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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #19 | Was ist eigentlich der Unterschied?
4 Minuten
Bei Diabetes gibt es tatsächlich viele unterschiedliche Typ-Formen. Doch am bekanntesten sind wahrscheinlich der Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Doch was ist eigentlich der Unterschied?
Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmun-Erkrankung, wo die Bauchspeicheldrüse kein eigenes Insulin mehr produzieren kann, weshalb es von Außen zugeführt werden muss, um überleben zu können. Sprich, eine Insulin-Therapie ist unerlässlich. Bei Typ-2-Diabetes hingegen ist die Insulinproduktion verlangsamt bzw. baut mit dem Alter nach und nach ab. Das bedeutet, dass die Körperzellen immer weniger gut auf das Insulin reagieren können. Diesen Umstand nennt man auch Insulin Resistenz. Und als Folge dessen, muss die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin produzieren, was auf Dauer die Zellen ziemlich überfordern kann. Je nachdem, wie viel eigenes Insulin die Bauchspeicheldrüse noch produzieren kann, reicht eine Behandlungstherapie mit Tabletten aus. Ansonsten wird auch hier auf Insulin zurückgegriffen.1
Schaut man sich die absoluten „hard facts“ an, so kann jeder sehen, dass das Krankheitsbild so ziemlich identisch ist. Nur der „Weg“ dorthin ist anders. Warum also wird bei demselben Krankheitsbild immer noch so stark gesellschaftlich unterschieden? Während Menschen mit Typ-1-Diabetes viel Mitleid und zugleich Bewunderung für Ihre „Situation“ – für die sie absolut nichts können! – erhalten, so ernten Menschen mit Typ-2-Diabetes stattdessen viel Spott und kämpfen gegen Stigmatisierung. Denn schließlich haben sie sich die Situation ja „selbst eingebrockt“, oder? Nun, diese Frage möchte ich in diesem Blogbeitrag nicht debattieren. Stattdessen möchte ich Bewusstsein dafür schaffen, wie viel wir doch miteinander gemeinsam haben.

Im Januar hatte ich die große Ehre beim t1day in Berlin mit dabei sein zu dürfen. Also ein Community-Treffen inkl. Vorträge für Menschen mit Typ-1-Diabetes. Und nein, ich habe zwischenzeitlich nicht das „Lager“ gewechselt… 😉 Die zwei Tage vor Ort waren super interessant – auch mit Typ-2-Diabetes! Ich habe nicht nur informative Vorträge über Sensoren, Pumpen und Looping-Systeme gehört, sondern hatte auch die Möglichkeit gehabt, viele tolle Persönlichkeiten aus der Community sowie von Unternehmensseite kennenzulernen.
Ich habe die Menschen vor Ort als sehr offen, warmherzig und interessiert wahrgenommen, was die einzelnen Gespräche umso schöner gestaltete. Doch es gab zwei Dinge, die mir persönlich immer wieder aufgefallen sind und ich irgendwie auch schade fand. Zum einen, die Reaktion auf meine Aussage, dass ich nicht Typ-1-Diabetikerin bin und zum anderen, die doch relativ großen Wissenslücken über Typ-2-Diabetes. Versteht mich nicht falsch – jeder im Raum wusste, was Typ-2-Diabetes ist. Doch es war in etwa vergleichbar, wie wenn ich mich mit einer Freundin darüber unterhalten würde. Die Basis war da, doch das Verständnis im Detail fehlte oftmals. Und da fragte ich mich, wie kann es sein, dass Menschen mit Typ-1-Diabetes, die absolute Insulin-Profis – sowohl in der Technik, als auch in der Praxis – sind, leider so wenig über Typ-2-Diabetes wissen. Gerade auch unter dem Aspekt, dass Typ-2-Diabetes rund 95% aller Menschen mit Diabetes in Deutschland ausmacht.
Ich glaube, auch hier lässt sich die Antwort im Blickwinkel der Gesellschaft wiederfinden. Die Gesellschaft muss aufhören, aufgrund von Unwissenheit, Menschen mit Typ-2-Diabetes zu stigmatisieren und stattdessen mehr Aufklärung sowie Prävention zu betreiben. Mit dem wachsenden Know-How kommt das Verständnis. Und das wiederum führt zu mehr Akzeptanz. Letztendlich sitzen wir alle im selben Boot, egal, ob Typ-1- oder Typ-2. Und egal, ob es um Sport, Ernährung, Medikation, Urlaubsvorbereitungen oder eine Schwangerschaft geht, am Ende kämpfen wir alle gegen dieselbe Art von Stigmatisierung. Nur halt aus anderen Blickwinkeln. Doch was können wir dagegen aktiv tun?

Hast Du schon mal von der #SagEsLaut-Kampagne gehört? Mit der Bewegung von Deine Diabetes-Stimme der Deutschen Diabetes Hilfe richten Menschen mit Diabetes ihre Wünsche und Forderungen an die Politik und Gesellschaft. Was anfangs eine Bewegung für Typ-2-Diabetes war, bekommt nun 2023 einen neuen Fokus. Und zwar soll die Kampagne Menschen mit Typ-1 und Typ-2-Diabetes zusammenführen sowie die Gemeinschaft stärken und mehr Aufmerksamkeit für die Gemeinsamkeiten schaffen. Somit bekommt die Kampagne dieses Jahr den Zusatz #SagEsSolidarisch.
Die neue Kampagne ist bereits am 30. März online gegangen und fokussiert sich am 6. April zum Tag des Sportes auf das Thema „Diabetes und Sport“. Ich würde mich freuen, wenn Du Fiorella (Typ-1-Diabetes, @fiorella_t1d) und mich dabei unterstützt, gemeinsam mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema zu schaffen und somit Stigmatisierung keine Chance mehr zu geben. Mehr Infos findest Du unter www.diabetes-stimme.de oder direkt auf Instagram (@deutschediabeteshilfe).
Quellen:
Caros Kolumne
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!
von Caro
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diahexe postete ein Update vor 4 Tagen, 4 Stunden
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 4 Tagen, 3 Stunden
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747


