Die Psyche bei Diabetes – sprich mit anderen!

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Die Psyche bei Diabetes – sprich mit anderen!

Diabetes kann sehr einschränken

Wer an Diabetes erkrankt ist, lebt tagtäglich mit vielen Belastungen. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen, Medikamenteneinnahme und Insulininjektionen sind vor allem für Typ-1-Diabetiker ein Muss, bei Typ-2-Diabetikern zum Teil auch erforderlich. Das ständige Tragen von Geräten oder Sensoren am eigenen Körper kann als lästig empfunden werden. Unterzuckerungen und deren akute Auswirkungen, hohe Blutzuckerwerte und die Sorge vor Folgeerkrankungen haben Betroffene ständig im Kopf.

Jede noch so kleine Mahlzeit und sportliche Betätigung müssen, wenn auch manchmal unterbewusst, unter die Lupe genommen werden. Außerdem können Sorgen des Partners, Kontrolle durch die Eltern, der strenge Blick des Diabetologen, arbeitsrechtliche Fragen und mehr den Alltag von Diabetikern negativ beeinflussen. Die Liste möglicher Stressfaktoren, die der Diabetes auslöst, kann beliebig fortgeführt werden.

Den Diabetes zu akzeptieren, fällt oft schwer

Die wenigsten Betroffenen bekommen für dieses Mehr an Belastung einen Ausgleich. Sie arbeiten weiterhin so viel wie vor der Diagnosestellung, sind mit genauso vielen Bedürfnissen und Anforderungen ihrer Partner oder Familienangehörigen konfrontiert und managen parallel den Rest ihres Lebens wie zuvor auch. Es ist also kein Wunder, dass der Großteil der Betroffenen den Diabetes als unerwünschten Gast ansieht, der viel Negatives und wenig (oder gar nichts) Positives ins eigene Leben gebracht hat. Ein friedliches Arrangement mit diesem ungebetenen Gast zu schließen, ist eine Herausforderung.

Diese kann bewältigt werden, wenn Betroffene auf genügend Unterstützung beispielsweise von der Familie, anderen Betroffenen oder Diabetes-Experten zurückgreifen können – und sich die Menge der sonstigen Stressfaktoren in einem zu bewältigendem Rahmen befindet. Dies ist allerdings nicht bei allen Menschen mit Diabetes der Fall. Dann kann es sein, dass das Diabetesmanagement leidet. Ärzte sprechen dann oft von „Akzeptanzproblemen“.

Auch die Psyche leidet

Ähnlich verhält es sich, wenn Betroffene unter psychischen Störungen leiden, wie Depressionen, Angststörungen oder Essstörungen. Eine solche Begleiterkrankung führt zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität und der körperlichen Gesundheit.

Zum Beispiel berichten manche Menschen, die unter Panikattacken leiden, dass sie diese nicht von den Symptomen einer Unterzuckerung unterscheiden können. Infolgedessen essen die Betroffenen vorsorglich immer etwas mehr, um so niedrigen Zuckerwerten, und möglicherweise entstehenden Panikattacken, vorbeugen zu können – und bekommen alle drei Monate die Rechnung in Form eines erhöhten HbA1c.

Andere befürchten, dass Insulin dick macht – und sehen die lebensnotwendige Therapie als „Feind“ an, der gegen das Ziel, dünn zu bleiben, arbeitet. Wiederum anderen fehlt gänzlich der Antrieb, sich mit der Erkrankung ausreichend auseinanderzusetzen oder sie vergessen beispielsweise ihre Blutzuckermessungen.

Spezialisten können helfen

Wer unter solchen Problemen leidet – oder den Eindruck hat, dass psychische Faktoren dem Diabetesmanagement in die Quere kommen – kann sich Hilfe bei spezialisierten Psychologen und Psychotherapeuten suchen. Nicht immer ist erkennbar, welche der niedergelassenen Psychotherapeuten sich mit Diabetes auskennen – hier empfiehlt es sich, direkt nachzufragen oder sich im Internet unter www.diabetes-psychologie.de zu informieren.

Für Psychologen, die in der Regel in Kliniken arbeiten, gibt es die Weiterbildung zum „Fachpsychologen Diabetes“, für Psychotherapeuten, die meist in eigener Praxis tätig sind, die Weiterbildung zum „Psychodiabetologen“. Letztere wird allerdings bisher nur in Rheinland-Pfalz anerkannt. Die Psychotherapeutenkammern anderer Bundesländer planen allerdings bereits, ebenfalls eine Weiterbildung für Psychotherapeuten zu Psychotherapie bei Diabetes in ihre Weiterbildungsordnung aufzunehmen und somit für ein umfassenderes Angebot an diabetesspezifischer Psychotherapie zu sorgen.

Kostenloses Angebot an der Mainzer Uni

Ein regionales und kostenloses Angebot für die Mainzer Umgebung existiert momentan in der Poliklinischen Institutsambulanz für Psychotherapie der Universität Mainz. Dort können interessierte Personen mit Diabetes zwischen 18 und 75 Jahren an einer Gruppe teilnehmen, die die Stressbewältigung bei Diabetes fördern soll. Die jeweils sechs Treffen der Kleingruppen finden getrennt nach Typ-1- und Typ-2-Diabetes statt und werden von Psychologen geleitet, die sich speziell im Bereich Diabetes fortgebildet haben.

Interessierte können noch bis März 2018 im Sekretariat der Institutsambulanz unter Tel. 06131/3939100 mit dem Stichwort „Diabetesgruppe“ ihre Kontaktdaten hinterlegen und werden dann zeitnah zurückgerufen. Die Gruppentreffen werden zu verschiedenen Terminen angeboten und finden in der Regel abends statt, so dass auch berufstätige Betroffene teilnehmen können. Die Institutsambulanz ist verkehrsgünstig in der Nähe des Mainzer Hauptbahnhofs gelegen.

Die Psychodiabetologin und Psychotherapeutin Dr. Lara Gomille, tätig in der Poliklinischen Institutsambulanz der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, hat diesen Gastbeitrag für die Blood Sugar Lounge über das Thema „Diabetes und Psyche“ verfasst.
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  • Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.

  • olivers postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂