- Psyche
Bilder sprechen lassen
2 Minuten

Gewohnheiten zu ändern, ist schwer – viele kennen das. Denn bei vielen hieß es wahrscheinlich, als die Diagnose Diabetes, vor allem bei Typ-2-Diabetikern, gestellt wurde: „Ab jetzt müssen Sie sich ausgewogen ernähren und sich mehr bewegen“, oder so ähnlich. Der Vorsatz entsteht vielleicht im Kopf, aber dann? Auf einer Fortbildungsveranstaltung gab ein Mentalcoach dazu Ratschläge.
„Wenn Sie so weitermachen, leben Sie statistisch 10 Jahre kürzer.“ Ändern Sie Gewohnheiten, wenn Ihnen das jemand sagt? Wahrscheinlich bekommen Sie zwar einen Schreck – aber Ihre Gewohnheiten ändern werden Sie kaum. Die Ursache: „Unser Gehirn über Zahlen zu motivieren, funktioniert nicht.“ Das sagte der Mentalcoach Steffen Kirchner aus Vilsbiburg während der vom Unternehmen Berlin-Chemie veranstalteten Fortbildungsveranstaltung „Stoffwechsel in Balance“ Anfang Juni in Berlin.
Bilder sagen mehr als Zahlen
„Bilder hingegen sind effektiver – sie bilden sich sofort, wenn wir etwas hören. Nun zeigt Ihnen jemand das Lebenslineal [siehe Abbildung]: Es hat 100 Lebensjahre, von links werden die bereits gelebten Jahre weggeknickt, von rechts die Jahre über dem Lebensalter, das durchschnittlich zu erwarten ist. Übrig bleiben die Lebensjahre, die voraussichtlich noch zu erwarten sind. Ein klares Bild, das mehr sagt als tausend Zahlen: So viel Leben ist vorbei, so viele Jahre bleiben, um das Leben zu leben! Da fragt man sich doch eher, was man daraus macht …“

Problem erkennen – Wege finden
Einfach ist auch das nicht, denn, so Kirchner: „Alles, was ein Mensch mal gelernt hat, kann er nicht mehr verlernen.“ Und: „Ein Mensch ist das Produkt seiner Gewohnheiten.“ Aber macht man den ersten Schritt, nämlich akzeptieren, dass es ein Problem gibt, kann man weiterkommen. Der nächste Schritt ist, sich klarzumachen, dass es zu einem Problem normalerweise nicht nur einen Weg zur Lösung gibt, sondern mehrere – so dass man entscheiden kann, welchen man einschlagen möchte.
Offen zu sein für viele Eindrücke, ist dabei wichtig. Wie schwierig auch das ist, ließ Kirchner die Teilnehmer erfahren: Er bat sie, sich in kurzer Zeit fünf rote Dinge im Raum zu merken – und bat anschließend darum, ein grünes Ding genannt zu bekommen. Die Erinnerung ließ einen im Stich! Alles das gilt auch für den Umgang mit dem Diabetes.
Positives am Problem finden
Um Probleme zu lösen, benötigt man Energie. „Wo die Aufmerksamkeit hingeht, fließt die Energie hin“, sagt Kirchner. Er empfiehlt deshalb, sich zuerst um sich selbst zu kümmern, nicht um die Krankheit. Er vergleicht das mit einem sportlichen Wettkampf: Wer sich vorrangig um den Gegner kümmert, hat schlechtere Karten. Hinzu kommt, dass eine positive Lebenseinstellung sinnvoll ist: „Glückliche Menschen leben kein anderes Leben – die schauen nur anders hin.“
Eine Liste kann helfen, das Positive zu finden: Was ist das Gute am Problem? Was ist das Schlechte? „Im größten Problem steckt immer auch das größte Entwicklungspotential.“ Aber es gilt genauso, so Kirchner: „Jeder hat das Recht, sein Leben gegen die Wand zu fahren.“ Mit diesem Für und Wider kann man aktiv werden – was „einfach, aber nicht leicht“ ist.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (8) Seite 12
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lena-schmidt postete ein Update vor 6 Tagen, 5 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?





Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße