- Ernährung
Wissenschaftlicher Blick auf Ernährungstrends: Intervallfasten, Low Carb oder Vegan bei Diabetes
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Welche Ernährungsform ist bei Diabetes mellitus am besten geeignet? Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) hat untersucht, was wissenschaftlich wirklich belegt ist – und wie sich beliebte Ernährungstrends auf Blutzucker, Gewicht und Stoffwechsel auswirken. Im Fokus standen dabei Intervallfasten, Low Carb und eine Ernährungsweise, die vegan ist. Ziel der Analyse: Chancen und Risiken dieser Ansätze verständlich einzuordnen.
Eine ausgewogene Ernährung beeinflusst direkt den Zuckerstoffwechsel und spielt eine zentrale Rolle in der Prävention und Therapie des Typ-2-Diabetes. „Gerade weil die Ernährung so wichtig ist, lohnt es sich, Ernährungstrends nicht blind zu folgen, sondern die verschiedenen Ansätze genau zu betrachten – und zwar auf Basis wissenschaftlicher Daten“, erklärt Dr. Sabrina Schlesinger, stellvertretende Direktorin des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am DDZ.
Intervallfasten: Potenzial und Grenzen
Beim Intervallfasten werden die Essenszeiten eingeschränkt, etwa nach dem 16:8-Prinzip oder der 5:2-Diät. Studien zeigen, dass diese Methode bei Typ-2-Diabetes die Insulinsensitivität verbessern und das Gewicht senken kann. Langfristig sind die Vorteile aber ähnlich wie bei herkömmlicher Kalorienreduktion.
„Jede extreme Diät oder Ernährungsänderung kann riskant sein. So kann Intervallfasten bei Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, zu Unterzuckerungen führen. Daher sind alle Diäten vor allem bei Menschen mit Diabetes nur mit ärztlicher Begleitung empfehlenswert“, warnt Prof. Dr. Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des DDZ.
Low Carb: Effektiv, aber nicht für alle geeignet
Weniger Kohlenhydrate bedeuten meist weniger Blutzuckerspitzen. Low-Carb-Diäten können kurzfristig Gewicht und Blutzucker verbessern – langfristig gleichen sich die Effekte jedoch anderen Ernährungsformen an. Bei Typ-1-Diabetes drohen Unterzuckerungen und Ketoazidosen. Zudem kann ein hoher Konsum tierischer Fette Herz-Kreislauf-Risiken erhöhen, und bei eingeschränkter Nierenfunktion ist Low Carb nicht ratsam.
Vegane Ernährung: Stoffwechselvorteile bei korrekter Umsetzung
Eine gut geplante vegane Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann Gewicht, Blutzucker und Blutfette positiv beeinflussen. „Vitamin B12 muss ergänzt werden; zudem besteht bei Jod, Eisen, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Calcium ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung“, erläutert Dr. Janett Barbaresko vom DDZ. Auch eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit moderatem Anteil tierischer Produkte könne ähnliche Vorteile bieten.
Fazit: Ernährung individuell gestalten
Keine Diät passt für alle. Entscheidend ist, dass eine Ernährungsweise langfristig umsetzbar bleibt und zu Lebensstil, Medikamenten und Begleiterkrankungen passt. „Bei strengen Ernährungsformen besteht die Gefahr, dass diese schnell abgebrochen werden. Wichtiger ist, dass man Veränderungen langfristig durchhält und sich realistische Ziele setzt“, fasst Dr. Schlesinger zusammen.
mit Materialien des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ)
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
