Kolumne „Fernweh“: Schokolade von Oma

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Kolumne „Fernweh“: Schokolade von Oma | Foto: Daksina Capital – stock.adobe.com
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Kolumne „Fernweh“: Schokolade von Oma

In ihrer Kolumne „Fernweh“ erinnert sich Susanne an ihre verstorbene Oma, deren Fürsorge sich auch in Zartbitter-Schokolade zeigte. Eine persönliche Geschichte über Erinnerung, Diabetes, gut gemeinte Ratschläge und die kleinen Gesten, die bleiben.

Vor Kurzem ist meine Oma gestorben, kurz vor ihrem 93. Geburtstag. In meiner nicht religiösen Vorstellung bleibt ein Mensch aber auch nach seinem Tod lebendig, wenn man sich seiner erinnert, über ihn redet, ihn nicht vergisst – in Form eines ganz besonderen „Fernwehs“.

Im Fall meiner Oma denke ich zum Beispiel gern an ihre Großzügigkeit. Regelmäßig lud sie die ganze Familie im Restaurant zum Essen ein, drängte uns Enkel immer regelrecht dazu, auch noch einen Nachtisch zu bestellen. Zu Ostern, zum Geburtstag, zum Namenstag, der ihr immer sehr wichtig war: Immer gab es eine kleine Aufmerksamkeit. Jeder sollte dabei gleich viel erhalten. Auch Gerechtigkeit war ihr ein Anliegen.

Ich erinnere mich sogar noch an unsere gemeinsamen Mensch-ärgere-dich-nicht- und andere Spiele, als ich im Kindergarten- und Grundschulalter war. Ich gewann fast jedes Mal … was habe ich mich damals gefreut! Gegen Freunde und meine Eltern gewann ich seinerzeit nicht so oft. Heute verstehe ich, dass meine Oma mich vermutlich des Öfteren gewinnen ließ.

Autorin Susanne Löw und ihre Kolumne Fernweh

Susanne Löw ist freie Journalistin und lebt in Hamburg. Die gebürtige Bayerin hat seit dem Jahr 2002 Typ-1-Diabetes und ist seitdem erst recht gern unterwegs. Über ihre weltweiten Erfahrungen mit „Zucker im Gepäck“ berichtet sie im Diabetes-Anker-Podcast.

In der Kolumne Fernweh schreibt sie in jeder Diabetes-Anker-Ausgabe über ihre Reise-Leidenschaft uns alles, was dazugehört.

Dass ich im Alter von 21 Jahren die Diagnose Typ-1-Diabetes erhielt, belastete sie. Sie war besorgt. Ab da erhielt ich bei den süßen Aufmerksamkeiten zu Feiertagen meist dunkle Zartbitter-Schokolade und extratrockenen Sekt, weil sie gehört hatte, dass das besser sei für Menschen mit Diabetes. Ich versuchte anfangs, ihr zu erklären, dass ich keine Zartbitter-Schokolade mag und dass ich mit meiner Therapie genauso gut auch weiterhin Vollmilchschokolade essen kann. Es blieb aber bei Zartbitter, sodass ich irgendwann einfach nach der „Bescherung“ mit Verwandten tauschte. Sie meinte es ja nur gut.

Aufgegeben habe ich auch irgendwann mit meinen Einwänden und Erklärungen auf ihre Frage, die sie anfangs bei jedem Telefonat und bei jedem Besuch stellte: „Ist es inzwischen besser mit deinem Diabetes?“ Nein, Oma, das ist eine chronische Krankheit, die geht nicht mehr weg – aber ich habe es im Griff. „Aber das muss doch irgendwann mal wieder besser werden und weggehen“, entgegnete sie oft.

Irgendwann übernahm die Demenz die Regie bei meiner Oma und sie fragte nicht mehr nach meinem Diabetes. Heute vermisse ich die Zartbitter-Schokolade.


von Susanne Löw

Susanne Löw ist freie Journalistin und Autorin. Seit 2002 lebt sie mit Typ‑1‑Diabetes und hat über 60 Länder bereist. Sie schreibt regelmäßig für Diabetes-Anker (Kolumne „Fernweh“), ist Autorin des Buchs „Zucker im Gepäck“ und berät zum Reisen mit Diabetes.

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (7) Seite 82

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 6 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
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