- Leben mit Diabetes
Besser schlafen mit einer Schlaf-App: Funktoniert das?
3 Minuten

Viele Menschen überprüfen ihren Schlaf per Smartphone. Was halten Schlafforscher von dieser Art der Selbstüberwachung? Und werden Schlaflabore bald überflüssig sein? Dazu haben Schlafmediziner eine ganz klare Meinung.
Mit Smartphones stehen mobile Geräte im Haushalt zur Verfügung, die mit einer Computer-ähnlichen Leistung auch für medizinisch-diagnostische Zwecke herangezogen werden können. Smartphones können zum Beispiel Biosignale eines Schlafenden aufzeichnen, speichern und Auswertungen darstellen. Aber: Keine App ist als Medizinprodukt zugelassen und daher auch nicht entsprechend geprüft. Was bedeutet das für den privaten Nutzer?
Eine Vielzahl von Apps – und ganz unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten
Die Vielzahl schlafmedizinischer Apps, die angeboten werden, ist erstaunlich: So kann man sich über den gesunden und gestörten Schlaf sowie Tipps zur Verbesserung der Schlafqualität informieren. Man kann seinen eigenen Schlaf mit Hilfe von Schlaftagebüchern selbst oder das Smartphone automatisch ein Schlafprofil aufzeichnen lassen. Apps zur Entspannung sollen das Einschlafen erleichtern. Wem das noch nicht reicht, der kann sich von seinem Smartphone genau dann wecken lassen, wenn der Schlaf besonders oberflächlich ist, um fit und munter den Tag zu beginnen.
Werden Schlafmediziner und Schlaflabore überflüssig?
Werden Schlafmediziner und Schlaflabore zur Diagnostik und Therapie von vielen Schlafstörungen nun dank des Smartphones überflüssig? „Dies wird sicher niemand behaupten“, sagt Dr. Joachim T. Maurer, Leiter des schlafmedizinischen Zentrums der Universitäts-HNO-Klinik Mannheim. Denn es gilt: Keine einzige App ist wissenschaftlich ausreichend überprüft, die meisten überhaupt nicht.
„Keiner außer den Entwicklern kennt die verwendeten Analysealgorithmen der Apps. Niemand weiß also, ob das, was die App vorgibt zu tun, auch tatsächlich funktioniert. Keine App ist als Medizinprodukt zugelassen und daher auch nicht entsprechend geprüft. Es gibt keine gesicherte Langzeitbetreuung oder einen Service für Anwender, wenn beispielsweise ein neues Smartphone gekauft wird oder ein Softwareupdate eingespielt wird. Und zu guter Letzt kann ein Arzt die Informationen der App zwar nutzen, er darf sich jedoch auf keinen Fall darauf verlassen, ohne sie mit zugelassenen Messgeräten überprüft zu haben“, erklärt Dr. Maurer.
Keine der Apps wurde im Schlaflabor überprüft
„Diese Apps stellen mehr eine Spielerei dar und keine wurde richtig im Schlaflabor überprüft. Der richtige Aufwachzeitpunkt ist wissenschaftlich nicht gesichert. Dennoch liefern diese Apps im Einzelfall gute Schätzungen zur Schlafdauer und zum Tiefschlaf“, unterstreicht auch Prof. Dr. Thomas Penzel, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité Berlin und Mitglied des Vorstandes der DGSM, diese Auffassung.
Worauf sollten Nutzer achten?
Beim Einsatz von Smartphones für die Schlaferkennung muss als erstes darauf geachtet werden, ob die eingebaute Sensorik (Bewegungsmessung, Mikrophon, Kamera) genutzt wird, oder ob zusätzliche Sensoren erforderlich sind. Heute gibt es externe Sensoren für die Pulswelle, die Sauerstoffsättigung, für Bewegungen des Schlafenden, des Bettes und auch Mikrophone und Kameras, um eine bessere Diagnostik zu ermöglichen.
Die Smartphone-Kamera kann zur Überwachung von Bewegungen im Schlaf eingesetzt werden. Das Mikrophon wird zur Aufzeichnung von Schnarchen und Sprechen im Schlaf eingesetzt. Diese Aufzeichnungen hängen sehr von der Positionierung des Smartphones ab. „Die eingebauten Sensoren der Smartphones reichen nicht um eine sichere Diagnostik von Schlaf und Schlafstörungen zu ermöglichen. Die neuen externen Sensoren erscheinen in dieser Hinsicht viel zuverlässiger.
Eher verunsichernd als verlässlich
Inwieweit Smartphones allein „quantify yourself“ (Selbstvermesung) sind oder eine medizinische Diagnostik unterstützen, bleibt heute noch offen. Heute führen die Ergebnisse von Smartphone Apps eher zu einer Verunsicherung als zu einer verlässlichen Diagnostik“, fasst Prof. Penzel den derzeitigen Stand zusammen.
Aber: Auch wenn in Bezug auf Apps aktuell noch viele ungeklärte Fragen bestehen, so werden sie in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle in der Schlafmedizin spielen.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin; Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen
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Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?





Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück