- Soziales und Recht
Dicksein ist kein Verbrechen
2 Minuten
Die Zahl der Menschen mit starkem Übergewicht nimmt zu – und parallel dazu deren Stigmatisierung. Anstatt die gesellschaftlichen Missstände anzugehen, die zu diesem Anstieg führen, werden häufig die Betroffenen selbst angeggangen. Ein Unding, sagt Alex Adabei in ihrer Kolumne.
Deutsche werden immer dicker … jeder zweite Deutsche ist zu dick … Deutsche sind so dick wie noch nie …
Wissen Sie was? Ich will sie nicht mehr lesen, kann sie nicht mehr hören, diese Schlagzeilen, durch die sich übergewichtige Menschen wie auf der Anklagebank vorkommen müssen. Sind dicke Menschen selbst schuld an ihrem Übergewicht? Nein: Gene und Umweltfaktoren spielen eine ganz große Rolle, und es ist deshalb sehr schwer, abzunehmen und das niedrigere Gewicht auf Dauer zu halten.
Dicke Menschen werden als faul, willensschwach oder sogar dumm abgestempelt
Überhaupt, die Sache mit dem “selbst schuld”: Ist das ein Grund für schiefe Blicke und Anfeindungen und die dauernde Anklage? Dicke Menschen haben einfach das Pech, ihren “Makel” nicht verbergen zu können. Nicht jeder hat eine eiserne Disziplin, ob er nun dick oder dünn ist. Es gibt also keinen Grund, dass dünne oder normalgewichtige Menschen sich als etwas Besseres fühlen. Dennoch geschieht genau das, wie Umfragen deutlich zeigen: Dicke Menschen werden abgestempelt – als faul, willensschwach, sogar als dumm.
Wissen Sie, ein Teil meiner Familie ist dick. Nicht kräftig oder moppelig, sondern: dick. Mein Onkel, der auch durch sein Gewicht gesundheitliche Probleme hat (Typ-2-Diabetes …), würde gern weniger wiegen. Er kämpft, aber dünn ist er bis jetzt nicht geworden. Ist er also faul und dumm? Nein, er hat ein erfolgreiches kleines Unternehmen aufgebaut, ist oft im Stress. Ha, dann muss er halt den Stress reduzieren! Aber mal ehrlich: Wie viele von uns schaffen es denn, Grundlegendes an ihrem Leben zu ändern?
Das ständige Schuldgefühl hilft sicher nicht beim Abnehmen
Auch wenn sich viele Dicke so verdammt schuldig fühlen und tagtäglich herablassende Blicke auf sich spüren: Dick zu sein ist doch kein Verbrechen! Gesundheitlich schadet das Übergewicht aber ganz vielen Menschen und wird auch für die Gesellschaft zum Problem. Die Schuld dafür bei den Dicken abzuladen, ist zu billig und einfach unfair. Und: Das ständige Schuldgefühl hilft sicher nicht beim Abnehmen!
Ich sehe es wie Dr. Dieter Garlichs (Deutsche Diabetes Gesellschaft): “Wir werden keinen Erfolg in der Prävention haben, wenn wir weiter nur an die Menschen appellieren, ihr Verhalten zu ändern, und nicht die Verhältnisse ändern, in denen sie leben und die ihr Verhalten bestimmen.”
von Alex Adabei

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (4) Seite 82
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 5 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Monat
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
