- Aus der Community
Diabetes-Selbsthilfe (Teil 2): Überblick über die verschiedenen Organisationen
3 Minuten
Kennt ihr den Film „Das Leben des Brian“? Eine meiner Lieblingsstellen in diesem Streifen ist die Passage, in der ein paar Männer in einem Amphitheater zusammensitzen. Einer von ihnen gehört der „Volksfront Judäa“ an. Auf der anderen Seite des Bauwerks hockt mit finsterer Miene ein anderer Typ, der das Gespräch mit den anderen verweigert, weil er Mitglied in der „Judäischen Volksfront“ ist. Die Situation ist natürlich völlig grotesk, weil beide Parteien identische Ziele verfolgen. Ein vergleichbarer Eindruck drängt sich mir immer dann auf, wenn ich mir die Diabetes-Szene mit ihren diversen zersplitterten Selbsthilfe-Organisationen anschaue.
Deutscher Diabetiker Bund
Da gibt es zum einen den Deutschen Diabetiker Bund (DDB), die 1951 gegründete älteste Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Diabetes in der Bundesrepublik. Auf seiner Homepage schreibt der DDB, er sei „die einzige ausschließlich patientenorientierte Organisation, die die Interessen der Betroffenen in Politik und Gesellschaft insbesondere als akkreditiertes Mitglied der Patientenbeteiligung im Gemeinsamen Bundesausschuss wahrnimmt“.

Deutsche Diabetes-Hilfe und diabetesDE
Allerdings gab es vor ein paar Jahren im DDB eine Reihe von Landesverbänden, die mit eben dieser Arbeit unzufrieden waren. Und so traten 2012 die Landesverbände Bremen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen aus dem DDB aus und schlossen sich als Landesverbände dem neu gegründeten Verein Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) an. 2013 folgte auch der Landesverband Schleswig-Holstein. Die DDH-M fungiert dabei als Patientensäule von diabetesDE, einer 2008 gegründeten Gesamtorganisation, die Menschen mit Diabetes und Berufsgruppen, die sich mit Diabetes beschäftigen, miteinander vereint.
Deutsche Diabetes Förderation und Diabetikerbund Bayern
Doch die Erosion des DDB ging noch weiter: Im Jahr 2016 traten die DDB- Landesverbände Hessen, Thüringen, Baden-Württemberg und Niedersachsen aus dem DDB aus. Allerdings nicht, um sich ebenfalls der DDH-M anzuschließen, sondern um mit der Deutschen Diabetes Föderation (DDF) noch eine weitere Selbsthilfe-Organisation zu gründen, die mittlerweile fünf Landesverbände in neun Bundesländern hat. Daneben gibt es – weil die Bayern ja in allen Belangen immer ganz gern ihr eigenes Ding machen – auch noch den Diabetikerbund Bayern, der sich ebenfalls für die Rechte von Menschen mit Diabetes starkmacht und ihnen Gelegenheit zum Austausch bieten möchte.

Unterschiede
Doch gibt es wirklich ernstzunehmende Unterschiede bei den Zielen der „Diabetischen Volksfront“ und der „Volksfront Diabetes“? Eher nein. Das ist den Beteiligten zum Glück irgendwann auch selbst aufgefallen. Und so verkündeten der Diabetikerbund, die DDH-M, die DDF und der Diabetikerbund Bayern im März 2018, dass sie sich zur Arbeitsgemeinschaft „Diabetiker-Allianz“ (DA) zusammengeschlossen haben. Künftig wollen sie insbesondere in der politischen Arbeit an einem Strang ziehen. Wohlgemerkt, ohne die Eigenständigkeit, die Namen (!) und die Logos (!!) ihrer jeweiligen Verbände aufzugeben. Hier kann man die Ankündigung im Wortlaut nachlesen. Eine gemeinsame Homepage wurde angekündigt. Ebenso Kontakte mit Bundestagsabgeordneten, die via Twitter zu ihren Positionen in Sachen Diabetes befragt werden sollen. Die Homepage existiert auch ein halbes Jahr nach der Gründung nicht. Auch auf Twitter findet man unter dem Stichwort „Diabetiker Allianz“ keine Hinweise auf irgendwelche Aktivitäten.
Für mich bleibt es daher erst einmal bei dem Eindruck, dass die großen Organisationen der Diabetes-Selbsthilfe in erster Linie mit sich selbst beschäftigt sind und ihre Ressourcen vermutlich deutlich besser nutzen und vor allem bündeln könnten. Welche Vorstellungen ich hierzu habe, werde ich im dritten Teil dieser kleinen Serie schildern.
Die weiteren Teile von Antjes “Diabetes-Selbsthilfe”-Reihe findet ihr hier:
Diabetes-Selbsthilfe Teil 3: Meine Ideen für Neuordnung und mehr Sichtbarkeit
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Tag, 10 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 2 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße