- Soziales und Recht
Teststreifen: So viele wie nötig!
2 Minuten
Kennen Sie die Situation? Sie erklären dem Doktor, dass Sie eine bestimmte Menge an Teststreifen benötigen bzw. die verordnete Anzahl nicht ausreicht oder schon aufgebraucht ist. Der Konflikt ist programmiert. Vom Praxisteam bekommen Sie wahrscheinlich zu hören: Mehr darf nicht verordnet werden, das ist Anweisung der Krankenkassen. Oder Ähnliches.
Immer wieder klagen Diabetiker darüber, dass sie nur eine begrenzte Menge an Blutzuckerteststreifen erhalten. Bei Typ-1-Diabetikern schwanken die Zahlen häufig zwischen 400 und 600 Teststreifen pro Quartal (bei Typ-2-Diabetikern mit Insulin in der Regel zwischen 100 und 200). Doch Ärzte dürfen ihren Patienten die Menge an Teststreifen verschreiben, die der einzelne Diabetiker nach ärztlicher Einschätzung auch benötigt!
Erklärung gilt bundesweit
Eine Stellungnahme der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe vom April 2014 hat bestätigt, dass ein vorgegebener Orientierungsrahmen keine Höchstgrenze darstellt. Die Erklärung gilt bundesweit, da die Versorgung von Versicherten einheitlich und nicht länderspezifisch geregelt ist.
In einem jetzt veröffentlichten Papier des BVMed-Fachbereichs Diabetes heißt es hierzu: "Die ausreichende Verordnung von Blutzuckerteststreifen bei Diabetes-Patienten mit Insulinpflicht ist unverzichtbar zur Kontrolle und sicheren Einstellung des Blutzuckerwerts und damit für die korrekte Diabetesbehandlung. Eine erfolgreiche Therapie vermindert die Kosten von Folge- und Nebenerkrankungen des Diabetes. Für die Behandlung ist die Blutzuckermessung ein unverzichtbarer Bestandteil." Bislang orientierten sich Ärzte in vielen Fällen an "Orientierungs- oder Empfehlungsrahmen".
"Es existieren keine Richtgrößen zur Verordnung von Teststreifen", so die KV. "Seit vielen Jahren ist ein Orientierungsrahmen gemeinsam mit den Verbänden der Krankenkassen veröffentlicht worden. Schon der Begriff ,Orientierungsrahmen‘ stellt klar, dass es sich nicht um Höchstgrenzen handelt." Mit dieser offiziellen Bestätigung schaffte die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe erstmals Klarheit, was die vermeintliche Verordnungsobergrenze bei insulinspritzenden Diabetikern angeht.
Beschränkungen bei der Verordnung von Blutzuckerteststreifen würden die optimale Behandlung unterlaufen, betont die KV. Die Häufigkeit der Selbsttests und die benötigte Teststreifenmenge hingen allein von der Stoffwechselsituation und den Lebensumständen des Patienten ab. Pauschale Richtgrößen seien unzulässig. Die KV-Klarstellung bekräftigt die Therapiehoheit der verordnenden Ärzte und schafft die notwendige Behandlungsfreiheit. "Eine erfolgreiche Therapie vermindert die Kosten von Folge- und Nebenerkrankungen des Diabetes mellitus. Für die Behandlung ist die Blutzuckermessung ein unverzichtbarer Bestandteil", erklärt der BVMed.
Beschränkung bei Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie
Eine Verordnungsbeschränkung für Teststreifen gibt es allerdings für Typ-2-Diabetiker, die ausschließlich orale Antidiabetika einnehmen. Für diese Patientengruppe darf seit dem 1. Oktober 2011 nur noch eine beschränkte Menge von grundsätzlich bis zu 50 Teststreifen in Ausnahmesituationen verschrieben werden (wir berichteten mehrfach). Das ist z. B. bei instabiler Stoffwechsellage der Fall, bei fieberhaften Infekten oder bei Magen-Darm-Erkrankungen.
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße