- Eltern und Kind
Nachgefragt | Psychologie: Wie gelingt es, Kinder mit Diabetes selbstständiger werden zu lassen?
2 Minuten

Mit zehn Jahren möchte Louis mehr Eigenverantwortung für seinen Diabetes übernehmen – und beschwert sich, noch wie ein Kind behandelt zu werden. Prof. Dr. Karin Lange erklärt, was Eltern tun können, um Kinder mit Diabetes selbstständiger werden zu lassen.
Die Frage
Unser Sohn Louis (10) hat vor 5 Jahren Diabetes bekommen. Zu Beginn haben wir uns selbstverständlich um alles gekümmert, was seinen Diabetes betraf. Aber jetzt ist aus ihm ein selbstbewusster Schüler geworden. Vor kurzem beschwerte er sich, dass mein Mann und ich ihn „immer noch behandeln wie ein Baby“. Wie viel kann man einem Zehnjährigen selbst überlassen, ohne ihn zu gefährden?
Tina M.
Die Antwort von Prof. Dr. Karin Lange
Wie schön, dass Louis seinen Weg so gut gegangen ist und sich mit Ihrer Hilfe altersgemäß entwickeln konnte. Darauf können Sie stolz sein. Wahrscheinlich wird Louis in diesem Jahr die Schule wechseln und wie alle Kinder zunehmend selbstständiger werden (wollen). Er wird sich wie alle Gleichaltrigen geistig weiterentwickeln und dadurch auch komplizierte Zusammenhänge verstehen können. In den Jahren kurz vor der Pubertät sind Kinder dafür besonders aufnahmefähig.
Es braucht einige Zeit und Geduld, bis ältere Schulkinder diese Überlegungen mit Ihrer Hilfe nachvollziehen können. Und Louis wird noch ein paar Jahre Ihre Hilfe bei der Insulindosierung und bei anderen Aufgaben der Diabetestherapie brauchen, aber die “Sicherheitsleine” sollte langsam länger werden, bis er selbst zum Diabetes-Profi geworden ist.
Auch alltägliche Dinge können Sie mit ihm üben, z. B. zu schauen, ob ausreichend Insulin, Katheter etc. vorhanden sind, Nachschub in der Diabetesambulanz zu bestellen oder Rezepte einzulösen. Wahrscheinlich geht es schneller, wenn Sie das als Eltern rasch selbst übernehmen, aber Louis wird diese Fähigkeiten später brauchen, und er wird jetzt stolz sein, wenn er selbstbewusst handeln kann. Kinder wachsen an Aufgaben, die sie schon bewältigen können.
Antworten auf Ihre Fragen zu psychologischen Aspekten bei Kindern mit Diabetes
Selbstverständlich sollte ein Zehnjähriger nie mit seinem Diabetes alleingelassen werden, er sollte zu jeder Zeit die Möglichkeit haben, Sie um Rat zu fragen. Aber er sollte auch das Gefühl haben, dass Sie ihm vertrauen, d. h. nicht mehr ständig ohne wichtigen Anlass nach seinem Diabetes fragen. Und Sie sollten auch überlegen, ob Sie ihn wirklich ständig mit der Follower-Funktion überwachen sollten.
Nach vielen Jahren der Diabetestherapie müssen eben auch Eltern schrittweise lernen, ihren Kindern altersgemäß Verantwortung zu überlassen und sie nicht mehr jede Minute zu überwachen. Besprechen Sie regelmäßig mit Louis, was er schon allein übernehmen möchte und wobei er sich Hilfe wünscht oder benötigt. Gemeinsam getroffene Absprachen geben Eltern und Kindern die notwendige Sicherheit.
Prof. Dr. Karin Lange ist Diplom-Psychologin und Fachpsychologin Diabetes DDG. Sie war bis 2023 Leiterin der Forschungs- & Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie entwickelte diabetologische Schulungsprogramme, schreibt Leitlinien und schult Behandelnde.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2024; 14 (2) Seite 19
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multi postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Doppel-Diabetes vor 6 Tagen, 20 Stunden
Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.
olivers postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliver- gunnar83 antwortete vor 1 Tag, 4 Stunden
Hey Oliver, kannst mich gerne mal anschreiben. Viele Grüße
Gunnar @gunnar83: hallo, aktuell im Frankfurter Raum. Wir können aber gerne mal ein Treffen organisieren, zwecks Austausch.
Viele Grüße
Oliver
zojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂



