Krankmeldung wegen des Diabetes: Brauche ich jedes Mal ein Attest vom Arzt?

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Krankmeldung wegen des Diabetes: Brauche ich jedes Mal ein Attest vom Arzt?

Rechtsanwalt Oliver Ebert gibt Ihnen in der Rubrik Rechteck Antworten auf Rechtsfragen rund um das Thema Diabetes.

Die Frage:

Ich bin seit acht Jahren bei derselben Firma angestellt und dort bislang sehr zufrieden. Auch meine Kollegen und der Chef haben nix an meiner Arbeit auszusetzen. Ich habe allerdings seit drei Jahren Diabetes und bin schwer einstellbar. Habe oft Unterzuckerungen und falle deshalb auch häufiger aus. Bei uns gibt es die Möglichkeit, die ersten zwei Krankheitstage auch ohne Attest zu fehlen.

Seitdem ich öfter ausfalle, sind Kollegen und Chef gar nicht mehr so glücklich mit mir. Teilweise wird, glaube ich, schon hinter meinem Rücken geredet … Was soll ich tun? Ich kann ja nichts gegen diese großen Schwankungen machen – halte mich schon strengstens an alle Vorschriften und so.

Droht mir evtl. eine Kündigung? Wie sehen meine Rechte aus? Soll ich jetzt jedes Mal zum Arzt gehen und mir ein Attest holen, damit ich abgesichert bin? Dazu raten mir Freunde, damit ich nachweisen kann, dass es am Diabetes liegt …

Isolde K., per E-Mail

Oliver Ebert:

Sofern Ihr Betrieb bis zu zehn Mitarbeiter hat, braucht der Arbeitgeber keinen Kündigungsgrund; in größeren Betrieben greift das Kündigungsschutzgesetz und somit ein gesetzlicher Kündigungsschutz. Allein der Diabetes wäre dort dann kein zulässiger Kündigungsgrund, allerdings könnte es bei sehr häufigen, langen Fehlzeiten im schlimmsten Fall zu einer personenbedingten Kündigung kommen. Ob Atteste notwendig sind, sollten Sie am besten im Gespräch mit Ihrem Chef klären; möglicherweise kann sich dadurch die Situation etwas entspannen.

In kleineren Betrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern ist kein Kündigungsgrund erforderlich; der Arbeitgeber kann dort jederzeit innerhalb der gesetzlichen bzw. vertraglichen Fristen und ohne Angabe von Gründen kündigen – selbst wenn Sie schon viele Jahre im Betrieb sind. Weitere Informationen und Tipps dazu finden Sie auf meiner Seite unter http://www.dia
betes-und-recht.de/arbeitsrecht/.


Oliver Ebert

Kontakt:
REK Rechtsanwälte
Nägelestraße 6A, 70597 Stuttgart oder
Friedrichstraße 49, 72336 Balingen
E-Mail: Sekretariat@rek.de

Internet: www.diabetes-und-recht.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (12) Seite 48

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße