- Leben mit Diabetes
Nur Positives am Diabetes?
3 Minuten

Lisa Schütte (Foto oben) geht offen mit ihrem Diabetes um, versucht, das Positive immer im Blick zu behalten und sich niemals kleinkriegen zu lassen. Bei all dem sollte der Diabetes jedoch nicht verniedlich oder gar verherrlicht werden, mahnt sie eindringlich in dieser Blickwinkel-Kolumne.
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Ich bin jung, modern und liebe das Leben. Und ich habe Diabetes. Deswegen verpacke ich meine Diabetesutensilien gern in schicken modischen Taschen, die nicht sofort “Medizinprodukt” schreien. Mein Messgerät ist mit einem bunten Aufkleber versehen, und meine Stechhilfe habe ich mit goldenem Glanzlack besprüht.
Rucksacktouren durch Norwegen, Festivals, Studium und Fitnessstudio: All das wird zusammen mit meinem Diabetes bestritten, und aufhalten kann er mich bei all meinen Träumen und Wünschen nicht. Fragt man mich nach meinem Diabetes, antworte ich meist automatisch: “Mit Diabetes kann man heute ganz gut leben. Ich brauche auf nichts zu verzichten und kann all das machen, wozu ich Lust habe.” Denn ich habe keine Lust auf Mitleid. Aber entspricht das auch der Realität?
Positiven Aspekte hervorzuheben ist wichtig, aber Diabetes bleibt eine chronische Erkrankung
Gerade heute habe ich oft das Gefühl, dass der Diabetes einen Imagewandel durchmacht. In den neuen Medien wird die chronische Krankheit fast nur noch als “Accessoire” dargestellt – und die Betroffenen als dynamische Weltenbummler oder erfolgreiche Menschen, die mit sich und der Welt im Reinen sind. Natürlich gibt es diese Menschen. Und es ist wichtig, die positiven Aspekte einer solchen Krankheit hervorzuheben; aber man darf nicht vergessen, worum es hier geht: Diabetes ist eine chronische Erkrankung.
Nach wie vor verändert die Diagnose Diabetes mellitus das Leben der Betroffenen nachhaltig. Man kann eben nicht immer all das tun, wozu man gerade Lust hat. Ist mein Blutzucker das reinste Chaos, so überlege ich mir zweimal, ob ich abends feiern gehe. Fällt mein Blutzucker während des Trainings in ein bodenloses Loch, muss ich eine Zwangspause einlegen.
Und liegt der Blutzucker jenseits der 400 mg/dl (22,2 mmol/l), würde ich mit meiner Pizza etwas warten. Möchte ich verreisen oder nur für einen Stadtbummel aus dem Haus gehen, muss ich darüber nachdenken, was ich alles bei mir tragen muss.
So ganz ohne Einschränkungen klappt ein Leben mit Diabetes dann doch nicht. Das Leben eines Diabetikers ist nicht immer “Friede, Freude, Eierkuchen” – und ich wage zu bezweifeln, dass Diabetiker es sogar besser haben als Menschen ohne Diabetes.
Manche Darstellungsweise heute erscheint mir zu übertrieben positiv
Ein Imagewechsel tut dem Diabetes sicherlich gut, und gerade Aufklärung ist und bleibt ein wichtiges Thema. Aus meinem Blickwinkel sollte man aber nicht vergessen, dass Diabetes eine Krankheit ist – eine, mit der man heute gut leben kann, aber trotzdem eine Krankheit. Zwar finde ich es wichtig zu zeigen, dass der Diabetes einen immer seltener in Verzweiflung enden lässt und Menschen mit Diabetes an allem teilhaben können, wie jeder andere Mensch.
Dennoch erscheint mir manche Darstellungsweise heute zu übertrieben positiv. Die Insulinpumpe kann noch so bunt und modern gestaltet werden, es bleibt trotzdem eine Insulinpumpe. Und die Farbe meines Blutzuckermessgerätes ändert leider nichts an meinen Werten.
Man sollte das Positive immer im Blick behalten und sich niemals durch eine Erkrankung kleinkriegen lassen. Bei all dem sollte der Diabetes jedoch nicht verherrlicht werden, und die Darstellung sollte realistisch bleiben.
von Lisa Schütte
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (4) Seite 43
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uho1 postete ein Update vor 6 Tagen, 12 Stunden
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 1 Woche
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





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