- Eltern und Kind
Nachgefragt | Medizin: Große Schwankungen – warum ist bei Christian im Urlaub alles anders?
2 Minuten
Sie haben medizinische und/oder psychosoziale Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Die Experten des Diabetes-Eltern-Journals geben Ihnen in der Rubrik Nachgefragt Antwort!
Die Frage
Bei unserem Sohn Christian (11 Jahre) wurde vor einem Jahr Diabetes festgestellt. Insgesamt kommt Christian mit seinem Diabetes zur Zeit gut zurecht – außer in den Ferien. Dann schwanken seine Werte oft erheblich, manchmal sind sie sehr hoch, bis 300 mg/dl (16,7 mmol/l), manchmal sehr niedrig, um 40 md/dl (2,2 mmol/l).
Diese starken Schwankungen können wir uns oft nicht erklären und sind ratlos, vor allem, weil bestimmte “Muster” oder Tendenzen im Tagesverlauf für uns nicht zu erkennen sind. Sobald dann die Schule wieder angefangen hat, sind die Blutzuckerwerte wieder deutlich besser. Gibt es Erklärungen? Geht es anderen Kindern mit Diabetes ähnlich?
Ute B.
Die Antwort von Dr. Wolfgang von Schütz
So wie Christian geht es vielen Kindern. Ferien sind eine große Umstellung für den Stoffwechsel. Das beginnt schon auf der Fahrt in den Urlaub: Viel Stress und deutlich weniger Bewegung als sonst verursachen häufig hohe Blutzuckerwerte. Und am Ziel angekommen sind die Kinder meist körperlich viel aktiver als zu Hause. Das bedeutet oft: zu niedrige Werte.
Vor allem aber ändert sich der Tagesablauf im Urlaub drastisch. Morgens viel später aufzustehen und abends oft erst um Mitternacht zu Bett zu gehen, bringt den Tagesrhythmus völlig durcheinander. Hinzu kommt ein ungewohntes Nahrungsangebot, das richtige Berechnen der KH-Einheiten ist oft nicht möglich. Auch die gewohnten Korrekturregeln stimmen nicht mehr. Meistens wird zu viel Insulin bei zu hohen Werten gegeben oder auch zu wenige zusätzliche Kohlenhydrate, um anhaltenden Unterzuckerungen vorzubeugen. Nicht zu unterschätzen ist die oft deutlich entspanntere seelische Verfassung der Kinder: Der Stress des Schulalltages fällt weg, der Insulinbedarf sinkt. Andererseits kann positiver Stress im Urlaub durch viel Freude und Ausgelassenheit den Insulinbedarf erhöhen. Jedes Kind reagiert anders.
Dennoch gilt es, einige Grundregeln zu beachten. Wichtig ist vor allem, im Urlaub den Blutzucker viel häufiger zu messen. CGM- oder FGM-Systeme können jetzt sehr hilfreich sein. Meistens sinkt der Insulinbedarf in den Ferien deutlich, bei einigen Kindern um 50 (bis 70) Prozent, z. B. während langer Wanderungen oder beim stundenlangem Toben. Dann sollten Mahlzeiten-und Basalinsulin, vor allem aber auch das Basalinsulin zur Nacht, deutlich reduziert werden: Die Neigung zu niedrigen Werten hält oft bis in die zweite Nachthälfte an!
Schwere Unterzuckerungen sollten auf jeden Fall vermieden werden. Deshalb kann der mittlere Blutzucker in der Urlaubszeit durchaus höher liegen. Sehr wichtig ist es, nicht zu weit aufs Meer hinauszuschwimmen. Bei drohender Unterzuckerung müssen die Kinder immer rechtzeitig den Strand erreichen können. Besprechen Sie am besten alles ausführlich mit Ihrem Diabetesteam.
Zurück zu Hause dauert es meist etwas, bis sich wieder eine ausgeglichene Stoffwechsellage einstellt. Hierfür ist der Schulalltag sehr hilfreich, der dem Tag wieder eine Struktur gibt.
von von Dr. med. Wolfgang von Schütz
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2017; 10 (3) Seite 18
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stephanie-haack postete ein Update vor 4 Tagen, 18 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 4 Tagen, 20 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Tagen, 18 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
