Kolumne „Fernweh“: Hypo-Helfer international

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Kolumne „Fernweh“: Hypohelfer international | Foto: Ilgun – stock.adobe.com
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Kolumne „Fernweh“: Hypo-Helfer international

Geht im Ausland der Traubenzucker zur Neige, ist Kreativität gefragt: Von Datteln im Oman über „Pastel de Nata“ in Portugal bis zu Jelly Babies in England – schnelle Kohlenhydrate als Hypo-Helfer finden sich überall. Manchmal wird daraus sogar ein Abenteuer, berichtet Susanne in ihrer Kolumne.

Sinkt der Blutzucker in gefährlich tiefe Regionen, braucht man schnelle Kohlenhydrate. So weit, so einfach. Doch was tun, wenn im Ausland der eigene Hypohelfer-Vorrat aufgebraucht ist und man in den dortigen Super- und Drogeriemärkten sowie an den Kiosken nicht seine gewohnte Zucker-Dosis findet?

Die wichtigste Botschaft lautet: Keine Panik. Denn erstens heben auch regionale Süßwaren den Blutzucker zuverlässig an. Und zweitens kann das Ausweichen auf lokale, schnell wirksame Kohlenhydrate richtig gut schmecken! Im Oman stieg ich zum Beispiel gern auf Datteln um, die zahlreich und vielerorts zum Verkauf angeboten wurden. Eine Dattel hat rund sechs Gramm Kohlenhydrate … ideal!

Hypo-Helfer-Spezialitäten: Pastel de Nata, Orangina und Jelly Babies

Ohnehin kann die Vor-Ort-Recherche nach Alternativen echten kulinarischen und touristischen Mehrwert bieten: In Portugal kann das süße Törtchen „Pastel de Nata“ aus dem Blutzuckertal helfen, in Frankreich etwa ein Glas der Limonade „Orangina“ und in England lohnt es sich, die Gelee-Bonbons „Jelly Babies“ immer griffbereit zu haben. Einziger Nachteil: Oft sind die neu entdeckten Süßigkeiten so lecker, dass ich gelegentlich „übers Ziel hinausschieße“ und dann für die (zu) vielen gegessenen Kohlenhydrate wieder Insulin verabreichen muss.

Aber was natürlich sowohl zu Hause gilt als auch, wenn man unterwegs ist: Wenn es wirklich dringend wird mit der Kohlenhydrat-Zufuhr, hört der Spaß auf. Da nimmt man (fast) alles! Als ich vor vielen Jahren mit einer Freundin in einer Unterkunft am Arthur’s Pass Pause von der langen Route durch die neuseeländischen Alpen auf der Südinsel machte, war an dem Bergpass wenig los: In das unbewohnte Airbnb gelangten wir durch einen Code, daneben gab es nur zwei, drei offenbar unbewohnte Häuser und gegenüber war eine Gastwirtschaft. Wir kochten, ich spritzte viel zu viel Insulin – und bemerkte kurz darauf, dass ich keinen Traubenzucker mehr im Gepäck hatte.

Autorin Susanne Löw und ihre Kolumne Fernweh

Susanne Löw ist freie Journalistin und lebt in Hamburg. Die gebürtige Bayerin hat seit dem Jahr 2002 Typ-1-Diabetes und ist seitdem erst recht gern unterwegs. Über ihre weltweiten Erfahrungen mit „Zucker im Gepäck“ berichtet sie im Diabetes-Anker-Podcast.

In der Kolumne Fernweh schreibt sie in jeder Diabetes-Anker-Ausgabe über ihre Reise-Leidenschaft uns alles, was dazugehört.

Also durchwühlten wir unsere Gastküche auf der Suche nach (Haushalts-)Zucker – ohne Erfolg – und gingen dann in die Gastwirtschaft auf der anderen Straßenseite. Dort gab es wie erwartet Hypohelfer. Und zudem viel Unerwartetes: Wie aus dem Nichts tauchten nach einiger Zeit etwa 30 Jungs in der einsamen Location auf dem Bergpass auf und sorgten für Stimmung. „Junggesellenabschiedstour“, erklärte uns der Busfahrer, der die Gruppe fröhlicher Neuseeländer chauffierte. Spät in der Nacht winkten wir nach einem lustigen Abend dem Bus hinterher und gingen in unsere Unterkunft zurück. Was man wegen Unterzuckerungen so alles erlebt …


von Susanne Löw

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (8/9) Seite 82

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

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