Kolumne | Zum gute Schluss: Richtungswechsel

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© Christian Mentzel
Kolumne | Zum gute Schluss: Richtungswechsel

In der Kolumne „Zum gute Schluss“ geht es heute um die Frage, wie Krisen den Alltag im Diabetes-Team verändern. Dr. Hans Langer beschreibt, warum ein Richtungswechsel nötig ist und weshalb Zusammenhalt und persönliches Engagement jetzt wichtiger werden.

Kürzlich saß ich mit einigen meiner Kollegen aus dem Diabetes-Team im Pausenraum. Irgendwie waren wir alle nicht gut drauf und fragten uns: warum eigentlich? Warum ist die Grundstimmung kategorisch mies?

Natürlich kamen der Personalmangel, die hohe Belastung, die Ausfälle durch Corona und die allgemeine Stimmung zur Sprache. “Da gibt es nicht das eine Problem allein”, meinte unsere Oberschwester, “sondern es ist ein Sammelsurium aus vielen Problemen und natürlich aus den gesamten gesellschaftlichen Veränderungen.” “Genau”, fügte unser Psychologe hinzu. “Bislang kannte unsere Gesellschaft nur eine Richtung, nach oben. Immer höher, immer schneller, immer weiter, immer mehr! Jetzt lehren uns die Pandemie, der Krieg in Europa und natürlich auch der Klimawandel, dass es auch andere Richtungen gibt, z. B. die nach unten.”

Da hatten meine Kollegen natürlich recht. Persönlich bin ich nur der Meinung, dass das ganz viele Menschen in unserem Land noch nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen. Sie erwarten, dass alles so weitergeht wie bisher – und wenn es nicht läuft, wird sich schon jemand finden, der das ausgleicht. Nur sind auch die Möglichkeiten in unserem Sozialstaat begrenzt. Wir sehen das täglich in der Klinik.

Deswegen sind wir alle jetzt aufgefordert, die aktuelle Situation anzunehmen und zwar in aller Konsequenz. Fragt also nicht, was der Staat für uns tun kann, sondern packt selbst an! Jeder muss für sich, aber auch für die Mitmenschen seinen Betrag leisten, um aus der Krise zu kommen. Das ist zumindest meine Meinung.

“Gemeinsam werden wir das schon schaffen”, meinte unsere junge Lernschwester und lächelte sogar dabei. Das hat mich wirklich überrascht, dass ein so junger Mensch heute doch noch an die Gemeinschaft glaubt. Denn es ist natürlich falsch zu meinen, dass, wenn jeder an sich selbst denkt, an alle gedacht ist. Nur im Team können wir unsere Aufgaben erfüllen und da heißt es eben für alle anpacken, so, wie wir es auch in der Vergangenheit getan haben, um Krisen zu überwinden. Das gilt nicht nur für die Kollegen in unserer Diabetes-Klinik, sondern auch für die Menschen im ganzen Land. Bleibt nur zu hoffen, dass das am Ende auch alle kapieren. Der allgemeinen Stimmung wäre eine solche Denkart sicher zuträglich, oder?

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.


von Dr. Hans Langer

Dr. Hans Langer war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Arzt in einer Diabetes-Klinik, der aus seinem Berufsleben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (9) Seite 82

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  • uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 15 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂