DDG fordert Bundesregierung zur Bekämpfung von Diabetes auf

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DDG fordert Bundesregierung zur Bekämpfung von Diabetes auf

Mit einem aktuellen Positionspapier nimmt die Deutsche Diabetes Gesellschaft die künftige Bundesregierung in die Pflicht, in Deutschland die qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der rund 6,7 Millionen Diabetespatienten sicherzustellen.

„Die politisch Verantwortlichen dürfen die Augen nicht davor verschließen, dass die Bekämpfung der Volkskrankheit Diabetes angesichts der alternden Bevölkerung eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen ist“, sagt Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG. Unter dem Titel „Politik und Diabetes: jetzt handeln!“ fordert die DDG in einem Positionspapier die Umsetzung des Nationalen Diabetesplans.

„Im Kampf gegen Diabetes ist der Gesetzgeber gefragt“

Mehr als 90 Prozent der Diabetesbetroffenen in Deutschland leiden an Typ-2-Diabetes. Hauptrisikofaktoren sind Übergewicht, ungesunde Ernährung und mangelnde körperliche Aktivität. Durch die fortschreitende Zunahme von Übergewicht, Adipositas und Bewegungsmangel sowie den demografischen Wandel ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Zunehmend betroffen sind auch Kinder und Jugendliche. Aus Sicht der DDG sind bisherige Appelle an die Vernunft des Einzelnen gescheitert – jetzt ist der Gesetzgeber gefragt.

„Die Politik muss es den Menschen erleichtern, einen gesundheitsbewussten Lebensstil zu pflegen“, erklärt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Mediensprecher der DDG und Past-Präsident. Ein Paradigmenwechsel der Präventionspolitik hin zu einer Verhältnisprävention sei längst überfällig. Mit Hilfe eines Nationalen Diabetesplans können die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, so die DDG.

Forderung: Diabetes-Beauftragter der Bundesregierung

Als eine wesentliche Maßnahme fordert die Fachgesellschaft gemeinsam mit diabetes.DE – Deutsche Diabetes-Hilfe und der Deutschen Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) die Mehrwertsteuerbefreiung für gesunde Lebensmittel mit einem niedrigen Gehalt an Zucker, Fetten und Salzen. „Das schafft Anreize für eine gesunde Ernährung, ohne den Bürger zu belasten“, so Gallwitz.Eine verpflichtende Kennzeichnung aller Lebensmittel mit einem leicht verständlichen Ampel-System sei ebenfalls erforderlich.

Darüber hinaus empfiehlt die DDG ein Verbot von Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder und Jugendliche richtet. Um sicherzustellen, dass Prävention und Therapie ressortübergreifend und dauerhaft im Fokus der politischen Entscheidungsträger stehen, erwartet die DDG in der kommenden Legislaturperiode auch die Benennung eines Beauftragten der Bundesregierung für Diabetes, Adipositas und Prävention.

Diabetologie stärker in medizinischer Aus- und Weiterbildung verankern

Die DDG beklagt zudem, dass im Zuge der Ökonomisierung und des wirtschaftlichen Kostendrucks die „Sprechende Medizin“ zunehmend ins Hintertreffen gerät. Die Folge: Klinische Lehrstühle für Diabetologie und selbstständige diabetologische Fachabteilungen fallen immer häufiger dem Rotstift zum Opfer. Diese Entwicklung gefährde die Aus- und Weiterbildung, den medizinischen Nachwuchs und damit auch die Versorgung und Forschung, kritisiert die Fachgesellschaft.

„Eine stärkere Verankerung der Diabetologie im theoretischen und praktischen Teil des Medizinstudiums ist zwingend erforderlich“, erklärt Gallwitz. „Bund und Länder müssen sich dafür stark machen, dass die Zahl der eigenständigen klinischen Lehrstühle und diabetologischen Fachabteilungen wieder wächst“, betont der Mediensprecher. Ebenso wichtig sei laut DDG der Ausbau sowie die Förderung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), um mit modernsten Technologien und Forschungsansätzen innovative Strategien für die Prävention, Therapie und Diagnose von Diabetes zu entwickeln.

Gemeinsam mit dem Bundesverband Niedergelassener Diabetologen e.V. (BVND) spricht sich die DDG zudem für eine bundeseinheitliche diabetologische Zusatz-Weiterbildung auf hohem Niveau aus. Eine staatliche Anerkennung der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe durch die Politik sei zwingend, erklären die DDG und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD). Das Berufsbild der Diabetesberater und -beraterinnen müsse sowohl gesellschaftlich als auch finanziell angemessen aufgewertet werden. Für die „Sprechende Medizin“ bedürfe es insgesamt sowohl ambulant als auch stationär einer angemessenen Vergütung.

Digitalisierung und Mitwirkungsrechte

Schließlich müsse die digitale Transformation vorangetrieben werden. „Diabetes ist eine Datenmanagement-Erkrankung, die Digitalisierung bietet große Chancen für die Medizin“, sagt Müller-Wieland. Voraussetzung dafür seien der flächendeckende Netzausbau und die zügige Umsetzung des E-Health-Gesetzes, mit dem die Bundesregierung die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen installieren will.

Der Datenschutz der Patienten müsse dabei an erster Stelle stehen, ohne die Belange von Forschung und Wissenschaft zu blockieren, betont die DDG. Dafür sei unter anderem Transparenz und Qualitätskontrolle bei den Algorithmen von Behandlungspfaden und medizinischen Geräten notwendig.

Kritisch sieht die DDG auch die Tendenz, Gesundheitspolitik zunehmend durch patientenferne Organe und Institutionen zu regeln. Als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft erwartet die DDG daher, bei der Festlegung des medizinischen Standards nach dem Sozialgesetzbuch Gesetzliche Krankenversicherung (SGB V.) regelhaft eingebunden zu werden. „Zudem fordern wir die Bundespolitik auf, das Mitwirkungsrecht der Patientenvertreter in den verschiedenen Gremien zu stärken“, so Müller-Wieland.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Woche

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 3 Tagen

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