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Schüleraustausch mit Diabetes, Teil 3
6 Minuten
Nach Teil 1 und Teil 2 der Reihe „Schüleraustausch mit Diabetes“ geht es jetzt weiter:
Auch in der Schule angekommen, war der Diabetes überhaupt kein Problem. Ich wurde nicht komisch angeguckt und es wurde akzeptiert. Als normal angesehen.

Es wurde jedoch viel Rücksicht auf mich genommen. Nicht weil ich Diabetes habe, sondern weil ich Austauschschülerin war. Zum Beispiel gibt es in Ungarn die Regelung, dass man vier Stunden in der Woche Sport haben muss. Jedoch waren in der Schule nur 2 Stunden realisierbar, weshalb die anderen 2 Stunden privat nachgeholt werden mussten. Dies musste nachgewiesen werden. Ich musste nichts nachweisen – obwohl das kein Problem gewesen wäre. Genauso wenig war es ein Problem, wenn ich beim Sport pausieren musste, weil meine Werte nicht so ganz mitgespielt haben.
Ausnahmen für die Gastschülerin, nicht für die Diabetikerin
Mein Gastvater hat mir vorgeschlagen, mich vom Sport zu befreien und als Begründung meinen Diabetes anzugeben, da ich sonst einmal die Woche bereits um 5 Uhr mit dem Bus zur Schule hätte fahren müssen. Ich erklärte ihm jedoch, dass ich meinen Diabetes nicht als Ausrede nutzen möchte.
Ebenso mussten Gelder für Ausflüge, ein Konzert etc. gezahlt werden. Auch dies galt nicht für mich.
Außerdem gibt es eine weitere Regelung an den Schulen. Im Krankheitsfall können Eltern ihre Kinder im gesamten Schuljahr 3 Tage krankmelden. Für alle anderen Tage braucht man eine Krankschreibung vom Arzt.

Als ich also circa eine Woche später stark erkältet war, wollte ich zum Arzt. Zum einen wegen dieser Regelung, zum anderen, weil ich Angst hatte, dass sich mein gesamter Mundraum verschleimt und meine Werte in die Höhe treibt. Morgens gegen 7 habe ich versucht, meinen Gastvater davon zu überzeugen, zum Arzt zu gehen, was sich zu Beginn etwas schwieriger gestaltet hat. Dann haben wir uns darauf geeinigt, um halb 10 zu fahren, weswegen ich mich bis 9 Uhr noch einmal schlafen gelegt habe.
Ab zum Arzt, wurde dieser Besuch über die Versichertenkarte meiner Gastschwester abgewickelt. Ich weiß bis heute nicht, wieso, immerhin war ich über meine Krankenkasse innerhalb der EU versichert. Ich bekam Medikamente und hatte vor, am nächsten Tag wieder zur Schule zu fahren.
Am Nachmittag waren wir einkaufen, was nicht sonderlich oft vorkam, da wir Wocheneinkäufe gemacht haben und das meiste frisch aus dem Garten kommt.
Zuhause im Schrank hatte ich noch eine Menge Traubenzucker, als langanhaltende Kohlenhydrate wollte ich Prinzenrolle kaufen. Ich finde Prinzenrolle für den Sommer immer sehr angemessen, da durch den Keks die Schokolade nicht so einfach weich wird und durch die Schokolade der Keks nicht so trocken ist. Trotz dieser Begründung musste ich mit meinen Gasteltern erst einmal darüber diskutieren, ob ich nun wirklich Prinzenrolle kaufen sollte. Wegen der Schokolade. Ich habe sie gekauft und diese Entscheidung bis heute – 3 Jahre später – nicht bereut. Im Gegenteil, noch heute bei über 30 Grad findet man meist Prinzenrolle in meiner Tasche.
Regelung für Krankheitstage
Dort habe ich wegen der Regelung bezüglich der Krankheitstage mit meinem Klassenlehrer geredet. Gott sei Dank konnte er Deutsch. Ich habe ihn also gefragt, ob diese Regel auch für mich gilt. Denn, so habe ich es ihm erklärt, ein Hausarzt kann mir nichts sagen, was ich nicht schon weiß, und mir nicht helfen, wenn ich den ganzen Tag niedrige oder hohe Werte habe. Eher ist es ggf. kontraproduktiv, mich eine Stunde in dessen Wartezimmer zu setzen.
Wie selbstverständlich versicherte er mir, dass meine Gastmutter nur in der Schule Bescheid geben muss, dass ich den Tag zuhause bleibe. Aber das wäre wohl auch bereits so abgesprochen gewesen. Etwas verdutzt habe ich es zuhause meinem Gastvater erzählt. Meine Gastmutter saß dabei. Ich habe ihnen das Gespräch mit meinem Klassenlehrer geschildert und auf einmal wird mein Gastvater laut und sauer. Er sagt, er müsse dann immer mit zuhause bleiben, weil er mich nicht alleine zuhause lassen könne. Es könne ja etwas passieren. Ich habe versucht, ihn zu beruhigen, die Notfallspritze lag im Kühlschrank und ich konnte ihm auch versichern, Unterzuckerungen rechtzeitig zu spüren und mit hohen Werten noch nie solch starke Probleme gehabt zu haben. Daraufhin hat er mich mit seiner Oma vor 20 Jahren verglichen. Auch da habe ich ihm erklärt, dass es nicht zu vergleichen ist. Zum einen wegen des Zeitalters, zum anderen wahrscheinlich wegen des Diabetestyps. Das alles jedoch hat ihn nicht interessiert. Er sagte, wer bis 12 Uhr schlafen kann, kann auch zur Schule gehen (im Fall von Krankheit und daraus resultierenden hohen Werten). Man muss auch dazu sagen, dass ich nach 2,5 Jahren Diabetes in gewissen Dingen (wie langfristig hohen Werten) noch viel vorsichtiger, oft wahrscheinlich zu vorsichtig, gehandelt habe. Er diskutierte weiter und weiter und irgendwann sagte ich ihm, dass ich über meine Krankheit nicht diskutiere und deshalb das Gespräch beenden möchte. Er bestätigte diese Aussage mit einem „O.K.“ und ich ging in mein Zimmer, wo dann meine Gastmutter reinplatzte. Sie schrie mich auf Ungarisch an. Ihr war egal, dass ich sie nicht verstehen konnte, und ich weinte irgendwann nur. Dann kam mein Gastvater dazu und sagte, ich soll meinen Vater anrufen. Dies tat ich auch.

Ich schilderte meinem Vater die Situation, woraufhin er meinen Gastvater sprechen wollte. Dieser lehnte ab und willigte kurz darauf doch ein. Wie sich herausstellte, hat er die Chance genutzt, meinem Vater völligen Unfug zu erzählen. Er sagte ihm, dass ich wegen hoher Werte die Schule geschwänzt hätte und nicht zum Arzt wollte und viele weitere Lügen.
Die Organisation, mein Vater und mein Gastvater
Als er auflegte, telefonierte er mit der Organisation und drückte mir dann das Telefon in die Hand. Nun musste ich der Dame von der Organisation die Situation in meinem gebrochenen Englisch schildern. Es war nicht so einfach. Vor allem nicht, weil die Dame mir nicht glauben wollte. Sie wollte die Aussage meines Lehrers am nächsten Tag selber überprüfen.
Und mein Gastvater wollte, dass mein Vater mich abholte. Ich verstehe ehrlich gesagt bis heute nicht so ganz, warum.
Am nächsten Mittag trafen mein Vater und ich uns an der Schule. Wir konnten uns spontan mit meiner Schulleitung zusammensetzen und meine Deutschlehrerin diente uns netterweise als Dolmetscherin. Die Schule verstand mein Problem auf Anhieb und versicherte mir, dass ich im Falle einer Änderung dieser Situation, wie selbstverständlich am nächsten Tag zur Schule kommen könne. Für den Fall, dass alles so bliebe, wünschten sie mir alles Gute.
Der Abschied von der Schule
Ich wurde also mit einem herzlichen Gefühl ums Herz von dieser Schule verabschiedet, von meiner Klasse ganz besonders. Obwohl dieser Abschied so unglaublich spontan war, haben sie mir im Unterricht Abschiedskarten gestaltet und zwei meiner Mitschüler sind im Unterricht spontan los, um mir typisch ungarisches Essen zu kaufen. In der Deutschstunde – die letzte Unterrichtsstunde, die ich besucht habe – haben sich dann all meine Mitschüler verteilt und mir ihr Geschenk überreicht. Eine von ihnen (diejenige, die mich quasi angeleitet hat) musste sogar beim Abschied weinen, obwohl sie mich nur wenige Wochen kannte und viele Freunde in der Klasse hatte. Nach all diesen traurigen, aber besonders herzlichen Abschieden führten mein Vater und ich unzählige Telefonate mit den Organisationen vor Ort und in Deutschland. Die in Deutschland war sehr kooperativ und versicherte mir, dass ich die Gastfamilie natürlich sofort wechseln könne. Die Organisation aus Ungarn hingegen sagte, dass ich frühestens in 4-6 Wochen wechseln könne, da sie keine Gastfamilie frei haben. Außerdem zeigten sie im Allgemeinen nur wenig Verständnis.
Da meinen Eltern und mir das Vertrauen zu meiner Gastfamilie gefehlt hat und dieses Vertrauen in unseren Augen besonders bei Diabetes wichtig ist, haben wir das Angebot – die Familie in ein paar Wochen zu wechseln – abgelehnt. Denn wäre in diesen Wochen doch etwas gewaltig schiefgelaufen, hätten wir nicht darauf vertrauen können, dass mir sachgemäß geholfen würde. Also haben mein Vater und ich meine Sachen abgeholt und sind nach Hause gefahren.

Meine Notfallspritze habe ich in deren Kühlschrank vergessen, was mir zuerst nicht aufgefallen ist. Meine Gastfamilie wusste, dass ich die nächste erst im folgenden Jahr bestellen darf, und hat mir trotzdem nie eine Nachricht geschickt. Das hat mir gezeigt, dass ich alles richtig gemacht habe.
Mein Fazit dieser doch eher doof gelaufenen Geschichte ist, dass ich dankbar dafür bin, ein so wundervolles Land und so wundervolle Menschen kennenlernen zu dürfen. Die Ungarn, denen gegenüber es viele negative Vorurteile gibt, haben mich so herzlich aufgenommen wie keine anderen. Und sie sind die Menschen, die meinen Diabetes als das Normalste der Welt angesehen haben. Nur hatte ich wohl leider das Pech, die einzig schlechte Familie im Umkreis von x Kilometern zu erwischen. Deshalb gebe ich nicht dem Diabetes die Schuld an der abgebrochenen Reise, sondern dieser Familie. Denn wäre meine Krankheit nicht der Auslöser gewesen, wäre es früher oder später etwas anderes gewesen.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 3 Tagen, 10 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 3 Tagen, 9 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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