- Soziales und Recht
Verkaufsstopp von Medikamenten
2 Minuten

Die Arzneimittelliste, für die ein "Ruhen der Zulassung" angeordnet wurde, ist lang und betrifft ganz unterschiedliche Medikamente, die jedoch allesamt nicht von Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie stammen, sondern von generischen Herstellern, also Nachahmer-Präparate sind.
Gefälschte Studien
Die in der Liste genannten Mittel dürfen nach Angaben des Bundesinstituts auch nicht mehr in Apotheken abgegeben werden. Hintergrund für den Verkaufsstopp sind Zweifel an der Verlässlichkeit von Bioäquivalenzstudien, durch die nachgewiesen wird, dass der Wirkstoff des Generikums im Blut eine vergleichbare Konzentration erreicht wie die Originalpräparate.Diese Untersuchungen nimmt ein Unternehmen in Indien für pharmazeutische Unternehmen vor.
Die Studien sind nötig, damit die Nachahmer-Produkte eine arzneimittelrechtliche Zulassung erhalten. Unternehmen, die mit solchen Studien befasst sind, werden regelmäßig von Arzneimittelbehörden überprüft. Bei solchen Inspektionen werden – wie im jetzigen Fall – die Angaben der Antragsunterlagen überprüft, die sich als gefälscht bzw. mangelhaft herausstellten. Betroffen sind nationale Zulassungen von Generika aus den Jahren 2008 bis 2014.
"Aufgrund der Schwere und der Systematik der gefundenen Mängel können diese Bioäquivalenzstudien im Sinne des Patientenschutzes nicht als Zulassungsgrundlage akzeptiert werden", erklärt das BfArM.
Ärger und Verwirrung
Den Verkaufsstopp hob das BfArM nun teilweise wieder auf, u. a. weil sich die Medikamentenhersteller juristisch dagegen wehrten. Dies sorgt derzeit zum einen für Ärger in den Apotheken und zum anderen für Verwirrung bei den Patienten.
"Wir haben in diesem Zusammenhang immer auf sicherheitsrelevante Risiken hingewiesen", kritisiert der DDB-Bundesvorsitzende Dieter Möhler. "Generika-Produkte werden wegen ihres geringen Preises allerdings vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung gefördert und ihr niedrig(st)er Preis zur Grundlage eines Preisbildungsverfahrens bei der Einführung von Arzneimittel-Innovationen gemacht, so dass den Patienten medizinische Innovationen gar nicht mehr erreichen."
Hinzu komme, dass Ärzte aus Angst vor Regressen Generika bevorzugt verordnen würden, weil sie billiger seien. Sichere Herstellungsprozesse der Präparate könnten dabei jedoch nicht gewährleisten werden, wie der aktuelle Medikamentenskandal zeige. Möhler: "Der DDB rügt das aufs Schärfste."
Betroffen: Hochdruck-Medikamente für Diabetiker
Vom Verkaufsstopp betroffen sind Medikamente einzelner Generika-Hersteller mit den Wirkstoffen Repaglinid, Losartan und Irbesartan zur Behandlung des Bluthochdrucks.
Der DDB empfiehlt Diabetespatienten, die ständig aktualisierte
Ohne ärztliche Rücksprache sollte die Arzneimitteltherapie jedoch nicht abgebrochen werden, empfiehlt das Institut. Patienten, die sich unsicher sind, ob sie ihr Medikament weiterverwenden können, sollten sich an ihren Arzt oder Apotheker wenden. Der Behörde liegen bislang keine Hinweise vor, ob Patienten gefährdet wurden. Der DDB weist das Institut dennoch darauf hin, die Anordnung im Hinblick auf Sicherheitsinteressen der Patienten zu ergänzen.
„Umgehend Maßnahmen zur Vermeidung von Risiken“
Auch Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK), fordert "die schnellstmögliche Aufklärung. Es müssen umgehend Maßnahmen bis hin zu einer Suspendierung der Zulassung eingeleitet werden, um Risiken für Patienten zu vermeiden." Weiterhin fordert die AMK, die Inspektionen vor Ort durch europäische und nationale Behörden zu verstärken.
Insgesamt prüft das BfArM derzeit im Rahmen eines Anhörungsverfahrens 176 Zulassungen von insgesamt 28 pharmazeutischen Unternehmen. Das Prüfungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Erst dann kann das Institut die Gesamtzahl der Fälle und die davon betroffenen Unternehmen nennen.
Die Liste der betroffenen Arzneimittel wird regelmäßig kontinuierlich aktualisiert. Die mögliche Vorlage ergänzender Unterlagen durch die betroffenen Hersteller kann jederzeit dazu führen, dass das Ruhen der Zulassung wieder aufgehoben wird.Angela Monecke
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung

2 Minuten
- Soziales und Recht

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt postete ein Update vor 4 Tagen, 16 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?





Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße