Sauna: Natürlich auch für Menschen mit Diabetes möglich

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Sauna: Natürlich auch für Menschen mit Diabetes möglich

Um gut über den Winter zu kommen, gleichzeitig etwas für seine Gesundheit zu tun und wunderbar zu entspannen, hat sich die Sauna bestens bewährt. Dies gilt natürlich auch für Menschen mit Diabetes – wenn sie einige Dinge beachten, wie Dr. Schmeisl im Diabetes-Kurs erklärt.

In der Sauna kann es ganz schön heiß werden. Müssen Menschen mit Diabete deshalb etwas beachten und sich vorsehen?

Sauna ist mehr als nur Schwitzen

Sauna – das finnische Wort steht seit Jahrzehnten auch bei uns für gesundes Entspannen vom Alltagsstress. Denn zu saunieren bedeutet mehr als nur Schwitzen in einer Art “Schwitzkasten”. Wie in ihrer Wiege Finnland dient auch bei uns die Sauna dazu, den Körper abzuhärten und so das Immunsystems zu stärken – gerade in der kalten Jahreszeit.

Bei folgenden Erkrankungen sollte man NICHT in die Sauna gehen

  • Akute, fieberhafte Erkrankungen (akute Bronchitis, grippaler Infekt etc.)
  • Akute Entzündungen an der Haut (z. B. Erysipel, Follikulitis) oder der inneren Organen (z. B. Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • Akute Herzerkrankungen oder schlecht eingestellter Blutdruck
  • Bekanntes Anfallsleiden (Vorsicht z. B. bei Epilepsie)

So reagiert die Haut auf die Hitze

Die Temperatur auf der Haut steigt in der Sauna um etwa 10° C, die Körperkerntemperatur aber nur um etwa 1° C. Der Wärmehaushalt wird beim Menschen durch die Haut reguliert. Blutgefäße in der Haut übernehmen den Wärmetransport: Eine direkte Erweiterung dieser Gefäße bewirkt, dass Wärme nach außen abgegeben wird, eine Ableitung ins Körperinnere wird so verhindert und die Körper innentemperatur weitgehend konstant gehalten. Das ist wichtig, denn bei hoher Temperatur droht die Zerstörung von Eiweißen!

Wichtige Hinweise

  • Tragen Sie Badeschuhe – wegen der Verbrennungsgefahr und um eine mögliche Fußpilz-Infektion zu verhindern!
  • Gehen Sie möglichst immer zu zweit in die Sauna.
  • Vergessen Sie nach der Sauna die Hautpflege nicht.

Zudem verschönert Saunieren die Haut, verbessert die Kondition und steigert gewissermaßen nebenbei auch das allgemeine Lebensgefühl. Schöne Aussichten, nicht?

Das Prinzip der Sauna

Unsere heutige klassische Sauna ist im Prinzip ein “trockenes Heißluftbad”. Durch die Bänke in unterschiedlichen Höhen gibt es verschiedene Temperaturzonen zwischen 70 und 95° C. Die Lufttemperatur liegt am Boden bei etwa 40° C, an der Decke zwischen 95 und 105°!

In einem Dampfbad ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch – sie liegt bei 100 Prozent. In der klassischen finnischen Sauna sind es in der Regel zwischen 20 und maximal 60 Prozent.

Am besten ist, es regelmäßig in die Sauna zu gehen (ein- bis zweimal pro Woche) und dafür jeweils zwei bis drei Stunden Zeit einzuplanen – nur so kann man richtig entspannen. Ein Saunagang sollte anfangs im Schnitt nur 8 bis 12 Minuten dauern, da so die Kerntemperatur nur kurzfristig um 1 bis 2° C aufgeheizt wird. Lieber kurz und heiß als lang und bei geringer Temperatur saunieren!

Besonders wichtig: langsam abkühlen

Dem Schwitzen sollte eine langsame und “schonende” Abkühlung der Haut folgen, z. B. mit kalten Güssen aus einem Wasserschlauch, beginnend an den Armen und Beinen, hin zum Körper. Bei einem anschließenden kurzen Spaziergang werden die Atemwege befeuchtet. Besser keinen “heroischen” Sprungin ein eiskaltes Becken wagen – das lässt den Blutdruck extrem ansteigen (manchmal über 250 mmHg) und kann insbesondere für Diabetiker mit Herz-Kreislauf-Problemen gefährlich sein.

Besonderheiten bei Diabetes?

Insulinspritzende Diabetiker sollten unbedingt vor dem Saunagang den Blutzucker messen! Denn durch eine bessere Hautdurchblutung kann das evtl. unmittelbar vor dem Saunagang gespritzte Insulin so schnell wirken, dass eine Unterzuckerung folgt. Andererseits kann der Sauna-“Stress” auch zu einer Blutzuckererhöhung führen. Deshalb sollte vor, zwischen und nach einem Saunagang der Blutzucker getestet werden.

Vorsicht mit heißen Gegenständen (Sauna-Ofen, heiße Steine) – Verbrennungen sind vor allem dann gefährlich, wenn Nervenschäden (Polyneuropathie) vorliegen.

Tipps für Menschen mit Diabetes in der Sauna

  • Nicht mit vollem Magen, aber auch nicht nüchtern in die Sauna gehen.
  • Vorher den Blutzucker testen – er sollte über 110 mg/dl (6 mmol/l) liegen. Evtl. auch zwischen den Gängen und danach testen.
  • Unmittelbar vor dem Saunagang möglichst kein Insulin injizieren (aufgrund der schnellen Insulinwirkung bei Wärme durch die Gefäßerweiterung); Pumpe etwa eine Stunde vorher abstellen und Katheter abkoppeln.
  • Nach dem Duschen und vor dem Saunagang unbedingt abtrocknen – die Füße sollten warm sein (Badesandalen tragen).
  • Eher kurz und heiß saunieren als lang und lauwarm. Empfehlung: 10 bis 15 Minuten pro Gang, 2 bis 3 Gänge insgesamt.
  • Nach jedem Saunagang abkühlen (durch frische Luft und kalte Güsse/Schlauch), danach etwa 15 bis 30 Minuten Ruhe. Unbedingt auf warme Füße achten (Socken, Decken, Badeschuhe etc.).
  • Nach und während der Saunagänge möglichst keinen Alkohol trinken. Alkohol führt zu einer zusätzlichen Gefäßerweiterung (was zu einem sinkenden Blutdruck führt). Auch Hautpflege und Ausruhen sind beim Saunieren wichtig.

Pumpen sollten wenn möglich abgelegt werden – die Hitze kann das Insulin schädigen. Viele reduzieren eine Stunde vor der Sauna die Basalrate, denn Insulin wirkt bei dieser Temperatur wegen der besseren Hautdurchblutung stärker. Stahlkatheter werden meist entfernt, Teflonkatheter abgekoppelt.


von Dr. Gerhard-W. Schmeisl

Dr. med. Gerhard-W. Schmeisl (Bad Kissingen) ist Internist sowie Facharzt für Diabetologie, Angiologie und Sozialmedizin und hat jahrzehntelange praktische Erfahrung in der Behandlung und Schulung von Menschen mit Diabetes in Praxis und Klinik. Er schreibt in der Diabetes-Anker-Rubrik „Medizin verstehen“ (vormals Diabetes-Kurs) über die Diabetes-Therapie und alles, was sonst noch mit dem Diabetes zusammenhängt.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (12) Seite 36-37

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  • Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.