- Leben mit Diabetes
Monatelang durch Thailand, Laos und Kambodscha
3 Minuten
Das Insulin befand sich zum Glück gekühlt in einer speziellen Kühltasche, so dass nur ich schwitzen musste. Die Spritzzeit für das Langzeitinsulin hatte ich bereits im Flugzeug der thailändischen Uhrzeit angepasst, so dass ich direkt bei meiner Ankunft den Morgen- und Abendrhythmus beibehalten konnte.
Durch meine
Unterschätzte Bewegung
Nach vier Tagen verließ ich Bangkok und machte mich auf in den Norden. Bevor es nach
Hypoglykämie im Anmarsch
Nachdem ich einige Tempel besichtigt hatte, meldete sich mein Magen. Ein
Auf einer Hauptstraße merkte ich plötzlich: Eine Unterzuckerung war im Anmarsch. Unbewusst hatte ich die ersten Anzeichen ignoriert, wollte ich doch unbedingt einen schönen Platz für ein verspätetes Mittagessen finden. Mir lief der Schweiß den Rücken hinunter, meine Augen fingen an zu flackern – ich konnte mich kaum mehr konzentrieren. Schnell hielt ich links an (Linksverkehr in Thailand), kaufte einen Bananenshake und nahm einige Stücke Traubenzucker zu mir – staubtrocken in meinem Mund. Allein der Bananenshake machte es, dass ich schlucken konnte.
Die Dame von dem Stand reichte mir Tücher, um den Schweiß wegzuwischen. Es dauerte eine halbe Stunde, bis ich mich wieder fit genug fühlte, um meinen Weg fortzuführen. Ich hatte die Hitze und die Bewegung offensichtlich unterschätzt, was mir hoffentlich eine Lehre sein sollte. Und weiter nach Chiang Mai:
Dann die Anpassung
Hier fiel mir auf, dass ich in den Morgenstunden häufig zu niedrig eingestellt war. Ich passte daher meine Basalrate für abends von 10 Einheiten auf 9 Einheiten an; tagsüber beließ ich sie bei 10. In Chiang Mai nahm ich an einer dreitägigen Trekkingtour teil.
Willkommen im Dschungel
Da ich die heftige Unterzuckerung aus Ayutthaya nicht noch einmal wiederholen wollte, senkte ich meine Basalrate auf 7 Einheiten für Tag und Nacht. Außerdem war ich ein wenig vorsichtiger mit meinem Bolus, da ich nie vorhersagen konnte, wie der Tag verlief und wie anstrengend er werden würde. Ich musste zwar ein paar höhere Werte in Kauf nehmen während der drei Tage, aber in eine heftige Unterzuckerung fiel ich zum Glück nie.
Die langen Nächte
Meine weitere Reise führte mich nach Laos. Hier traf ich eine gemischte Gruppe aus Amerikanern, Franzosen, Australiern und Iren. Die ersten längeren Nächte mit dem ein oder anderen alkoholischen Getränk standen an. In
Das
Magenverstimmung und Diabetes
In Laos bekam ich meine erste Magenverstimmung. Ich hatte bereits das Ticket für die Weiterfahrt am nächsten Tag gebucht. Nachts überfiel mich aber große Übelkeit, so dass ich die halbe Nacht im Badezimmer verbrachte. Es war nicht an eine Weiterfahrt zu denken. Übelkeit und Müdigkeit ließen mich dazu neigen, nicht so häufig wie gewohnt den Blutzucker zu messen. Ich versuchte daher, die Werte um 140 mg/dl (7,8 mmol/l) zu halten. Da ich den ganzen Tag nichts essen konnte, benötigte ich mehr Insulin, um den Blutzucker zu korrigieren.
Tückische Früchte
Auf meinen ganzen Stationen durch Thailand, Laos und Kambodscha genoss ich immer wieder das frische Obst und die leckeren Fruchtshakes, die es an jeder Ecke zu kaufen gab. Leider lassen diese den Blutzucker ganz schön in die Höhe schnellen. Wer wie ich dennoch nicht darauf verzichten möchte, sollte die Shakes ohne Zucker bestellen. Das tut dem Geschmack meist keinen Abbruch.
Reisefreund aufklären
Immer wieder traf ich während meiner Reise nette Begleiter, mit denen ich ein Stückchen zusammen reisen konnte. Da ich nicht mit der Tür ins Haus falle, versuche ich, meinen Diabetes möglichst unauffällig zu halten. Es ist nicht das erste Thema, wenn ich jemanden kennenlerne – und auch, wenn man zusammen isst, versuche ich, mich unauffällig zu spritzen.
Ergibt sich jedoch eine längere Reisefreundschaft, ist es wichtig, den anderen darüber aufzuklären. Das ist ehrlicher, vereinfacht den Alltag – und kann zum Beispiel bei einer Unterzuckerung sehr hilfreich sein; dann kann der informierte Reisepartner entsprechend handeln.
Träume leben – aber mit Verstand
Mit der Reise habe ich mir einen Herzenswunsch erfüllt und möchte die Zeit nicht missen. Zum Glück gab es keinen Zwischenfall, der mich in große Probleme hätte bringen können. Sicherlich spielte die Vorbereitung eine wichtige Rolle, so dass die Reise so gut geklappt hat. Aber auch für unterwegs gilt es, nicht blauäugig zu sein:
Nicht blauäugig
Das Insulin und die wichtigsten Materialien gehören in Bus, Bahn oder Zug immer in die Nähe. Man sollte sich stets darüber bewusst sein, dass die Weiterreise davon abhängt, ob man noch all seine Diabetesutensilien mit sich trägt – eine gewisse Wachsamkeit und Vorsicht sind geboten.
Ich wünsche allen den Mut und das Vertrauen, ihre Pläne auch mit Diabetes zu realisieren. Wichtig sind die richtigen Partner und Gleichgesinnte, mit denen man sich austauschen kann. Habt Ihr Fragen? Dann gerne E-Mail an:
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung
Zwei Tage intensive Haferkur reichen aus: Studie zeigt deutliche LDL-Cholesterin-Senkung
3 Minuten
- Behandlung
Bericht vom t1day 2026: Technik, Menschen, Emotionen
5 Minuten
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 6 Tagen, 16 Stunden
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
-
jasminj postete ein Update vor 6 Tagen, 23 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 6 Tagen, 16 Stunden
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
-
jasminj antwortete vor 6 Tagen, 16 Stunden
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 6 Tagen, 14 Stunden
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
-
jasminj antwortete vor 6 Tagen, 14 Stunden
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
-
gregor-hess antwortete vor 5 Tagen, 19 Stunden
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 5 Tagen, 5 Stunden
-
jasminj antwortete vor 5 Tagen, 4 Stunden
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
-
-
galu postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
-

Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂