Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #1 | Wie alles begann…

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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: Wie alles begann... | Foto: Dariia – stock.adobe.com
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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #1 | Wie alles begann…

Ein kleiner roter Fleck an den Unterschenkeln erschien harmlos, blieb aber hartnäckig bestehen. Was Caro zunächst für eine allergische Reaktion hielt, war der Beginn einer langen Suche, die schließlich mit der Diagnose Typ-2-Diabetes mit nur 27 Jahren resultierte. Erfahrt im ersten Teil ihrer Kolumne, wie ihre außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes begann.

Meine Reise startete mit einem kleinen roten Fleck. Ein Fleck, so unscheinbar, dass man ihn als einen alltäglichen Bluterguss wahrnahm. Doch das dieser rote Fleck einmal mein Leben retten und dieses um 360° Grad auf den Kopf stellen würde, dass wusste zu diesem Zeitpunkt niemand.

Doch beginnen wir von vorne…

Ein kleiner, rötlicher Fleck, der nicht verschwinden wollte…

Ich war nie der typische sommerliche Bein-Zeiger. Was dazu führte, dass meine Beine einfach nur käsig, wie die Ummantelung eines Camemberts, waren. Bemalt mit vielen kleinen Muttermalen und dem ein oder anderen blauen Fleck. Oh ja, ich hatte bisher schon einige blaue Flecke. Nicht zuletzt aufgrund eines sehr schlechten Bindegewebes.

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Im November 2019 entdeckte ich einen neuen kleinen rötlichen Fleck. Er war zu dem Zeitpunkt der Einzige an meinen nackten, käsigen Schienbeinen. Wahrscheinlich ein Mitbringsel aus meinem letzten Urlaub, der vor wenigen Tagen endete. Doch das Komische dieses Mal war, dass er nach 4 Wochen immer noch nicht verschwunden ist und sogar ein neuer sowie ähnlich ausschauender Freund dazukam. War ich zu diesem Zeitpunkt beunruhigt? Auf keinen Fall. Hatte ich vor zum Arzt zu gehen? Erstmal abwarten. Vielleicht brauchte die Heilung dieses Mal einfach mehr Zeit als sonst…

Wochen vergingen und bis Ende April hatten sich mittlerweile viele kleine Flecken gebildet gehabt. Alle hielten sich hartnäckig und wurden dunkler mit der Zeit, was dazu führte, dass ich sie nicht mehr länger ignorieren konnte. Lange Rede, kurzer Sinn – es war höchste Eisenbahn zum Hautarzt zu gehen. Ein Anruf hier und da und schon bald saß ich im Wartezimmer.

Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #1 | Wie alles begann… | August 2018 | Foto: privat
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #1 | Wie alles begann… | Juli 2020 | Foto: privat

Caros Beine im August 2018 (links) sowie im Juli 2020 (rechts). | Fotos: privat

Ich erinnere mich an das Gespräch, als wäre es erst gestern gewesen. Der Hautarzt vermutete, dass es wahrscheinlich eine sehr verspätete allergische Reaktion auf die Mückenstiche seien, die ich mir im Sommerurlaub 2018 durch Tigermücken am Gardasee eingefangen hatte (siehe Bild links). Doch mit einer täglichen Portion Kortisonsalbe für die nächsten 14 Tage, sollten die Flecken zeitnah wieder verschwinden. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie unfassbar erleichtert ich über diese Aussage war. Etwas Kortisonsalbe und schon verschwinden meine kleinen neuen Begleiter – wie durch Zauberhand. Pünktlich zum Sommeranfang!

Caro im Video-Porträt:
„Die Diagnose war für mich ein Signal zum Aufwachen“

Doch es sollte vorerst eine Illusion bleiben. Denn auch nach 12-wöchiger Behandlung mit der Kortisonsalbe waren die Flecken unverändert sichtbar. Der nächste Behandlungsansatz sah vor, dass wir eine Hautprobe entnahmen, um nun der Ursache auf den Grund zu gehen. Gesagt, getan!

Leider lieferte die erste Probenentnahme kein eindeutiges Ergebnis. Die Vermutung des Labors war, dass es sich um eine Art „Verkapslung der Mückenstiche“ handle. Doch war die Aussage in dem Ausmaß überhaupt realistisch? Da man Verkapslungen nicht behandeln, sondern lediglich operativ entfernen kann, wollte ich mir unbedingt eine zweite Meinung einholen. Auf Empfehlung meines Hautarztes hin, sollte ich einmal die Hautklinik der Uniklinik aufsuchen. Ich weiß noch, wie ich vorne an der Rezeption stand, wartend auf meine Überweisung, als mein Hautarzt nochmal zu mir kam und mich fragte, ob ich Diabetes hätte. Wie lächerlich, dachte ich. Sowas bekommen nur alte Leute…

Neuer Anlauf bei der Hausärztin – nun für einen Bluttest

Mittlerweile war Spät-Sommer und auch meine Freundinnen hatten meine Flecken an den Unterschenkeln entdeckt. Ich erinnere mich noch, wie ich einer Freundin erzählte, wie frustriert und verzweifelt ich doch war, da es bislang keine Lösung gab und alles mehr oder weniger ins Schwarze verlief. Da meine Freundin zu dem Zeitpunkt selber mit schweren hormonellen Haut-Unreinheiten zu kämpfen hatte, schlug sie mir vor, ein Blutbild bei meinem Hausarzt machen zu lassen. Vielleicht läge der Ursprung in einem Nährstoffmangel. Klang wahrscheinlich, oder?

Mitte September saß ich also bei meiner Hausärztin zur Blutabnahme. Für den 18. September war bereits der Termin zur Ergebnis-Besprechung angesetzt. Am Morgen der Ergebnis-Besprechung musste ich nochmals einen kleinen Bluttest machen. Wofür genau, wusste ich nicht. Doch die Ärztin würde es mir im Nachhinein erklären. Also, ließ ich mir nochmal ganz tapfer Blut abnehmen, ging zurück ins Wartezimmer und wartete darauf aufgerufen zu werden.

Angekommen im Sprechzimmer, setzte ich mich auf den Patientenstuhl gegenüber vom Schreibtisch der Hausärztin und wartete geduldig auf den Befund. Vorausgesetzt, es gäbe einen. Meine Vermutung lag bei einem Magnesium oder Eisenmangel. Doch behielt ich recht?

Meine Hausärztin schaute auf ihren Computer und sagte zu mir „Frau R., ich sage Ihnen jetzt einfach wie es ist: Sie haben Diabetes.

Caros Kolumne

Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Caros Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!

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von Caro

Caro ist unser Diabetes-Anker „Original“ und schreibt seit 2020 über ihr junges Leben mit Typ-2-Diabetes. Aufgrund ihrer aufgeschlossenen Art und gesunden Neugier testet sie sich gerne durch die aktuellen Food-Trends und ziert sich nicht vor ehrlichen Reviews! Besonders liegt es ihr am Herzen, die Gesellschaft Diabetes-freundlicher zu gestalten und Betroffenen aufzuzeigen, dass ein gutes Leben TROTZ Diabetes möglich ist!

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 21 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Tagen, 14 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
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