- Aus der Community
Kolumne „Fernweh“: Planänderung – wie unsere Madagaskar-Reise einem Putsch zum Opfer fiel
2 Minuten
Erst Vorfreude auf Madagaskar, dann aber eine abrupte Planänderung: Unsere „Fernweh“-Kolumnistin Susanne und eine Freundin mussten ihre lang vorbereitete Reise auf den afrikanischen Inselstaat wegen Unruhen absagen – auch aus Sorge um die medizinische Versorgung. Zurück bleibt Enttäuschung und der Blick auf die fragile Lage im Land.
Eigentlich hätte ich in diesem Monat gern von Lemuren, Chamäleons und Baobab-Bäumen berichtet. Denn eigentlich wäre ich im Herbst einen knappen Monat lang in Madagaskar gewesen, wo eine Freundin und ich seit ein paar Jahren ein Kinderheim und eine Schule unterstützen. Wir hatten uns bereits auf die Kultur, auf die besondere Flora und Fauna in Madagaskar gefreut. Endlich hätte ich auch mein Patenkind und die vielen anderen Kinder kennengelernt!
Doch es kam anders. Zwei Wochen vor unserem seit Langem geplanten Abflug gab es Unruhen in Madagaskar, Demonstrationen gegen die mangelnde Strom- und Wasserversorgung – 75 Prozent der Bevölkerung leben dort unterhalb der Armutsgrenze. Es gab Polizei-Einsätze, Tote, dann einen flüchtenden Präsidenten und schließlich einen Militärputsch. Das Auswärtige Amt riet von Reisen ins Land ab. All das passierte, ohne dass man es hierzulande großartig mitbekam …
Autorin Susanne Löw und ihre Kolumne Fernweh
Susanne Löw ist freie Journalistin und lebt in Hamburg. Die gebürtige Bayerin hat seit dem Jahr 2002 Typ-1-Diabetes und ist seitdem erst recht gern unterwegs. Über ihre weltweiten Erfahrungen mit „Zucker im Gepäck“ berichtet sie im Diabetes-Anker-Podcast.
In der Kolumne Fernweh schreibt sie in jeder Diabetes-Anker-Ausgabe über ihre Reise-Leidenschaft uns alles, was dazugehört.

Die Lage schien dann wieder ruhiger zu werden, aber es blieb ungewiss, ob es erneut zu gewalttätigen Aktionen, Plünderungen oder anderen Entwicklungen kommen würde. Fliegen oder nicht fliegen? Täglich suchten wir bis kurz vor dem geplanten Abflug online nach Updates, beobachteten die Situation aus der Ferne, sprachen und schrieben mit Leuten vor Ort.
Und letztlich entschieden wir uns: nicht fliegen. Mein Diabetes hat dabei eine nicht unwesentliche Rolle für mich gespielt: Einige internationale Fluglinien hatten ihren Flugverkehr zeitweise eingestellt – was wäre, wenn wir wesentlich länger im Land bleiben müssten als geplant? Irgendwann wären auch meine Ersatz-Vorräte an Diabetes-Zubehör aufgebraucht und es wäre dort vermutlich schwierig, Nachschub zu erhalten. Mein Motto lautet „Wo ein Wille, da ein Weg“ – aber nicht um jeden Preis.
Kurz nach unserer Entscheidung nahm das Auswärtige Amt den Rat, von Reisen nach Madagaskar abzusehen, übrigens wieder offline. Natürlich waren wir traurig, dass es nicht geklappt hat. Aber die Situation machte ein weiteres Mal demütig und deutlich, in was für einer komfortablen Lage wir hierzulande leben dürfen. Strom, Wasser, das tägliche Überleben, Zugang zu Medikamenten – wer macht sich darüber ernsthaft Gedanken?
Wir drücken den Madagassen die Daumen, dass die neuen politischen Verantwortlichen die richtigen Weichen stellen – auf dass das Land seine Herausforderungen langfristig bewältigt! Und für uns gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
von Susanne Löw
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (1/2) Seite 82
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ckmmueller postete ein Update vor 3 Tagen, 8 Stunden
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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anseaticids postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747 -
stephanie-bagehorn postete ein Update vor 2 Wochen
Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/
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Ostern steht vor der Tür und im Gepäck sind viele süße Versuchungen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie zu starke Blutzucker-Anstiege bei Diabetes durch süßes Gebäck vermieden werden können. Selbst zu backen – erst recht gemeinsam mit den … Read more



