Wie gut ist Ihr Diabeteswissen?

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© Julien Eichinger - Fotolia
Wie gut ist Ihr Diabeteswissen?

Was wissen die Menschen über Diabetes? Welche Informationen wünschen sie sich? Wo suchen sie vorhandene Informationen und wie schätzen sie diese ein? Darüber ist bislang wenig bekannt. Dieser Fragestellung ging deshalb das Robert Koch-Institut (RKI) in einer deutschlandweiten Befragung nach – in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Über 90 Prozent der Diabetiker schätzen ihr Diabeteswissen als gut oder sehr gut ein. Das gilt nur für etwa jede zweite Person, die keinen Diabetes hat. Diabetespatienten wünschen sich mehr Informationen zur Behandlung, Personen ohne Diabetes sind dagegen vor allem an mehr Informationen zu Lebensstilanpassungen, Gesundheitsförderung und Prävention interessiert.

Etwa die Hälfte aller Erwachsenen halten es für schwierig, Medieninformationen zu Diabetes richtig einzuschätzen, was deren Vertrauenswürdigkeit betrifft – unabhängig davon, ob die Personen schon Diabetes haben oder nicht.

Subjektives Informationsbedürfnis zu diabetesspezifischen Themen bei Erwachsenen mit diagnostiziertem Diabetes nach Geschlecht (740 Frauen, 739 Männer) (Quelle: Studie Krankheitswissen und Informationsbedarfe – Diabetes mellitus; 2017)

Das sind die ersten Ergebnisse des bundesweiten telefonischen Surveys “Krankheitswissen und Informationsbedarfe – Diabetes mellitus (2017)” in der Bevölkerung, den das RKI 2017 und ab 18 Jahren vornahm (www.rki.de/diabsurv). 2.327 Menschen ohne und 1.479 Personen mit diagnostiziertem Diabetes wurden dazu befragt.

Die Studienergebnisse gehen in die Nationale Diabetes-Surveillance (Diabetes-Überwachung) ein, die das Institut koordiniert. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nutzt später die Daten, um Strategien für eine bessere Information der Bevölkerung zum Diabetes zu entwickeln.

Arzt ist häufigste Informationsquelle

Fast ein Drittel der Befragten ohne Diabetes haben sich schon einmal aktiv über die chronische Erkrankung informiert, meist durch das Lesen gedruckter Materialien. Für Diabetiker ist zudem der behandelnde (Haus-)Arzt die Informationsquelle, die am häufigsten genannt wurde.

“Für Deutschland gibt es kaum Studien, die Diabeteswissen oder Krankheitswahrnehmung in der Allgemeinbevölkerung erfragen”, schreiben die Autoren. Bei den Fragen zum spezifischen Diabeteswissen offenbarten sich obendrein “deutliche Wissenslücken”, die teilweise bei Männern stärker als bei Frauen sind und vom Bildungsstatus abhängen.

Aufklärungsbedarf – online wie print!

Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass es einen deutlichen Bedarf für Informationen über und Kommunikation zu Diabetes gibt. Das Gute daran: Das fehlende Wissen der Bevölkerung, das durch die Befragung identifiziert wurde, lässt sich jetzt für eine Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie nutzen. Auch können Themen, zu denen sich Menschen mit und ohne Diabetes mehr Informationen wünschen, nun direkt in die Planung von Aufklärungsmaßnahmen einfließen.

Die Ergebnisse deuten ferner darauf hin, dass man die Informationen nicht nur online anbieten sollte, sondern weiterhin in gedruckter Form. Die behandelnden Ärzte sollten darüber hinaus als wichtige Ansprechpartner für diabetesbezogene Fragen im Rahmen einer Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie einbezogen werden.

Der Befragung sollen jetzt Anschlussprojekte im Rahmen der Diabetes-Surveillance folgen, die das RKI wissenschaftlich koordiniert. Eine Wiederholung der Untersuchung könnte dafür etwa eine wichtige Informationsquelle sein – ebenso wie für die BZgA, um den Erfolg ihrer Aufklärungs- und Kommunikationsmaßnahmen zu messen, heißt es weiter.

Diabetes: große Public-Health-Herausforderung

Rund 6,7 Millionen Menschen haben in Deutschland Diabetes, jährlich kommen 500.000 Neuerkrankungen hinzu. “Diabetes gehört zu den wichtigsten chronischen Erkrankungen und damit zu den großen Public-Health-Herausforderungen”, sagt RKI-Präsident Prof. Dr. Lothar H. Wieler. “Eine kontinuierliche Surveillance ist die wichtige Voraussetzung zur Entwicklung und Evaluation evidenzbasierter gesundheitspolitischer Maßnahmen, insbesondere zur Prävention.”

An diesem Vorhaben, das vom Bundesgesundheitsministerium finanziert wird, arbeitet das RKI seit 2015. Die Diabetes-Surveillance umfasst 30 Kern- und 10 Zusatzindikatoren in 4 Handlungsfeldern:

  1. Diabetes-Risiko reduzieren,
  2. Diabetes-Früherkennung und -Behandlung verbessern,
  3. Diabetes-Komplikationen reduzieren und
  4. Krankheitslast und Krankheitskosten senken.

Beispiele für Indikatoren sind Rauchen, Teilnahmequote an Disease-Management-Programmen (DMPs), diabetesbedingte Amputationen und verlorene Lebensjahre.

Das Ziel ist der Aufbau einer regelmäßigen Diabetes-Berichterstattung. Dafür sollen alle verfügbaren Datenquellen auf Bundes-, Länder- und Selbstverwaltungsebene gebündelt werden. Geplant ist auch, das Modell der Diabetes-Surveillance später auf andere chronische Erkrankungen zu übertragen.

Diabetes-Surveillance und Diabetes- Register

Im Rahmen der Nationalen Diabetes-Strategie fordern Diabetes-Experten schon seit Jahren die Einführung eines nationalen Diabetes-Registers, um repräsentative Aussagen zum Diabetes treffen zu können, die für die ganze Bundesrepublik und im langfristigen Verlauf gelten.

“In Deutschland fehlt – mit Ausnahme des nationalen Krebsregisters – eine gesetzliche Vorgabe, bei chronischen Erkrankungen deren Verläufe und Behandlung flächendeckend zu erfassen und zentral einer Langzeitauswertung zukommen zu lassen”, betont Prof. Dr. Baptist Gallwitz, Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).


von Angela Monecke
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (8) Seite 44-46

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  • florahdo postete ein Update vor 5 Tagen

    Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.