- Leben mit Diabetes
Laubers Kolumne: Sport schärft Sehschärfe
5 Minuten

Wer fit lebt, sieht besser. Wer die Brille teilweise weglässt, sieht vielleicht noch besser. Ein Erfahrungsbericht
„Brillenschlange, Brillenschlange“, so hänselten mich die Kameraden in der Volksschule. Schließlich war ich der einzige in der Klasse mit einem Gestell auf der Nase. Hatte mich das anfangs tief verletzt, so gewöhnte ich mich daran und trug über 60 Jahre lang immer eine Brille.
Doch vor zwei Jahren änderte sich das plötzlich. Da plagten mich entzündete Augen, und ich legte die Sehhilfe beiseite. Zu Beginn war das irritierend, weil ich vieles unscharf gesehen habe. Aber dann gewöhnte ich mich daran – und begann ein Experiment: Ich wollte wissen, ob sich die Sehkraft verbessert, wenn sich die Augen wieder richtig anstrengen müssen.
Überraschendes Ergebnis: Die Sehfähigkeit hat sich erfreulich gesteigert. Das weiß ich, weil ich kurz vor der Entzündungsphase beim Augenarzt war – und im Frühjahr diesen Jahres war ich wieder beim selben Arzt, und er bestätigte mir, dass sich die Werte tatsächlich deutlich verbessert haben. Wie genau sagte er nicht, denn manche Ärzte freuen sich seltsamerweise wenig, wenn ihre Patienten aus eigener Kraft gesünder werden.
Kein Brille, besser sehen?
Genauer konnte mir das Olaf Wendler erläutern, Geschäftsführer des renommierten Geschäfts „buschmann optik“ in Kölns Breite Straße: „Seit 2013, der letzten Messung bei uns, hat sich die Sehkraft um rund eine Dioptrie verbessert, was einer Steigerung von 50 Prozent entspricht“. Wow, ein Hammer! Nun kommt es durchaus vor, dass sich mit Alter die Kurzsichtigkeit zurückbildet. Aber gleich um so viel, das macht mich stolz.
Das gute Resultat hängt wohl auch damit zusammen, dass ich eine überdurchschnittliche „Sehschärfe“ von 160 Prozent habe (nach der Korrektur durch eine Brille), während dieser Wert im Schnitt der Bevölkerung bei 125 Prozent liegt. Auch liegt mein Augendruck mit 11,3/12,3 mmHG im optimalen Bereich. Nun weiß ich natürlich nicht, inwieweit die letzten beiden Jahre, wo ich keine Brille getragen habe, zu der gesteigerten Sehfähigkeit beigetragen haben. Aber ich vermute, das hatte einen deutlichen Einfluss. Einen starken Einfluss haben wohl auch meine regelmäßigen sportlichen Aktivitäten der letzten Jahre, wo ich neben dem Laufen und Radfahren auch angefangen habe, regelmäßig ins Fitness-Studio zu gehen.
Sport stärkt Sehkraft Gestützt wird meine Vermutung durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, über welche das Portal „diabetologie-online“ am 16. Juli 2020 berichtete: „Sportarten wie Laufen oder Radfahren senken vorübergehend den Augeninnendruck, und die Senkung hält je nach sportlicher Intensität zwischen zehn Minuten und zweieinhalb Stunden an“, konstatiert Prof. Dr. med. Hagen Thieme, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Magdeburg. Ein weiterer förderlicher, sportlicher Effekt: Der Sehnervkopf ist nachweislich besser durchblutet. „Diese Faktoren können erklären, warum sportlich Aktive seltener an Grünem Star erkranken“, so der renommierte Arzt.
Es stimmt also: Das nebenwirkungsfreie „Medikament“ Bewegung ist eines der wichtigsten Heilmittel. Vor allem, wenn es durch das „Medikament“ bewusste Ernährung ergänzt wird. Die besteht bei mir ganz stark aus Kräutern, aus frischem Gemüse und dem weitgehenden Verzicht auf schnelle Zucker. Denn gerade der unmäßige Zuckerkonsum ist einer der wesentlichen Faktoren für das schlechte Sehen (bis hin zur Blindheit) bei vielen Typ-2-Diabetikern. Wie gut meine Zuckerwerte sind, habe ich kürzlich in meiner Kolumne „Super 6,2!“ beschrieben.
Nun ist jeder Mensch anders. Aber es ist zu konstatieren, dass regelmäßige sportliche Aktivitäten und eine bewusste Ernährung nicht nur die allgemeine Fitness stärken, sondern auch das Sehvermögen deutlich verbessern. Mein Vorschlag: Probieren Sie es doch einfach einmal selbst aus!
© Zeiss | Gibt’s bei guten Optikern: Visufit 1000
Brille? Traditionsoptiker! Obwohl ich die letzten zweieinhalb Jahre ganz gut ohne Brille durch die Welt gekommen bin, habe ich jetzt wieder eine. Schlicht, weil ich im Konzert, in der Oper die Darsteller wieder deutlich erkennen will. Vor allem aber will ich nach jahrelanger Abstinenz wieder ab und an Auto fahren – und in meinem Führerschein ist eine Brille eingetragen.
Nur eine Adresse gibt es für meine neue Brille: „buschmann optik“, wo ich seit Jahrzehnten Kunde bin. Dort nimmt sich Geschäftsführer Olaf Wendler über eine Stunde Zeit, um mit modernsten Zeiss-Geräten nach allen Regeln der Kunst meine Augen zu vermessen. Denn ich wähle hochwertige Gleitsichtgläser, um sowohl in die Nähe wie in die Ferne optimal zu sehen. Das Potential dieser teuren Zeiss-Gläser lässt sich komplett aber nur heben, wenn viele Faktoren, wie etwa Alter und Pupillengröße, in die Messung einfließen. So entsteht dann ein individuelles, genau auf mich zugeschnittenes Glas – und Optiker Wendler vergleicht das mit einem „Fingerabdruck“.
Genau so wichtig wie optimierte Gläser ist auch ihre perfekte Zentrierung im Brillengestell. Dafür nutzt das Optikergeschäft „Visufit 1000“ von Zeiss, wo mit neun Kameras ein dreidimensionales Bild des Kopfes erstellt wird – und es lässt sich so der Abstand vom Hornhautscheitel bis zum Brillenglas messen. Zusätzlich wird exakt die Fassungsneigung und die Durchbiegung der Fassung gemessen, was alles nur einem Ziel dient: Präzises und angenehmes Sehen.
Natürlich hat dieser Aufwand seinen Preis – und der ist deutlich höher als bei den Filialbetrieben. Aber das sind mir meine Augen wert – und die ersten Erfahrungen mit der neuen Brille bestätigen diese Einschätzung: Alles so schön scharf hier, und das auch nach Stunden, kann ich erfreut sagen.
Werde ich nun wieder permanent Brille tragen? Eher nicht. Ganz sicher bei kulturellen Events, beim Autofahren. Aber ich will weiterhin, dass die Augen etwas zu „schaffen“ haben. Wer weiß, vielleicht verbessert sich meine Sehfähigkeit ja noch weiter.
Wieder „Brillenschlange“: Sportlicher Schreiber
Radfahrtipp: An der Sieg entlang bis zur Mündung
Nach so viel Theorie wird es höchste Zeit für eine ganz praktische, Augendruck senkende Radtour – und ich empfehle eine Fahrt entlang der Sieg. Das ist ein Fluss, der im Rothaargebirge entspringt und nördlich von Bonn rechtsrheinisch in den Rhein mündet. Ich bin kürzlich mit dem Zug von Köln nach Schladern gefahren – und von dort in vier Stunden die abwechslungsreichen, letzten 60 Kilometer bis zur Mündung geradelt.
Größtenteils verläuft der meist geteerte Radweg direkt am Fluss, der noch erstaunlich naturbelassen ist. Immer wieder locken lauschige Plätze zum Picknicken am Wasser, oft grüßen schöne alte Bäume, wie etwa in Stromberg. Etwas ganz Besonderes sind die Siegauen kurz vor der Mündung, ein Naturschutzgebiet mit Altarmen, wo noch seltene Tiere Lebensräume finden, wie etwa der Eisvogel.
Idylle mitten in Deutschland: Sieg
von Hans Lauber
- E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
- Internet: www.lauber-methode.de
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katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 4 Tagen, 7 Stunden
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …florahdo postete ein Update vor 6 Tagen, 7 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 3 Tagen, 15 Stunden
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



