Wissenschaftlicher Blick auf Ernährungstrends: Intervallfasten, Low Carb oder Vegan bei Diabetes

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Wissenschaftlicher Blick auf Ernährungstrends: Intervallfasten, Low Carb oder Vegan bei Diabetes | Foto: Alexander Raths – stock.adobe.com
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Wissenschaftlicher Blick auf Ernährungstrends: Intervallfasten, Low Carb oder Vegan bei Diabetes

Welche Ernährungsform ist bei Diabetes mellitus am besten geeignet? Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) hat untersucht, was wissenschaftlich wirklich belegt ist – und wie sich beliebte Ernährungstrends auf Blutzucker, Gewicht und Stoffwechsel auswirken. Im Fokus standen dabei Intervallfasten, Low Carb und eine Ernährungsweise, die vegan ist. Ziel der Analyse: Chancen und Risiken dieser Ansätze verständlich einzuordnen.

Eine ausgewogene Ernährung beeinflusst direkt den Zuckerstoffwechsel und spielt eine zentrale Rolle in der Prävention und Therapie des Typ-2-Diabetes. „Gerade weil die Ernährung so wichtig ist, lohnt es sich, Ernährungstrends nicht blind zu folgen, sondern die verschiedenen Ansätze genau zu betrachten – und zwar auf Basis wissenschaftlicher Daten“, erklärt Dr. Sabrina Schlesinger, stellvertretende Direktorin des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am DDZ.

Intervallfasten: Potenzial und Grenzen

Beim Intervallfasten werden die Essenszeiten eingeschränkt, etwa nach dem 16:8-Prinzip oder der 5:2-Diät. Studien zeigen, dass diese Methode bei Typ-2-Diabetes die Insulinsensitivität verbessern und das Gewicht senken kann. Langfristig sind die Vorteile aber ähnlich wie bei herkömmlicher Kalorienreduktion.

„Jede extreme Diät oder Ernährungsänderung kann riskant sein. So kann Intervallfasten bei Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, zu Unterzuckerungen führen. Daher sind alle Diäten vor allem bei Menschen mit Diabetes nur mit ärztlicher Begleitung empfehlenswert“, warnt Prof. Dr. Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des DDZ.

Low Carb: Effektiv, aber nicht für alle geeignet

Weniger Kohlenhydrate bedeuten meist weniger Blutzuckerspitzen. Low-Carb-Diäten können kurzfristig Gewicht und Blutzucker verbessern – langfristig gleichen sich die Effekte jedoch anderen Ernährungsformen an. Bei Typ-1-Diabetes drohen Unterzuckerungen und Ketoazidosen. Zudem kann ein hoher Konsum tierischer Fette Herz-Kreislauf-Risiken erhöhen, und bei eingeschränkter Nierenfunktion ist Low Carb nicht ratsam.

Vegane Ernährung: Stoffwechselvorteile bei korrekter Umsetzung

Eine gut geplante vegane Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann Gewicht, Blutzucker und Blutfette positiv beeinflussen. „Vitamin B12 muss ergänzt werden; zudem besteht bei Jod, Eisen, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Calcium ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung“, erläutert Dr. Janett Barbaresko vom DDZ. Auch eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit moderatem Anteil tierischer Produkte könne ähnliche Vorteile bieten.

Fazit: Ernährung individuell gestalten

Keine Diät passt für alle. Entscheidend ist, dass eine Ernährungsweise langfristig umsetzbar bleibt und zu Lebensstil, Medikamenten und Begleiterkrankungen passt. „Bei strengen Ernährungsformen besteht die Gefahr, dass diese schnell abgebrochen werden. Wichtiger ist, dass man Veränderungen langfristig durchhält und sich realistische Ziele setzt“, fasst Dr. Schlesinger zusammen.


von Redaktion Diabetes-Anker

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mit Materialien des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ)

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
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  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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