Antworten sucht, dann ist das Buch „In guten wie in schlechten Werten“ von Antje Thiel genau das richtige für euch! In diesem Buch kommen nun endlich mal die Angehörigen zu Wort, die oftmals viel zu kurz kommen.

Im Kirchheim-Shop:

In guten wie in schlechten Werten

Was ändert sich, wenn ein Familienmitglied oder Partner Diabetes bekommt? Die Autorin – selbst Typ-1-Diabetikerin – hat ein Mutmach-Buch geschrieben mit 15 Porträts, ehrlich und authentisch.
Antje Thiel; 1. Auflage 2018; 19,90 €
zum Kirchheim-Shop

Die Autorin Antje Thiel, die selbst Typ-1-Dia­betes hat, ist zu 15 Familien, verteilt in ganz Deutschland, nach Hause gereist. Sie stellt den Familien genau die Fragen, die Angehörige und wir Typ-1-Diabetiker vermutlich alle gern einmal beantwortet hätten.

Geschichten, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können

Im Buch erzählen echte Familien, 15 an der Zahl (wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können), aus ihrem ganz normalen Alltag; ihre Geschichten sind authentisch – und natürlich nicht immer repräsentativ. Sie plaudern aus dem Nähkästchen, reden offen und ehrlich über das, was sie bewegt. Und genau das macht dieses Buch so spannend und genial!

Ich habe mich selbst schon so oft gefragt, wie andere den Diabetes in ihr Familienleben integrieren: Wie prägen schwankende Blutzuckerwerte ihre Beziehungen, worüber wird gestritten, und was ist für sie besonders herausfordernd im Alltag? Ist das ähnlich wie bei uns? Hat der Diabetes sie zusammengeschweißt, Vorteile verschafft oder nur Ärger ins Haus gebracht? Fühlen sich die Geschwister von Diabetikern vernachlässigt, weil sie zu kurz kommen? Sind die Eltern ständig besorgt? Mischt sich der Partner zu sehr ein?

Verdammt spannend zu lesen!

Mein Mann, der als Sohn und als mein Mann „Typ-F-betroffen“ ist, und ich haben uns gemeinsam aus dem Buch vorgelesen, mussten teilweise schmunzeln, weil wir uns in so vielen Situationen, welche die Familien beschreiben, wiedergefunden haben – allerdings auch in einigen so ganz und gar nicht.

Verdammt spannend zu lesen, was das Leben mit Diabetes für andere Familien und Paare bedeutet, welche Herausforderungen es für sie mitbringt, wie sie etwa mit Gereiztheit bei Unterzucker umgehen – bei depressiver Stimmung bei zu hohen Werten, bei fehlender oder zu viel Selbstdisziplin und Motivation.

Welche Ängste und Sorgen sie haben, wie der Diabetes die Terminplanung durcheinanderbringt. Wie offen sie mit dem Diabetes umgehen, über welche (unnützen) Ratschläge, Schuldzuweisungen, Vorwürfe sie sich ärgern. Wie sie einander Verständnis zeigen, sich gegenseitig trösten und unterstützen. Das Buch macht einfach Spaß und Mut!

Tipps vom Diabetologen und vom Psychologen!

„In guten wie in schlechten Werten“ hat meinen Mann und mich nach über 20-jähriger Diabetes-Karriere und über 13-jährigem Zusammenleben noch einmal umdenken lassen, hat uns Mut gemacht, neue Ideen mit auf den Weg gegeben, auch aufgrund der Experten-Tipps vom Diabetologen Dr. Jens Kröger sowie vom Psychologen und Psychotherapeuten Prof. Bernhard Kulzer. Damit wird das Buch neben einem Lesebuch mit spannenden Geschichten zum praktischen Ratgeber mit vielen Hinweisen, Tipps und Hintergründen. Ein Mutmach-Buch und eine Pflichtlektüre für Diabetiker wie für Angehörige.

Besser wäre es, wenn dieses Buch auch als Hörbuch erhältlich wäre – so hätten Hendrik und ich nicht „streiten“ müssen, wer es zuerst liest. Tipp: Gleich zwei Bücher kaufen oder gegenseitig vorlesen …


von Stefanie Blockus
Stefanie Blockus ist 36 Jahre, Online-Redakteurin und Leistungssportlerin aus Hannover, seit über 21 Jahren Typ-1-Diabetikerin. Ihr Motto: Diabetes ist Ausdauersport. Mehr über und von Steff lesen Sie hier: www.diabetes-leben.com und www.diabetiker.info

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (8) Seite 16-17

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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