Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Welche Unfallversicherung ist empfehlenswert?

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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Welche Unfallversicherung ist empfehlenswert?

Nach einem Schadensfall erfährt eine Unfallversicherung von der Typ-1-Diabetes-Diagnose des Versicherten und will die Leistungen verschlechtern. Rechtsanwalt Oliver Ebert erklärt, warum es keine pauschale Empfehlung gibt und wer bei solchen Diabetesklauseln weiterhelfen kann.

Die Frage

Wir sind wegen der Erkrankung unseres Sohnes David (Jahrgang 1992) an Typ-1-Diabetes schon seit vielen Jahren Abonnenten des Diabetes-Journals. Nun ist Folgendes passiert: Unsere Versicherung hat wegen eines Schadensfalls Kenntnis von der Diabeteserkrankung unseres Sohns erhalten und möchte nun deshalb die seit Kindestagen bestehende Unfallversicherung umstellen. Es geht vor allem um die Invaliditätsleistung und die Umstellung der Progression 500 auf Progression 300. Das sind meines Erachtens eindeutige rechtliche und finanzielle Nachteile und Schlechterstellungen!

In Ausgabe 09/2016 des Diabetes-Journals wurde empfohlen, solche „Diabetesklauseln“ bei Unfallversicherungen keinesfalls zu akzeptieren. Welches Vorgehen und welche Versicherer können/dürfen Sie empfehlen? Ich habe schon im Internet recherchiert – leider bisher ohne Erfolg. Bei allen von mir geprüften Instituten habe ich solche „Diabetesklauseln“ gefunden (oft erst spät im „Kleingedruckten“). Wohin/an wen kann ich mich wenden?

Hubert L.

Die Antwort von Oliver Ebert

Leider lässt sich hier keine pauschale Antwort geben, insbesondere müsste man dazu die weitere Vorgeschichte sowie die Bedingungen der vorhandenen Unfallversicherung kennen.

Eine bestimmte Versicherung kann ich bedauerlicherweise nicht empfehlen – es hängt nämlich immer sehr vom Einzelfall ab, ob und zu welchen Bedingungen ein Vertrag angeboten wird. Die Versicherung prüft dann, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie bezahlen muss, also der Leistungsfall eintritt. Auf Basis dieser Risikoprüfung wird dann entschieden, welche Konditionen angeboten werden.

Es kann daher durchaus sein, dass dasselbe Versicherungsunternehmen dem einen Diabetespatienten einen attraktiven Vertrag anbietet – in einem anderen, obwohl ähnlich gelagerten Fall dann aber nur zu sehr ungünstigen Konditionen bzw. gar keinen Vertrag abschließen will.

Ich empfehle daher, dass Sie mit Ihrem Anliegen einen unabhängigen Versicherungsmakler beauftragen. Dieser kennt die verschiedenen Angebote und Möglichkeiten der Unternehmen und kann auch gezielt nachforschen.
Mit der juristischen Prüfung bzw. zur Beratung bezüglich der Versicherungsbedingungen kann ein Fachanwalt für Versicherungsrecht weiterhelfen. Adressen von entsprechenden Anwälten in Ihrer Region nennt Ihnen die zuständige Anwaltskammer (Suche nach Anwaltskammern möglich unter www.brak.de).

Wichtig: Die jeweils anfallenden Kosten für diese Beratungs- und Dienstleistungen sollten Sie im Vorfeld klären.


von Oliver Ebert

Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (10) Seite 47

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  • florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 1 Stunde

    Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.