Zwei Schritte für ein angenehmeres Leben mit dem Diabetes-Monster!

3 Minuten

Community-Beitrag
Zwei Schritte für ein angenehmeres Leben mit dem Diabetes-Monster!

wPbpam6t0sxNseSmp2AT8oO2p67RtxuBb-dkQVbCp1A

Ein besseres Leben mit Diabetes wünschen wir Diabetiker uns doch alle irgendwie. Besser geht’s immer! Ich kann leider mangels gewisser Fähigkeiten keine Pumpe oder Messgerät entwickeln, welches uns allen gleich gut gefällt und unser aller Leben verbessern kann. Jeder von uns ist anders. Der eine will schlauchlos, der andere will W-Lan, die andere braucht Touchscreen oder Licht und wieder eine andere nutzt gerne einen Bolusrechner. Vielleicht verbindet das ja irgendeiner mal in ein Non-Plus-Ultra-Gerät, welches es tatsächlich schafft, unser Leben mit Diabetes nachhaltig zu verbessern. Aber bis dahin versuche ich es, mit meinen noch recht neuen Erfahrungen als junge Frau mit Diabetes mellitus Typ 1 zu helfen, wo ich kann.

Vor gut eineinhalb Jahren wurde bei mir Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert, ich war 22 Jahre alt und mitten in meinem Studium. Natürlich war das erst einmal ein Schock. Ich wusste absolut nichts über diese Autoimmunkrankheit und zu dem Zeitpunkt der Diagnose ging es mir körperlich extrem schlecht. So verbrachte ich mein viertes Semester damit, mehr über diesen Diabetes zu erfahren und als Teil von mir in meinem Leben zu akzeptieren, anstatt ordentlich für mein Studium zu arbeiten und mich voll darauf zu konzentrieren. Aber das brauchte ich auch! Dann nahm ich mir ein Jahr Uni-Auszeit. Lebte, lernte meinen Körper mit Diabetes kennen, verstand, ERlebte. Und vor allem erfuhr ich eins: Ich bin nicht alleine! Es gibt viele von meiner Sorte, allesamt Menschen mit Diabetes – und sie leben, sind glücklich, reisen, essen alles, was ihnen schmeckt, gehen auf Abenteuer, online und offline. Es half mir sehr, meinen neuen Begleiter in meinem Leben zu akzeptieren. Und das war sehr wichtig. Denn Akzeptanz ist der erste Schritt für ein besseres Leben mit Diabetes.

Immer wieder lerne ich Menschen da draußen kennen, die ihren Diabetes entfernen wollen, am liebsten wegoperieren lassen würden. Sie fühlen sich damit unwohl, schämen sich, verstecken sich damit, fühlen sich wie ein anderer Mensch, auch nach Jahren mit der Krankheit. Das führt meist dazu, dass sie wenig über den Diabetes wissen, sich vielleicht weniger um sich und ihren Begleiter kümmern. Vor einiger Zeit fragte mich jemand: „Kann ich mit Diabetes jemals wieder glücklich werden?“ Und ich antwortete: JA! – Dafür ist es wichtig, sich mit dem Diabetes zu verbünden und ihn mit in sein eigenes Boot zu holen. Er ist nun ein Teil von dir. Er ist nicht du und du bist nicht er, aber ihr seid ab jetzt unzertrennlich und es wäre besser, wenn ihr euch direkt versucht „anzufreunden“, statt euch nur zu streiten. Diabetes darf nicht dein Leben bestimmen, sondern du bestimmst über den Diabetes und er hat ausnahmsweise die Ehre, mit dir zusammenarbeiten zu dürfen – er hätte sich ja auch jemand anderen aussuchen können. Du hast die Leine in der Hand. Das habe ich auch bei den anderen Menschen mit Diabetes, die ich im Laufe der letzten eineinhalb Jahre kennen lernen durfte, gelernt. Und somit wären wir schon beim zweiten Schritt für ein besseres Leben mit Diabetes: Finde andere, denen es genauso geht, wie dir. Sei es on- oder offline. Sei es nur als Stiller Zeitungs- oder Blogleser, als Schreibwütiger in der Diabetes Online Community oder im echten Leben bei Stammtischen oder auf Diabetestagungen. Tausch dich aus, lass deine Sorgen raus, lerne das Neueste aus der Diabetestechnik kennen und finde heraus, dass andere Menschen da draußen die gleichen Probleme haben, wie du! Nichts hat mir so sehr geholfen, wie der Austausch mit anderen Menschen mit Diabetes. Wir alle stellen uns unseren Ängsten und Problemen mal besser, mal schlechter. Kein Tag ist gleich.

Es hat mir einfach schon gereicht, zu realisieren, dass uns alle etwas Besonderes verbindet. Manchmal kommt die Akzeptanz auch erst nach dem Austausch mit anderen Diabetikern. Die Reihenfolge dieser zwei Schritte ist nicht wichtig. Nur DASS sie passieren, kann euch nachhaltig in eurem Leben mit Diabetes beeinflussen und helfen. Und dass ihr diesen Text hier gelesen habt, ist schon ein Schritt in die richtige Richtung 🙂

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen

Mit dem Insulinpen sein Insulin zu spritzen, klingt zunächst erst einmal einfach. Aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit die Therapie gut funktioniert. Diabetesberaterin Regine Werk erklärt, worauf es ankommt.
Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen | Foto: Goffkein - stock.adobe.com

3 Minuten

Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause

Der Februar ist da – und mit ihm die Zeit, in der viele Menschen mit einer gewissen Skepsis auf ihre individuellen Neujahrs-Vorsätze schauen. Hält die Motivation noch oder hat sich der Alltag mit seinen kleinen Versuchungen wieder durchgesetzt – insbesondere bezüglich der nun anstehenden Faschingszeit? Gerade für Menschen mit Diabetes sind gute Vorsätze ein zentraler Baustein ihrer Therapie.
Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause | Foto: Petra Fischer – stock.adobe.com

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

Verbände