Wegen meines Diabetes plötzlich gekündigt – wie wehre ich mich?

< 1 minute

© Fotolia
Wegen meines Diabetes plötzlich gekündigt – wie wehre ich mich?

Fall 1:

Die Frage:

Oliver Ebert:

Die Diabetes-Erkrankung allein ist kein Kündigungsgrund. Bei der Neuorganisation des Aufgabenbereichs wäre eine Kündigung aber nur zulässig, wenn der Arbeitgeber eine Sozialauswahl getroffen hat und zudem nachweisen kann, dass er alle zumutbaren Anstrengungen unternommen hat, um Sie einzugliedern bzw. ggf. an eine geeignete andere Stelle umzusetzen. Ich empfehle Ihnen, gegen die Kündigung vorzugehen. Hierzu müssen Sie innerhalb von 3 Wochen ab Erhalt der Kündigung eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen.

Fall 2:

Die Frage:

Oliver Ebert:

Gemäß § 85 Sozialgesetzbuch (SGB) IX muss vor der Kündigung eines schwerbehinderten Menschen durch den Arbeitgeber zunächst die Zustimmung des zuständigen Integrationsamtes eingeholt werden. Macht er das nicht, dann ist die Kündigung in jedem Fall unwirksam. Sie sollten daher innerhalb der Frist von 3 Wochen eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen und dort auf Ihre Schwerbehinderung hinweisen.

Im vorliegenden Fall spielt übrigens keine Rolle, dass der Arbeitgeber nichts von der Schwerbehinderung wusste und aus diesem Grund natürlich auch nicht die Zustimmung des Integrationsamts eingeholt hat: Arbeitnehmer sind nämlich nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber unaufgefordert eine Schwerbehinderung mitzuteilen. Der Arbeitgeber wird dadurch auch nicht schutzlos gestellt, denn er hätte vor der Kündigung ja zunächst nach dem Vorliegen einer Schwerbehinderung fragen und dann die entsprechende Zustimmung einholen können. Auf eine solche Frage des Arbeitgebers hätten Sie wahrheitsgemäß antworten müssen.

Wichtig:

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

20. Hecker-Symposium: Chancen und Herausforderungen der Früherkennung des Typ-1-Diabetes
Früherkennung, neue Therapien und moderne Technologie – die Versorgung von Menschen mit Typ-1-Diabetes ist im Wandel. Beim 20. Hecker-Symposium in Stuttgart diskutierten Fachleute, Selbsthilfe und Betroffene über Chancen und Herausforderungen.
20. Hecker-Symposium: Chancen und Herausforderungen der Früherkennung des Typ-1-Diabetes | Foto: Johanna Weekes

3 Minuten

Als Community-Redakteurin auf dem DDG-Kongress: Mittendrin statt nur dabei – denn unsere Perspektive zählt!
Fachkongresse wie der „Diabetes Kongress“ richten sich an Behandelnde und Forschende. Nina war ebenfalls auf der Tagung in Berlin und zwar nicht nur als Zuhörerin und Community-Redakteurin – als Betroffene brachte sie genau die Perspektive ein, die manchmal etwas zu kurz kommt: die des gelebten Alltags mit Diabetes. Hier berichtet sie von ihren Eindrücken,
Aus der Community auf dem DDG-Kongress: Mittendrin statt nur dabei – denn unsere Perspektive zählt! | Foto: DDG/Deckbar

2 Minuten

Community-Beitrag
Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

Verbände