Wenn der Kinobesuch mit Diabetes mehr Stress als Spaß ist

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Wenn der Kinobesuch mit Diabetes mehr Stress als Spaß ist | Foto: Felipe Bustillo – unsplash.com
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Wenn der Kinobesuch mit Diabetes mehr Stress als Spaß ist

Endlich wieder gute Filme im Kino! Tickets sind gebucht und die Freude auf das Popcorn ist groß! Aber halt, warte. Michelle gibt in diesem Coaching-Beitrag Tipps, wie man das Kino als Mensch mit jungem Diabetes am besten angeht.

Seit dem letzten Kinobesuch hat sich einiges geändert. Der Diabetes ist dazugekommen. Oh jee, gar nicht daran gedacht. Woran muss ich denn alles denken? Kann ich überhaupt Popcorn essen? Und was mache ich mit dem Sensor in der Zeit? Der piepst doch sonst und alle kriegen es mit?!

Für Außenstehende ist so ein Kinobesuch etwas ganz Entspanntes. Menschen mit Diabetes hingegen haben bei so einem Event wie auch viele andere dieser Ausflüge direkt hundert Gedanken im Kopf. Was muss ich mitnehmen? Was sollte ich beachten? Je nachdem, wie der Diabetes eingestellt ist, fallen natürlich viele solcher Fragen mit der Zeit weg. Aber gerade am Anfang kann so ein Ereignis einen schnell überfordern. Hier meine Tipps, damit der Kinobesuch auch Spaß macht: Wenn es dein erstes Mal seit der Diagnose ist oder du dich generell mit dem Diabetes in der Öffentlichkeit unwohl fühlst, dann geh das Ganze langsam an. Gib dir und deinem Körper Zeit, sich damit zurecht zu finden.

Quelle: Photo by Myke Simon on Unsplash

Step 1: Ab ins Kino

Nimm dir für den ersten Besuch eigene Snacks mit (lass dich nicht erwischen), die du gut berechnen kannst. Und selbst wenn du erwischt wirst: dann spiel die Diabetes-Karte. Wenn du dem Kinomenschen in 2 Sätzen erklärst, warum du das tust, wird es ihm sehr schnell unangenehm sein, dass er dich überhaupt bei deinem Vorgehen aufgehalten hat. Also nur
Mut! Sollte das für dich zu riskant sein, wird der erste Kinobesuch eben ohne Snacks, dafür mit einer Cola Zero oder ähnlichem zuckerfreien angegangen. Ziel des ersten Schritts ist es, dass du mit der Situation, 2 Stunden im Dunkeln im Kino zu sitzen, klarkommst. Das ist die erste Hürde. Da müssen wir den Blutzucker nicht unnötig ärgern. Wenn du dich damit wohlfühlst, und dich traust, mit dem Diabetes in die Öffentlichkeit zu gehen, dann kommen wir zu Schritt 2:

Step 2: Gönn dir

Was ist dein Lieblingssnack im Kino? Popcorn? Nachos? Und wer sagt eigentlich, dass es die nur im Kino geben darf? Hiermit bekommst du die offizielle Ansage, deinen Lieblingssnack Zuhause zu essen. Warum? Vertraute Umgebung meets unbekanntes Lebensmittel. Somit kannst du dich voll und ganz auf den Snack konzentrieren. Berechne brav die Kohlenhydrate und beachte auch die Menge an Fett! Der Blutzucker wird nach einer Ladung Popcorn meist nach ein paar Stunden nochmal richtig steigen. Probier das Ganze für dich aus, bis du das Management einigermaßen im Griff hast.

Step 3: Mindset

Ein Kinobesuch ist nicht alle Tage, und sollte somit auch nicht als Referenz für dein Diabetesmanagement genommen werden. Falls deine Werte nach dem Snacken nicht optimal sind, ist das völlig okay. Nimm den schlechten Wert hin in Austausch für einen schönen Abend und reflektiere im Nachhinein, was du hättest besser machen können. Vielleicht auch eine gute Übung, damit die Popcorntüte nicht schon während der Werbung leer ist, sondern du geduldig wartest, bis dein Wert entsprechend passt.

Step 4: Go for it!

Sieh das Ganze als Experiment, und wenn es scheitert, bist nicht du gescheitert, sondern du bist einen Schritt weiter zu einem selbstbewussten Umgang mit Diabetes.

via GIPHY

Und jetzt heißt es: Selbstvertrauen! Wenn du weißt, wie du mit dem Snack umgehst, kannst du damit auch ins Kino gehen. Hab keine Angst vor einem Alarm oder Ähnlichem. Halte dein Handy in der Nähe als Taschenlampe, hab Hypo Snacks dabei, solltest du dir doch zu früh zu viel spritzen und sollte deine Pumpe doch Alarm geben, dann lach darüber!

Klar ist es unangenehm, wenn ein Handy im Kino klingelt, aber auch das ist kein Weltuntergang. Da ist eine alarmierende Pumpe kein Beinbruch. Und glaub mir, du wirst sie so schnell ausschalten, dass die meisten das Geräusch gar nicht wahrnehmen. Oft macht man sich selbst viel mehr Stress als nötig, und ist mit sich selbst wesentlich strenger als jeder Mensch um einen rum.

Let the show begin!


Auch Susanne ist häufiger im Kino – allerdings im Diabetes-Kopfkino. Hier kommst du zu ihren Tricks und Kniffen, um mit dem Kopfkino ins Reine zu kommen.


von Michelle Schmidt

Michelle war Autorin in der Blood Sugar Lounge und hat dort aus dem Leben mit Diabetes berichtet. Hier findet ihr alle Beiträge aus dieser Zeit:

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  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 4 Wochen

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße