Gesundheitsminister im Interview: “Diabetes die Stirn bieten!”

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Gesundheitsminister im Interview: “Diabetes die Stirn bieten!”

Der Countdown läuft: Nur noch wenige Wochen sind es bis zur Bundestagswahl. Mitten im Wahlkampf hat uns Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ein Interview gegeben. Er will Diabetes wie er sagt wirksam die Stirn bieten – mit Information, Aufklärung und Prävention.

Diabetes-Journal (DJ): Welche Priorität hat Diabetes in der Politik?

Hermann Gröhe: Die Bekämpfung der Volkskrankheit Diabetes ist für mich eine gesundheitspolitische Herausforderung ersten Ranges. Die Maßnahmen, die wir mit unserem Präventionsgesetz auf den Weg gebracht haben, zielen darauf ab, über Risikofaktoren wie ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Stress, übermäßigen Alkohol- und Tabakkonsum aufzuklären, sie zu verringern und somit als Ursache für bestimmte Krankheiten zurückzudrängen.

Wir stärken damit die Gesundheitsförderung in allen Lebensbereichen, in Kita und Schule, am Arbeitsplatz oder im Pflegeheim, um Krankheiten wie Diabetes zu vermeiden, bevor sie entstehen. Damit wir Diabetes und seinen schweren Folgeerkrankungen wirksam vorbeugen können, müssen wir gemeinsam gesundheitsbewusstes Verhalten fördern – dazu gehören Lust auf Bewegung und eine gesunde Ernährung, aber auch eine gute Früherkennung und rechtzeitige Behandlung.

Ganz wichtig ist zudem, frühzeitig über Diabetes zu informieren. Alles dies zeigt: Wir haben die Gesundheitsförderung und Gesundheitsstärkung der Menschen mit Diabetes in den letzten Jahren deutlich stärker in den Blick genommen als bisher.

DJ: Wann kommt der Diabetesplan bzw. die Nationale Diabetesstrategie?

Gröhe: Information, Aufklärung und Prävention sind die entscheidenden Stellschrauben, um Diabetes wirksam die Stirn zu bieten! Seit 2016 stellen wir drei Millionen Euro jährlich für entsprechende Maßnahmen zur Verfügung: So haben wir das Robert Koch-Institut mit dem Aufbau eines nationalen Diabetes-Überwachungssystems beauftragt, das eine umfassende Entscheidungsgrundlage für weitere gesundheitspolitische Maßnahmen der Diabetesbekämpfung darstellen wird. Damit werden wir die Datenlage zur Epidemiologie, zu den Spätschäden und der Versorgungssituation bei Diabetes mellitus grundlegend verbessern.

Ausgangspunkt ist das bestehende Gesundheitsmonitoring am RKI, an das weitere Datenquellen angegliedert werden sollen, z. B. Versorgungsdaten wie Routinedaten in der gesetzlichen Krankenversicherung, amtliche Statistiken und regionale Krankheitsregister. Damit stellen wir Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen, Patientinnen und Patienten sowie der Öffentlichkeit zuverlässige Daten und Informationen zur Versorgung bei Diabetes mellitus zur Verfügung und sorgen für eine regelmäßige und aktuelle Diabetesberichterstattung.

Erst kürzlich haben wir gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine Nationale Strategie zur Diabetesaufklärung mit Schwerpunkt auf der Vermeidung von Folge- und Begleiterkrankungen auf den Weg gebracht. Diese Initiative soll dazu beitragen, das Erkrankungsrisiko für Diabetes zu senken, Erkrankte schneller zu erkennen und früh zu behandeln. Dabei möchten wir alle maßgeblichen Fachverbände aktiv einbinden. Auch in der nächsten Legislaturperiode werden wir den Kampf gegen Diabetes kraftvoll vorantreiben.

DJ: Welche Erfahrungen haben Sie mit der chronischen Erkrankung schon gemacht?

Gröhe: Ich führe regelmäßig Gespräche mit Patientinnen und Patienten, die unter Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen leiden und kenne daher auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die sie und auch ihre Angehörigen täglich meistern. Diabetes ist ein Thema, das die Betroffenen ein Leben lang begleiten kann. Für viele Betroffene ist dank guter Behandlungsmöglichkeiten ein fast normaler Alltag möglich.

Gleichwohl stehen die Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Diabetes vor der nicht immer einfachen Aufgabe, mit ihrer Erkrankung auf angemessene Weise umzugehen. Trotz gewisser Einschränkungen finde ich es wichtig, sich die Lebensfreude im Alltag zu bewahren. Das gelingt umso besser, wenn die Betroffenen über ihre Erkrankung informiert sind und wissen, wie sie den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen können. Genau hier setzen wir an!


das Interview führte Angela Monecke
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (9) Seite 46-47

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  • Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.