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Im Weihnachtsstress: Atmen nicht vergessen!
3 Minuten
Ich sitze in einem Seminar, das ich nach 10 Minuten auf meiner Prioritätenliste mal eben etwas nach unten gestuft habe. Meine To-do-Liste platzt aus allen Nähten, eine Seite im Notizbuch reicht schon lange nicht mehr aus. Weihnachtsstress! Eigentlich habe ich einfach nur ein riesiges Bedürfnis nach Schlaf, aber dieses Verlangen muss sich auf der Liste ganz unten anstellen.

In meinem Kopf sieht es ungefähr so aus: „AHH! Was ist mit dem Fotokalender für die Oma, habe ich das Buch für den Bruder schon bestellt? Wann ist Zeit für die 15 Essays, die noch geschrieben werden müssen, die 7 Texte, die noch exzerpiert werden müssen? Und Hilfe, im Januar sind schon Klausuren! Steht das Weihnachtsmenü? Wann habe ich eigentlich das letzte Mal das Bad geputzt?“ Die Weihnachtsvorbereitungen könnten wahrscheinlich ohne Probleme eine 40-Stunden-Woche füllen, Tatsache ist aber: Ob Uni, Schule oder Job, alles geht nebenbei weiter.
Da war ja noch der Diabetes!
Wir können uns jetzt berechtigt fragen: Was für eine Rolle spielt der Diabetes in dem Chaos? Spielt er überhaupt eine? Was soll ich sagen? Bei mir passt der sich dem nicht ganz so an, wie ich mir das wünsche. Dafür ist mein Blutzucker ein perfektes Spiegelbild meiner momentanen Laune. Hoch, runter und runter und hoch und noch höher. Erst letzte Nacht bin ich zweimal unterzuckert aufgewacht, um dann eine halbe Stunde vor dem Weckerklingeln abermals von einem lauten Piepen aus dem Schlaf gerissen zu werden, dieses Mal hoch. In diesem Zustand stellt man sich dann immer wieder dem Tag, umgeben von blinkenden Lichtern, Weihnachtsfressbuden und verschiedenen Herausforderungen für den Blutzucker.

Die Feiertage sind für mich dabei wie ein Licht am Ende des Tunnels. Dabei geht es mir nicht mal um Weihnachten selbst, sondern vielmehr um die Tatsache, eine Stufe runterschrauben zu können und durchzuatmen. Vielleicht auch mal wieder ein klärendes Gespräch mit dem Diabetes führen? Halt! Will ich das? Habe ich dazu die Lust und Kraft, wenn ich endlich mal wieder durchatmen kann?
Verantwortung abgeben, Abhängigkeiten eingehen
Ich bin eine Person, die es hasst, sich von anderen Menschen oder Geräten abhängig zu machen. Trotzdem finde ich die Idee von Feiertagen, an denen Stress und Druck von mir abfallen, deutlich angenehmer als: „Hilfe! Familiäre Verpflichtungen – Hilfe! Essen überall – Hilfe! Wann schlafe ich?“
Gerade im Hinblick auf den Diabetes, der unter solchen Situationen als „Nebenherläufer“ leiden muss, suche ich nach kleinen Lösungsansätzen, die mich entlasten, mit denen ich ein kleines bisschen Verantwortung abgeben kann. Das fängt an bei Menschen in meinem Umfeld, die aus eigenem Interesse irgendwann mal gelernt haben, meinen Pod zu wechseln. Es kann so entlastend sein, einmal nicht die Person sein zu müssen, die aufsteht, um das Insulin zu holen und den neuen Pod fertigzumachen, wenn ein Podwechsel, wie jedes Mal, in einer unpassenden Situation ansteht.
Weiter geht es mit der Tatsache, als Diabetiker*in immer eine Tasche dabeihaben zu müssen. Manchmal nervt mich das, gerade wenn es nur für einen kurzen Spaziergang nach draußen gehen soll. Vielleicht habt ihr eine liebe Begleitung dabei, die euch ein bisschen „Last“ abnehmen kann. Und im Fresswahnsinn während der Weihnachtstage kann es manchmal schon helfen, wenn der Koch/die Köchin die Kohlenhydrat-Angaben zum Essen mitserviert und somit ein bisschen Rechnerei wegfällt. Es sind am Ende wahrscheinlich die Kleinigkeiten, die das Fass zum Überlaufen bringen und von denen wir uns lösen müssen.
Was sind eure Strategien und Geheimtipps gegen Weihnachtsstress?
Was sind eure Geheimtipps, um aus dem Weihnachtsstressloch eine Oase der Entspannung zu machen? Habt ihr Lösungen, ein bisschen was von der Verantwortung, die ihr 24/7 auf den Schultern tragt, abzugeben oder wenigstens für die Feiertage fallen zu lassen?

Wie findet ihr einen Mittelweg zwischen „der Diabetes kommt schon klar zwischen Keksteig, Glühwein, Stresshormonen“ und einem Kontrollzustand, in dem der Rest des vorweihnachtlichen Lebens zu kurz kommt?
Nicht vergessen dürfen wir trotzdem, dass wir immer aus einer sehr privilegierten Position von Stress reden und dafür ein Bewusstsein existieren sollte.
Macht es euch gemütlich! Stressfreie und erholsame Weihnachten!
Stress und der Blutzuckerspiegel – wie hängt das zusammen? Beate weiß es.
Ess-Stress an den Feiertagen: Darüber hat sich Martina Gedanken gemacht.
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moira postete ein Update vor 1 Tag, 1 Stunde
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3) -
moira postete ein Update vor 3 Wochen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 4 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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