DIAlog – Die Renovierung

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DIAlog – Die Renovierung

„Also, weißt du, das Ganze mit der Renovierung war eher so… bildlich gemeint.“ Verzweifelt ließ ich meinen Blick schweifen.

Der Diabetes hingegen sah mich mit unschuldigen Augen an. „Was meinst du?“

„Under construction“ – die Renovierung beginnt

Ich kickte einen der herumliegenden Kartons weg. Es hatte doch so schön geklungen. Einfach einmal alles abreißen und von vorne beginnen. Doch der Diabetes hatte es jetzt schon geschafft, drei Farbeimer zu verschütten, mir mit dem Hammer auf den Daumen zu hauen und irgendwas ist zwischendurch in Flammen aufgegangen.

Quelle: Huda Said

Kurz: Es war eine reinste Baustelle.

Da hatte ich nun lang und breit große, dramatische Reden geschwungen – doch was brachte es, etwas ändern zu wollen, wenn nichts geschah?

Als ich von anderen Menschen mit unfreiwilligen Mitbewohnern las und mit ihnen sprach, konnte ich nicht anders, als mich für einen Moment erleichtert zu fühlen. Zu wissen, dass sie mit denselben Problemen zu kämpfen hatten, gab mir einen kleinen Trost. Gleichzeitig war da am Ende meistens dieses kleine „ich hab die Kurve gekriegt“, das wunderschöne „keine Ahnung, wie ich damals diese Werte ausgehalten habe“, der Erfolg.

Letztendlich sitze ich dann da und schäme mich ein wenig, aber kann nicht anders, als neidisch zu sein und mich zu fragen: Warum können der Diabetes und ich nicht auch einfach in einem Bilderbuch-IKEA-Häuschen leben?

Als ich es wagte, diesen Gedanken mit dem Diabetes zu teilen, konnte er sich vor Empörung kaum zurückhalten. „Du willst, dass ich so bin wie alle anderen?“, erboste er sich, „entschuldige, aber ich bin einzigartig. Unique. Nicht so ein Mainstream-Ding. Also echt mal, ein bisschen Respekt bitte.“ Mit diesen Worten zischte er ab und Momente später hörte ich ihn Fensterscheiben einschlagen.

Mein Diabetes und seine persönliche Krise

Toll, jetzt hatte ich selbst meinem Diabetes eine Identitätskrise verschafft.

Dabei wollte ich doch am liebsten nur alle an den Schultern packen und fragen: WIE???

Warum konnte es nicht einfach ein YouTube-Tutorial geben? Himmel, selbst für eine Anleitung auf Chinesisch wäre ich dankbar.

Stattdessen war ich überfordert und gleichzeitig genervt von mir selber. Es konnte doch nicht sein, dass ich mit acht meinen Diabetes besser unter Kontrolle hatte als mit achtzehn?

Aber vielleicht lag ja hier das Problem. Vielleicht muss man manchmal selbst den Diabetes neu kennenlernen. Vielleicht war es deswegen nicht verwunderlich, dass er mich auslachte, wenn ich mich stundenlang im Internet vertiefte. Low Carb? Praxiswechsel? Closed-Loop-System? Neue Pumpe? Oder sogar zurück zum Pen?  Als ob sich hinter all diesen Möglichkeiten ein Wunder verbergen würde. Doch manchmal war man eben selber für seine Wunder zuständig – welches eben nicht daraus bestand, dass miserable Werte plötzlich grandios wurden, sondern mit allem dazwischen.

Quelle: Huda Said

Deswegen bin ich gerade nun mal frustriert. Und mein Frust zeigt mir, dass es mir eben nicht mehr egal ist, welche Zahl auf dem Display steht. Sich einen Moment zu nehmen, das Gefühl für den Diabetes zurückgewinnen. Wie ein alter Bekannter, den man eine Weile nicht gesehen hatte. Ganz Grundsätzliches zu hinterfragen – und sei es auch nur, ob man aus Gewohnheit x Einheiten für die morgendliche Müslischüssel abgab oder ob das tatsächlich so stimmte.

Das mag zwar nach lächerlich wenig klingen, aber es ist ein erster Schritt. Wenigstens eine von tausend Herausforderungen lösen, auch wenn der Rest noch nicht klappt. Ein Anfang. Und war es nicht das, wonach ich die ganze Zeit suchte?


Hier findet ihr die ersten beiden Teile von Hudas Diabetes-Renovierung:

DIAlog – die Begegnung und DIAlog – der Geburtstag

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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