- Soziales und Recht
„Ängste von Diabetes-Patienten werden geschürt“
2 Minuten

Der Deutsche Diabetiker Bund hat kritisch Stellung bezogen zum Bestandsmarktreport 2014 der TK. Die Krankenkasse spiele mit Patientängsten und habe dabei lediglich wirtschaftliche Vorteile im Blick.
Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) kritisiert die Vorgehensweise der Techniker Krankenkasse, mit der Veröffentlichung ihres Bestandsmarktreportes 2014 Patienten zu verunsichern.
Bei dem Report, der in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen und dort Prof. Dr. Gerd Glaeske entstand, handele es sich um eine Veröffentlichung, die den heutigen wissenschaftlichen Anforderungen nicht genüge und offensichtlich über die Hintertür den gesetzlich geregelten Wegfall der Nutzenbewertung für den Bestandsmarkt wieder einführen soll, so der DDB.
Nicht den Anforderungen entsprechend und widersprüchlich
Der Bestandsmarktreport untersuchte 17 Arzneimittel aus drei Wirkstoffgruppen und stellt die Behauptung auf, dass Antidiabetika wie GLP-1-Analoga und DPP-4-Inhibitoren keine patientenrelevanten Vorteile hätten.
Der Deutsche Diabetiker Bund weist darauf hin, dass die Bewertung der Techniker Krankenkasse den gesetzlichen Anforderungen, die ursprünglich für die Nutzenbewertung des Bestandsmarkts gegolten haben, nicht entspricht und überdies den vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) durchgeführten Verfahren und dessen Ergebnissen widerspricht.
Zusatznutzen wurde nicht auf tatsächlicher Grundlage bewertet
Der DDB-Bundesvorsitzende, Rechtsanwalt Dieter Möhler, hierzu: “Das verwendete Ampelmodell, mit dem die Ergebnisse dargestellt werden und bei dem alle Diabetesmedikamente durchfielen, spricht allenfalls den minderen Intellekt an.”
“Im Nutzenbewertungsverfahren wies beispielsweise das Medikament Sitagliptin (Handelsbezeichnung Januvia) von MSD, laut G-BA, einen Zusatznutzen auf”, so Möhler weiter, “Medikamenten aus dem Bereich der Gliptine wurde kein solcher Zusatznutzen attestiert. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass sich die Nutzenbewertung an Studien ausrichtet, damit aber keineswegs eine Krankenversicherung als Behauptung für sich in Anspruch nehmen kann, der Zusatznutzen sei auf tatsächlicher Grundlage bewertet worden.”
Ängste schüren, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen
Der DDB kritisiert, dass in allgemein zugänglicher Weise auf angebliche Risiken nach Markteinführung verwiesen wird, ohne weitere später verfügbare, aktuelle Daten zu berücksichtigen, die beinhalten, dass sich eben gerade diese Risiken, die den Patienten offenbart werden, nicht als stichhaltig erwiesen haben.
Der Vorsitzende weiter: “Die Patientenbeteiligung, die vom Deutschen Diabetiker Bund inhaltlich wirkungsvoll wahrgenommen wird, beschäftigt sich im Nutzenbewertungsverfahren mit der Bewertung von Nebenwirkungen einer Therapie. Dazu gehören auch Krebsgefahren. Es ist eine nicht zu duldende Herangehensweise, veraltete Bedenken weiter zum Schüren von Patientenängsten zu verwenden, damit aus wirtschaftlicher Sicht für eine Krankenversicherung ein Vorteil erzielt wird.”
Patientenpräferenzen ohne Patienten?
Zurückgewiesen wird vom DDB auch die Behauptung, es seien bei den durchgeführten “Untersuchungen” Patientenpräferenzen berücksichtigt worden. Dieter Möhler hierzu: “Was Patientenpräferenzen aus Sicht der Patienten sind, sollten doch besser die Patienten bestimmen und nicht Leute, die aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus über Patienten reden statt mit ihnen.”
“Nimmt man das Beispiel Gliptine, geht es dem Patienten doch vorrangig um die Vermeidung von Hypoglykämien. Die günstigeren Arzneimittel, auf die die Patienten nach dem Willen der Krankenversicherung umgestellt werden sollen, bergen doch gerade die Gefahr von Unterzuckerungen. Das ist unverantwortbar”, kritisiert Möhler.
Der DDB weist darauf hin, dass die den Nutzenbewertungen zugrunde liegenden Vergleichstherapien den Behandlungsstand Ende der 1950er Jahre abbilden und dazu ausreichendes Studienmaterial zur Beurteilung vielfach erst recht nicht ersichtlich ist.
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB)
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lena-schmidt postete ein Update vor 4 Tagen, 12 Stunden
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?





Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße