- Soziales und Recht
Wie gut ist Ihr Diabeteswissen?
3 Minuten

Was wissen die Menschen über Diabetes? Welche Informationen wünschen sie sich? Wo suchen sie vorhandene Informationen und wie schätzen sie diese ein? Darüber ist bislang wenig bekannt. Dieser Fragestellung ging deshalb das Robert Koch-Institut (RKI) in einer deutschlandweiten Befragung nach – in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Über 90 Prozent der Diabetiker schätzen ihr Diabeteswissen als gut oder sehr gut ein. Das gilt nur für etwa jede zweite Person, die keinen Diabetes hat. Diabetespatienten wünschen sich mehr Informationen zur Behandlung, Personen ohne Diabetes sind dagegen vor allem an mehr Informationen zu Lebensstilanpassungen, Gesundheitsförderung und Prävention interessiert.
Etwa die Hälfte aller Erwachsenen halten es für schwierig, Medieninformationen zu Diabetes richtig einzuschätzen, was deren Vertrauenswürdigkeit betrifft – unabhängig davon, ob die Personen schon Diabetes haben oder nicht.
Subjektives Informationsbedürfnis zu diabetesspezifischen Themen bei Erwachsenen mit diagnostiziertem Diabetes nach Geschlecht (740 Frauen, 739 Männer) (Quelle: Studie Krankheitswissen und Informationsbedarfe – Diabetes mellitus; 2017)
Das sind die ersten Ergebnisse des bundesweiten telefonischen Surveys “Krankheitswissen und Informationsbedarfe – Diabetes mellitus (2017)” in der Bevölkerung, den das RKI 2017 und ab 18 Jahren vornahm (www.rki.de/diabsurv). 2.327 Menschen ohne und 1.479 Personen mit diagnostiziertem Diabetes wurden dazu befragt.
Die Studienergebnisse gehen in die Nationale Diabetes-Surveillance (Diabetes-Überwachung) ein, die das Institut koordiniert. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nutzt später die Daten, um Strategien für eine bessere Information der Bevölkerung zum Diabetes zu entwickeln.
Arzt ist häufigste Informationsquelle
Fast ein Drittel der Befragten ohne Diabetes haben sich schon einmal aktiv über die chronische Erkrankung informiert, meist durch das Lesen gedruckter Materialien. Für Diabetiker ist zudem der behandelnde (Haus-)Arzt die Informationsquelle, die am häufigsten genannt wurde.
“Für Deutschland gibt es kaum Studien, die Diabeteswissen oder Krankheitswahrnehmung in der Allgemeinbevölkerung erfragen”, schreiben die Autoren. Bei den Fragen zum spezifischen Diabeteswissen offenbarten sich obendrein “deutliche Wissenslücken”, die teilweise bei Männern stärker als bei Frauen sind und vom Bildungsstatus abhängen.
Aufklärungsbedarf – online wie print!
Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass es einen deutlichen Bedarf für Informationen über und Kommunikation zu Diabetes gibt. Das Gute daran: Das fehlende Wissen der Bevölkerung, das durch die Befragung identifiziert wurde, lässt sich jetzt für eine Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie nutzen. Auch können Themen, zu denen sich Menschen mit und ohne Diabetes mehr Informationen wünschen, nun direkt in die Planung von Aufklärungsmaßnahmen einfließen.
Die Ergebnisse deuten ferner darauf hin, dass man die Informationen nicht nur online anbieten sollte, sondern weiterhin in gedruckter Form. Die behandelnden Ärzte sollten darüber hinaus als wichtige Ansprechpartner für diabetesbezogene Fragen im Rahmen einer Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie einbezogen werden.
Der Befragung sollen jetzt Anschlussprojekte im Rahmen der Diabetes-Surveillance folgen, die das RKI wissenschaftlich koordiniert. Eine Wiederholung der Untersuchung könnte dafür etwa eine wichtige Informationsquelle sein – ebenso wie für die BZgA, um den Erfolg ihrer Aufklärungs- und Kommunikationsmaßnahmen zu messen, heißt es weiter.
Diabetes: große Public-Health-Herausforderung
Rund 6,7 Millionen Menschen haben in Deutschland Diabetes, jährlich kommen 500.000 Neuerkrankungen hinzu. “Diabetes gehört zu den wichtigsten chronischen Erkrankungen und damit zu den großen Public-Health-Herausforderungen”, sagt RKI-Präsident Prof. Dr. Lothar H. Wieler. “Eine kontinuierliche Surveillance ist die wichtige Voraussetzung zur Entwicklung und Evaluation evidenzbasierter gesundheitspolitischer Maßnahmen, insbesondere zur Prävention.”
An diesem Vorhaben, das vom Bundesgesundheitsministerium finanziert wird, arbeitet das RKI seit 2015. Die Diabetes-Surveillance umfasst 30 Kern- und 10 Zusatzindikatoren in 4 Handlungsfeldern:
- Diabetes-Risiko reduzieren,
- Diabetes-Früherkennung und -Behandlung verbessern,
- Diabetes-Komplikationen reduzieren und
- Krankheitslast und Krankheitskosten senken.
Beispiele für Indikatoren sind Rauchen, Teilnahmequote an Disease-Management-Programmen (DMPs), diabetesbedingte Amputationen und verlorene Lebensjahre.
Das Ziel ist der Aufbau einer regelmäßigen Diabetes-Berichterstattung. Dafür sollen alle verfügbaren Datenquellen auf Bundes-, Länder- und Selbstverwaltungsebene gebündelt werden. Geplant ist auch, das Modell der Diabetes-Surveillance später auf andere chronische Erkrankungen zu übertragen.
Diabetes-Surveillance und Diabetes- Register
Im Rahmen der Nationalen Diabetes-Strategie fordern Diabetes-Experten schon seit Jahren die Einführung eines nationalen Diabetes-Registers, um repräsentative Aussagen zum Diabetes treffen zu können, die für die ganze Bundesrepublik und im langfristigen Verlauf gelten.
“In Deutschland fehlt – mit Ausnahme des nationalen Krebsregisters – eine gesetzliche Vorgabe, bei chronischen Erkrankungen deren Verläufe und Behandlung flächendeckend zu erfassen und zentral einer Langzeitauswertung zukommen zu lassen”, betont Prof. Dr. Baptist Gallwitz, Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).
von Angela Monecke
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (8) Seite 44-46
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße