- Eltern und Kind
KiTas und Schulen: Klarheit statt Engstirnigkeit
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Der Selbthilfeverband Deutschen Diabetes Föderation (DDF) kritisiert die Empfehlung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft an seine Mitglieder, medizinische Hilfsmaßnahmen für Kinder mit Diabetes abzulehnen und nimmt gleichzeitig die Politik in die Pflicht. Lesen Sie hier die Haltung des DDF-Vorstandes.
Mit Empörung reagierten Vorstand, Jugendbeauftragte und Landesorganisationen der Deutschen Diabetes Föderation (DDF) auf das Schreiben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW, Landesverband Rheinland-Pfalz, Landesfachgruppe Grundschulen). Lehrkräften wird darin empfohlen, medizinische Hilfsmaßnahmen für Kinder mit Diabetes abzulehnen oder zu widerrufen, da es sich um eine fachfremde Leistung handelt – auch nach erfolgter Anleitung und schriftlicher Vereinbarung.
Für die Erstversorgung sei die Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen ausreichend. Eltern von Kindern mit Diabetes sollten bei ihren Krankenkassen Pflegekräfte zur Kindesbetreuung beantragen, da eine sichere medizinische Versorgung durch die Lehrkräfte nicht gewährleistet sei. Die GEW fordert u. a., dass zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen nur noch mit finanziellem und zeitlichem Ausgleich zu erfolgen haben und Aufgaben, für die Fachkräfte erforderlich sind, nicht auf Lehrkräfte abzuwälzen seien.
Viele Lehrkräfte verhalten sich nicht so engstirnig wie von der GEW gefordert
Klare Regelungen und Unterstützung für die Lehrkräfte sind nach unserer Auffassung unbedingt erforderlich. Trotzdem ist die Aufforderung, medizinische Hilfsmaßnahmen bei Kindern mit Diabetes als fachfremde Tätigkeiten abzuweisen, für Heike Steck, Ressortleiterin Jugend/Familie und Vorstandsmitglied im Verein Diabetiker Baden-Württemberg, diskriminierend und ein Schlag ins Gesicht für die Betroffenen. Wirkliche Schulprobleme, wie chronische Unterbesetzung und viel zu große Klassen, würden so auf dem Rücken der Kleinsten ausgetragen.
Nach Auffassung von Reiner Hub, ebenfalls Mitglied im Vorstand der Diabetiker Baden-Württemberg und zuständig für den Bereich Soziales, sollte die GEW nicht nur den Bildungsauftrag, sondern auch die Fürsorge für die anvertrauten Kinder sehen. Glücklicherweise verhalten sich viele Lehrkräfte nicht so engstirnig wie von der GEW gefordert. Nicola Finke-Fricke, Landesvorsitzende des Vereins Diabetiker Niedersachsen (DNDS), ergänzt, dass die Krankenkassen nur begrenzt Pflegekräfte zur Verfügung stellen.
Forderung an Politik: endlich Klarheit für alle Beteiligten schaffen!
Der Vorstand der Deutschen Diabetes Föderation sieht die Politik gefordert, endlich Klarheit für alle Beteiligten zu schaffen. Eine bundesweite gesetzliche Regelung zur Inklusion von Kindern mit Diabetes in Kindertagesstätten und Grundschulen durch die Kultusministerien der Länder wird aus dem Blickwinkel der DDF dringend benötigt. An großen Schulen sollte zudem medizinisches Personal als Ansprechpartner für alle Erkrankungen sowie Inklusionsbeauftragte zur Verfügung stehen.
Schon jetzt bieten die Diabetes-Selbsthilfeorganisationen der DDF kostenfreie, von den Krankenkassen geförderte Fortbildungen für Lehrkräfte und Erzieher an.
von Dr. Klaus-Dieter Warz
Vorstandsvorsitzender der DDF
und Elke Brückel
Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DDF
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (8) Seite 31
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uho1 postete ein Update vor 4 Tagen, 14 Stunden
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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ckmmueller postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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