Wenn man vom Diabetes nicht genug bekommt …

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Wenn man vom Diabetes nicht genug bekommt …

Wieder beruflich in der Diabetes-Branche Fuß fassen? Darüber hat Stæff Blockus lange nachgedacht. Wird das nicht zu viel Diabetes? Selbst betroffen, Diabetes-Blog, Sport, freiberufliche Aufträge im Diabetes-Bereich, Organisatorin eines Diabetes-Spendenlaufs: Der Diabetes ist (fast) immer Thema. Nun hat es sie aber wieder erwischt.

Ich kenne viele Diabetiker, die auch beruflich vom Diabetes nicht genug kriegen können. Nach meinem Studium stand das für mich nicht zur Debatte. Bis ich 2010 anfing, auf www.diabetes-leben.com zu bloggen, war der Diabetes nur für mich und Angehörige Thema. Durch Social Media, meinen Blog und das Open Journal (Ausgabe 60 Jahre Diabetes-Journal, die ich mitgestalten durfte) änderte sich 2010 alles. Schließlich ergab sich dadurch ein fester Job beim Deutschen Diabetiker Bund.

Nie wieder in der Branche …

Das war nicht mein Ding – und lag mitunter an verschiedenen Vorstellungen und Zielen, dem Umgang untereinander, Streitigkeiten und den teils nicht nachvollziehbaren Interessen. Das konnte ich als Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit so nicht nach außen vertreten: Nie wieder Diabetes-Branche. Da lief zu viel quer. Sollten wir nicht besser alle an einem Strang ziehen, zusammenhalten und uns gemeinsam für die bestmögliche Therapie starkmachen, statt uns gegenseitig in die Pfanne zu hauen? Ja, das sollten wir – inzwischen tut sich da ja auch etwas! Das will ich aktiv mitgestalten.

Nie wieder? Ja – oder doch? Nun: Zunächst hatte ich wieder freiberuflich in der Diabetes-Branche Fuß gefasst – neben meinem eigentlichen Job (als Content Marketing Managerin im Bike- und Musik-E-Commerce-Bereich in Hannover). Zufällig ergab sich dann die Option, fest bei Diashop einzusteigen. Diashop vertreibt Diabetes-Produkte/Hilfsmittel sowohl in Fachgeschäften als auch online (www.diashop.de).

Ich hatte vorher dort bereits meine Rezepte hingeschickt und mir Pumpenzubehör etc. per Post liefern lassen. Was ich heute sagen kann: Bei Diashop wird auch vorausschauend gedacht. Ziel ist es, den Patienten so zu beraten und zu versorgen, dass er Zeit gewinnt und entlastet wird.

Als Langzeitdiabetikerin mit anpacken

Hier möchte ich als (Langzeit-)Diabetikerin mit anpacken, etwas bewegen, was ja auch meinem eigenen Vorteil dient. Vorteile hat das auch für das Unternehmen: So kann ich aus eigener Erfahrung berichten, Produkte testen und bewerten, neue Produktideen einbringen. Dahingehend hilft auch die heutzutage sehr große Diabetes Community weiter, mit der ich durch meinen Blog und Social Media in Kontakt stehe! Denn es sollen ja möglichst viele Diabetiker mit ihren Meinungen und Ideen eingebunden werden!

Ich finde es klasse, wenn Diabetiker in der Diabetes-Branche mit ihrer Kernkompetenz Fuß fassen: Mediziner mit Diabetes werden Diabetologen, Journalisten mit Diabetes schreiben für das Diabetes-Journal … So soll es sein. Die Vorteile liegen auf der Hand. Allerdings sollte man sich mit dem Unternehmen/der Branche identifizieren können. Man darf auch nicht vergessen, dass der Diabetes so noch mehr zum Thema wird. Das ist nicht jedermanns Sache.

Meine Diabetologin hat Diabetes

Meine Diabetologin zum Beispiel hat selbst Typ-1-Diabetes. Für mich und andere Diabetiker ist das großartig, weil sie Diabetes-Probleme nachempfinden kann. Sie kennt die Ängste und weiß, wie sich eine Hypo- oder Hyperglykämie anfühlt. Ich beneide sie allerdings nicht um ihren Job. Mag sein, dass es spannend und hilfreich sein kann, andererseits hätte ich persönlich schon ein Problem damit, tagtäglich mit den Folgekrankheiten des Diabetes “live” konfrontiert zu werden. Zum Glück ticken wir alle anders! Klasse, dass sie die Kraft dafür hat.

Ich bin Redakteurin und Online-Marketing-Managerin und bin in meinem aktuellen Job bei Diashop sehr glücklich – nicht nur, weil ich auf dem neusten Stand bleibe, was Blutzuckermessgeräte, CGM-Systeme und Insulinpumpen betrifft, sondern auch, weil ich mein Wissen und meine Erfahrung durch meine langjährige “Diabetes-Karriere” (bei mir sind es über 20 Jahre) weitergeben und damit die Branche bereichern kann. Praktisch ist auch, dass die Kollegen und Vorgesetzten über die Krankheit bestens informiert sind.

Auch ich hatte Vorurteile

Es gibt auch Menschen, die keinen Diabetes, dennoch Ahnung davon haben! Im Laufe meiner Diabetes-Karriere wurde ich viel mit Vorurteilen konfrontiert, diesen typischen halt: “Selbst schuld, dass du Diabetes hast, hätteste mal weniger Schokolade gegessen.” Nun: Das prägt! Was folgt? Ich hatte auch Vorurteile: “Menschen ohne Diabetes haben nicht den leisesten Hauch einer Ahnung, was es bedeutet, mit Diabetes zu leben! Sie können es nicht fühlen, sie erleben es nicht tagtäglich.”

Aber das stimmt so nicht ganz, wie ich bei Antritt meines neuen Jobs mal wieder feststellen konnte: Da gibt es zum Beispiel Diabetesberaterinnen, die bestens geschult und informiert sind in Sachen Insulinpumpen, CGM-Systeme, Diabetes, Sport, Ernährung und Therapieoptionen – und ja: Die setzen sich auch Katheter, die berechnen ihre Mahlzeiten, bekämpfen Hypoglykämien, die sie nicht haben, machen Basalratentests!

Das alles freiwillig, um zumindest ein Stück weit nachempfinden zu können, was wir Diabetiker mitmachen. Sie testen jede neue Insulinpumpe und neue Messsysteme am eigenen Leib. Sie treffen sich mit Diabetikern, die bereits Closed-Loop-Systeme nutzen, lesen in Diabetes-Blogs und sind unermüdlich für uns im Einsatz. Ihren Beruf verstehen sie als Berufung, zeigen großes Engagement uns gegenüber, unabhängig von ihrem Geldgeber.

Mein Fazit

Tue das, was Du liebst. Wenn Dein Job Dir Freude bereitet, Du ihn gern ausübst, Du Dich rundum im Unternehmen wohlfühlst, motiviert dies doch ungemein, alles zu geben. Ob das nun in der Diabetes-Branche ist oder nicht, muss jeder mit sich selbst ausmachen. In diesem Fall belastet mich das Mehr an Diabetes im Leben jedenfalls nicht. Ich stehe hinter dem, was ich tue, und sehe es als Bereicherung für mein Leben.

Mir ist es auch wichtig, dass ich als Blogger nicht “meine Seele verkaufe”. Ich habe eine gewisse Verantwortung meinen Lesern gegenüber und möchte offen und neutral informieren, auch wenn ich in der Diabetes-Branche arbeite.


von Stæff Blockus
www.diabetes-leben.com

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (10) Seite 34-35

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen

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