- Soziales und Recht
Ausbildung der Diabetologen in Gefahr
2 Minuten

Gemeinsam müssen wir heute darum kämpfen, dass die Ausbildungsmöglichkeiten erhalten bleiben, meint Jana Einser.
Neulich habe ich den Tarif für mein Mobiltelefon gewechselt – eigentlich kein Problem, meinte ich. Genau so war es mir auch verkauft worden von den Mitarbeitern des Geschäfts vor Ort. Und dann ging es los: Der Internetzugang mit dem Telefon funktionierte nicht – zwei Wochen habe ich darauf gewartet, nicht ohne wiederholt im Geschäft auf der Matte zu stehen. Hier zeigte sich …weitgehende Hilflosigkeit.
Und als ich mich darüber wunderte, dass sich einer der Mitarbeiter überhaupt nicht mit meinem Mobiltelefon auskannte, und ich ihn fragte, was er denn für eine Ausbildung habe, erfuhr ich: Er ist ausschließlich gelernter Einzelhandelskaufmann – eine Ausbildung Richtung Mobilfunk hat er nie gehabt. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter dort nur verkaufen, aber nicht helfen können, wenn es Probleme gibt!
Inzwischen fragen Sie sich sicher, was das mit Diabetes zu tun hat, oder? Eine ganze Menge, kann ich Ihnen sagen …
Wenn ich mir meine mehrere Jahrzehnte dauernde Diabeteskarriere durch den Kopf gehen lasse, kommen mir einige Ärzte in den Kopf, die mich in dieser Zeit in der Diabetesbetreuung unterstützt haben – manche (mein aktueller zum Beispiel) mit sehr guten Kenntnissen, manche auch nicht. Deshalb war logisch, dass ich mit zunehmender Diabeteserfahrung oft die entscheidenden Fragen zu meiner Therapie selbst entschied – und der Treiber war. Trotzdem war ich aber auch dann immer sehr froh, mit jemandem Fachkompetenten sprechen zu können.
Und genau da kommt die Mobilfunkfrage ins Spiel: Wie gut sind die Ärzte hierzulande in Bezug auf Diabetes ausgebildet? Kennen Sie sich ausreichend mit diesem sehr komplexen Krankheitsbild aus? Wahrscheinlich werden Sie die meisten Hausärzte mit Detailfragen zur intensivierten Insulintherapie überfordern, mit Fragen zur Insulinpumpentherapie sowieso. Viel Detailwissen ist dafür erforderlich und muss gelernt worden sein – über das allgemeine Diabeteswissen aus Studium und Facharztweiterbildung hinaus.
Aber: Es gibt immer weniger Möglichkeiten, sich zum Diabetologen weiterzubilden. Fünf diabetologische Lehrstühle gibt es nach Angaben von Diabetologen noch in Deutschland, die Zahl nimmt immer weiter ab. Noch haben viele Diabetiker die Möglichkeit, gut diabetologisch betreut zu werden – aber wie lange wohl noch?
Gemeinsam müssen Patienten, Ärzte und andere Diabetesexperten heute darum kämpfen, dass die Ausbildungsmöglichkeiten erhalten bleiben und möglichst auch wieder mehr werden – damit auch morgen Diabetiker ihre Probleme gemeinsam mit ihrem Arzt lösen können!

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (1) Seite 76
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lena-schmidt postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße