Diabetes-Strategie kommt in Bewegung

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Diabetes-Strategie kommt in Bewegung

Neue Regierung, neues Glück. Einen gesundheitspolitischen Blick in die neue Legislaturperiode – mit dem Fokus auf Diabetes – warfen hochrangige Vertreter aus Wissenschaft, Praxis, Gesundheitspolitik und Selbstverwaltung Anfang März bei der Veranstaltung “diabetes 2030” von Novo Nordisk in der dänischen Botschaft in Berlin. Auch die 4 großen Organisationen der Diabetes-Selbsthilfe in Deutschland mischten mit – und sie sprachen mit einer Stimme: als neue “Diabetiker-Allianz” (siehe “Blickwinkel”, S. 39).

Die wichtigste, wenn vielleicht nicht die neueste Nachricht des Tages (das war zweifelsohne der Name des neuen Bundesgesundheitsministers, der an diesem Donnerstag und kurz vor der Groko-Abstimmung der SPD am Sonntag schon durchgesickert war: Jens Spahn, CDU, mehr dazu in den nächsten Ausgaben): Die Diabetes-Strategie steht im Koalitionsvertrag!

“Wie ein Löwe” für die diabetes-Strategie im Koalitionsvertrag gekämpft

“Wie ein Löwe” darum gekämpft habe der Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt (CDU/CSU), betonte Moderator Thomas Hegemann. CDU-Politiker Monstadt sah es pragmatisch: Noch in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause 2017 hätten sich die Sozialdemokraten dazu durchgerungen, den Initiativantrag des Bundestags für eine Nationale Diabetes-Strategie auf den Weg zu bringen (wir berichteten mehrfach).

Dem Gesundheitspolitiker, der selbst Typ-2-Diabetes hat und Insulin spritzt, gehe es bei der ganzen Sache aber nicht einfach um Überschriften wie das “Patientenwohl” – der Begriff ist ebenfalls im Koalitionsvertrag zu lesen –, sondern um tiefgreifende Verbesserungen im Adipositas-Bereich; um all die Faktoren, die sich direkt auf das Diabetesgeschehen auswirken.

Warum “nur” eine Strategie und kein Plan?

Kritik gibt es immer wieder bei der Frage: Warum “nur” eine Strategie und kein Plan? Weshalb also werden keine bundeseinheitlichen Regelungen für den Diabetes angestrebt? Überlässt man den Kampf gegen die Diabetes-Epidemie nun einfach den einzelnen Ländern? Sicher nicht, so Monstadt. Zwar habe sich das Bundesgesundheitsministerium mit der Vorgabe eines Nationalen Diabetesplans – analog dem Nationalen Krebsplan – “überfordert gefühlt”. Aber: “Die Strategie ist der Rahmen”, erklärte er.

“Ein anderes Ernährungsverhalten, mehr Mittel für Forschung, Registerfragen: All dies kann man nicht regional organisieren. Da verbindet sich der Plan mit der Strategie.” Mit der Nationalen Diabetes-Strategie soll nun versucht werden, “den Bundesgesetzgeber zu zwingen, über das Bundesgesundheitsministerium die Versorgung von Diabetikern – in allen Ebenen, die dort angegangen werden müssen – auf den Weg zu bringen”, so Monstadt. “Dafür ist die Strategie gut geeignet.” Im Übrigen: Jens Spahn sehe das genauso: “Ich bin mir sehr sicher, dass er da absolut an unserer Seite ist”, so Monstadt.

Diabetes-Strategie: besser drin, als nicht!

“Besser es steht drin, als nicht”, sagte MdB Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Bündnis 90/Die Grünen, über die Diabetes-Strategie im Koalitionsvertrag. Aus Sicht der Opposition sei nicht relevant, ob es nun Strategie oder Plan heißt. Die Frage lautet: Was muss es bringen? “Die Früherkennung verbessern und absichern – und da wird es ums Detail gehen”, sagte sie. Am Beispiel der “Prävention” erklärte die Grünen-Politikerin: “Geht es darum, dass die Betroffenen ihren Lebensstil verändern, oder schaffen wir Strukturen in Verhältnissen, die das eher ermöglichen?”

Und wie werden dabei die Patienten einbezogen? Schafft es die Politik, sie nicht nur als Menschen zu betrachten, denen man von oben herab etwas anbietet, sondern zu sagen: “Eure Expertise ist uns willkommen!”, betonte sie und ergänzte. “Hier geht es um Empowerment!”Wird es den Kommunen gelingen, die Menschen dazu zu ermuntern, einen Lebensstil zu pflegen, der vielleicht dazu führt, keinen Diabetes zu entwickeln? Kappert-Gonther: “Daran wird sich der Strategie-Plan messen lassen müssen.”

Mit der Politik kann man reden!

Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), bewertet die ganze Entwicklung als “grandios”: Mit der Politik könne man reden, so sein Fazit. Fakt sei aber auch: Politisch werde nur abgearbeitet, was im Koalitionsvertrag steht – wie die Diabetes-Strategie. “Warum ist das super? Weil es eine Verbindlichkeit hat. Und jetzt ist es an uns, diese einzufordern”, sagte er.

Union und SPD hätten sich in separaten Papieren positioniert, was sie damit meinen. Mit der Strategie liege die Verantwortung nun in föderaler Hand. “Das bedeutet: Die Regionalgesellschaften werden mit uns gefordert sein, die Inhalte in den einzelnen Ländern umzusetzen”, so der DDG-Präsident.

Dr. Klaus-D. Warz , Vorsitzender der Deutschen Diabetes Föderation (DDF), betonte den hohen Stellenwert der Selbsthilfe in der Gesundheitspolitik und überbrachte eine neue, gute Nachricht: “Die 4 Diabetes-Selbsthilfeorganisationen Deutschlands haben sich in der neuen ‚Diabetiker-Allianz‘ zusammengeschlossen: Wir sprechen jetzt mit einer Stimme!” Dafür gab es spontanen Applaus. Moderator Hegemann brachte die Diskussion rund um das Thema “diabetes 2030” auf den Punkt: “Wir sind nicht in einer Debatte, sondern am Beginn einer Bewegung!”Angela Monecke


von Angela Monecke
Kirchheim-Verlag,
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Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0,
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (4) Seite 42-43

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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