- Soziales und Recht
Lebensgefährliche Bürokratie?
2 Minuten

Nachdem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) der Diabetes-Tablette Empagliflozin vor wenigen Tagen trotz wissenschaftlich belegter Überlebensvorteile keinen Zusatznutzen „verordnet“ hat, hält die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) die Behandlungsqualität der Menschen mit Diabetes in Deutschland für gefährdet.
Patienten mit Typ-2-Diabetes haben nicht nur ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, sondern noch mehr sogar für den sogenannten „plötzlichen Herztod“. Patienten, die bereits an einer Herzkreislauf-Erkrankung leiden, haben eine besonders schlechte Prognose, wenn sie eine Herzschwäche bzw. Herzinsuffizienz entwickeln; 50 bis 90 Prozent versterben dann innerhalb der nächsten fünf Jahre. Das ist eine Prognose, die bedrohlicher ist als die vieler Krebserkrankungen.
Empagliflozin-Ergebnisse sind historischer Meilenstein
Aktuell hat eine große Studie mit vielen tausend Patienten gezeigt, dass das Auftreten des plötzlichen Herztods sowie die Entwicklung und Verschlechterung der Herzinsuffizienz durch die Gabe des Diabetes-Medikaments Empagliflozin bei Menschen mit vorbestehender Erkrankung des Herzkreislaufsystems dramatisch gesenkt werden. Das relative Risiko wird jeweils um 38 und 35 Prozent reduziert; dadurch sinkt sogar die relative Gesamt-Sterblichkeit um 32 Prozent.
Diese Ergebnisse sind ein historischer Meilenstein und ein Novum in der Diabetologie, das es so noch nicht gegeben hat. Mehr als 10.000 Diabetologen weltweit begrüßten diese Daten auf der Jahrestagung der europäischen Diabetes-Gesellschaft im vergangenen September mit stehenden Ovationen. Warum kommt das IQWiG zu einer anderen Einschätzung?
Falsche Fragestellung bei IQWiG-Entschluss
Das IQWiG hat eine große wichtige Studie nicht berücksichtigt, da sie nicht in das vorgegebene enge Schema des Prüfauftrages passte. Leider ist es auch nicht der Frage nachgegangen, ob weniger Patienten mit Diabetes versterben, wenn sie Empagliflozin verordnet bekommen. „In diesem Fall hätte das IQWiG zu einer anderen Bewertung kommen müssen“, meint Professor Dr. med. Monika Kellerer, Leitlinienbeauftragte der DDG. „Wer falsche Fragen stellt, bekommt falsche Antworten“, so Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Mediensprecher der DDG.
Dies ist auch ein Grund, warum die DDG mit vielen anderen medizinischen Fachgesellschaften eine strukturierte Beteiligung ihrer Experten durch das IQWiG beim Formulieren der Fragestellung fordert. „Bei der individualisierten ärztlichen Behandlung von Menschen ist es gefährlich, wenn der medizinische Sachverstand der biometrischen Bürokratie unterliegt“, kritisiert Müller-Wieland. Dies werde die DDG bekämpfen.
Gefahr des Verlustes von Empagliflozin für den deutschen Markt und betroffene Patienten
„Der größte Kostenfaktor für die Solidargemeinschaft beim Diabetes ist nicht die Erkrankung selbst, sondern sind die Summen der Folgekosten, wenn Komplikationen entstehen“, meint Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Past-Präsident der DDG. Nun läuft Deutschland Gefahr, dass auch dieses Medikament, das darüber hinaus von einer deutschen Firma mit heimischem Hauptsitz entwickelt wurde, vielleicht vom deutschen Markt genommen wird und damit den Patienten nicht zur Verfügung steht.
Bürokratie gegen medizinischen Sachverstand
Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) ist aus Sicht der DDG sinnvoll und soll den Preis für innovative Medikamente regeln, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und seine Ausschuss-Mitglieder gäben sich sehr viel Mühe, zu vernünftigen Lösungen zu kommen. „Mit solchen bürokratisch richtigen, aber medizinisch falschen Beurteilungen des IQWiG werden das AMNOG, die Arbeit des G-BA, der Wirtschaftsstandort Deutschland, doch vor allem das Leben der Betroffenen gefährdet“, bedauert Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. „Wir hoffen deshalb, dass der G-BA die Unzulänglichkeit des engen methodischen Prüfrahmens des IQWiGs berücksichtigt und sich am Ende medizinischer Sachverstand zum Nutzen der Patienten durchsetzen wird“, so Monika Kellerer.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße