- Technik
FreeStyle Libre: Bessere Glukosewerte durch häufigeres Messen
3 Minuten

Erstmalig präsentiert Abbott Diabetes Care aggregierte Glukosedaten von FreeStyle Libre Lesegeräten aus dem echten Leben: Die Analyse von anonymisierten Daten von zehntausenden europäischen Verwendern und ihren fast 64 Millionen Scans¹ zeigt, dass eine höhere Scanfrequenz mit FreeStyle Libre in Verbindung mit der Verbesserung des geschätzten HbA1c-Wertes², weniger Zeit im hypo- und hyperglykämischen Bereich sowie mehr Zeit im Zielbereich steht.
Die Resultate der über 18 Monate erhobenen Daten unterstreichen die Schlussfolgerungen der von Abbott durchgeführten randomisierten kontrollierten klinischen Studien mit FreeStyle Libre, einschließlich der im September 2016 im Journal The Lancet veröffentlichten IMPACT-Studie.³ Diese hatten gezeigt, dass die Nutzung von FreeStyle Libre die Zeit im hypoglykämischen Bereich bei Menschen mit Diabetes und einer intensivierten Insulintherapie (ICT) reduziert³ und das System die routinehafte Blutzuckerselbstmessung sicher ersetzen kann.⁴
Paradigmenwechsel im Diabetesmanagement
Die Auswertung der anonymisierten Real-life-Glukosedaten basiert auf mehreren zehntausend FreeStyle Libre Lesegeräten und den von ihnen genutzten Sensoren. Alle gesammelten Informationen waren vom Personenbezug entkoppelt und anonymisiert. Die Auswertung zeigte, dass eine höhere Scanrate mit dem FreeStyle Libre System eng mit einer Verbesserung der glykämischen Kontrolle assoziiert ist.
Überblick über die Erkenntnisse der FreeStyle Libre Real-life-Daten
- Häufigeres Messen: Nutzer scannten im Durchschnitt 16 Mal täglich ihren Glukosewert mit FreeStyle Libre; Dies ist dreimal mehr als die von europäischen⁵ und amerikanischen⁶ Leitlinien für die Messung mit der traditionellen Fingerstichmessmethode bei Menschen mit Diabetes und intensivierter Insulintherapie empfohlene tägliche Mindestfrequenz
- Verbesserter HbA1c-Wert („Langzeitzucker“): Der geschätzte HbA1c-Wert verbesserte sich mit Anstieg der Scanrate: Beim Gruppentiefstwert von im Schnitt 4,4 Scans pro Tag beträgt der geschätzte HbA1c-Wert noch 8 Prozent, beim Gruppenspitzenwert von durchschnittlich 48,1 Scans pro Tag nur 6,7 Prozent
- Reduktion von Hypoglykämien: (definiert als Glukosewert <70 mg/dl⁷). Die Zeit unterhalb eines Glukosewertes von 70 mg/dl, 55 mg/dl und 45 mg/dl sank um 15, 40 und 49 Prozent
- Reduktion von Hyperglykämien: (definiert als Glukosewert >180 mg/dl⁷). Die Zeit über einem Glukosewert von 180 mg/dl sank von 10,5 auf 5,9 Stunden pro Tag
- Mehr Zeit im Zielbereich (70-180 mg/dl): Die Zeit im Zielbereich stieg um 40 Prozent von 12 auf 16,8 Stunden pro Tag
Jared Watkin, Senior Vizepräsident von Abbott Diabetes Care: „Nun gibt es starke Evidenzen sowohl aus der Alltagsnutzung als auch aus klinischen Studien, die den bedeutenden Einfluss von FreeStyle Libre bestätigen. Mit einem einfachen Scan verändert FreeStyle Libre das Diabetesmanagement der letzten Jahrzehnte. Das Wichtigste ist: Wir geben Patienten die notwendigen Informationen und ermutigen sie so, selbst aktiv zu werden – für ein erfüllteres, gesünderes Leben.“
In der Praxis: Sicherheit und Freiheit durch mehr Einblicke in die Glukosewerte
Dass die zusätzlich gelieferten Informationen positiven Einfluss in der Praxis haben können, bestätigt auch Priv. Doz. Dr. Martin Füchtenbusch, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologe und Diabetologe aus München. Er betreut seit der deutschen Markteinführung 2014 viele Patienten mit dem FreeStyle Libre. Laut Dr. Füchtenbusch ermöglicht das System sowohl Patienten als auch Ärzten mehr Analysetiefe, was letztendlich zu fundierteren Therapieanpassungen führt. Er sagt: „Wir Ärzte können gemeinsam mit unseren Patienten unsere Therapieziele – weniger Hypoglykämien und einen verbesserten HbA1c-Wert – leichter erreichen.” In den letzten zwei Jahren hat er bei Patienten eine Verbesserung des HbA1c-Wertes und eine Stabilisierung der Glukosewerte beobachtet. Der Arzt konnte zudem beobachten, dass FreeStyle Libre Nutzer dazu tendieren, häufiger zu messen, als sie es zuvor mit der traditionellen Blutzuckerselbstmessung getan haben.
Literaturliste ausklappen
- 63,8 Millionen Scans
- Der geschätzte HbA1c ist eine Rechnung zur Schätzung des HbA1c-Werts basierend auf den Sensorglukosedaten.
- 3. Bolinder J, Antuna R, Geelhoed-Duijvestijn P, Kroger J, Weitgasser R. Novel glucose-sensing technology and hypoglycaemia in type 1 diabetes: a multicentre, non-masked, randomised controlled trial [published online September 12, 2016]. Lancet. 2016
- 4. Haak T, Hanaire H, Ajjan R et al. Flash Glucose-Sensing Technology as a Replacement for Blood Glucose Monitoring for the Management of Insulin-Treated Type 2 Diabetes: a Multicenter, Open-Label Randomized Controlled Trial. Diabetes Ther (2016).
doi:10.1007/s13300-016-0223-6 - Schnell O, Alwai H, Battelino T, et al. Consensus statement on self-monitoring of blood glucose in diabetes. A European perspective. Diabetes, Stoffwechsel und Herz, Band 18, 4/2009:3-7
- American Diabetes Association Diabetes Care 2017 Jan; 40(Supplement 1): S48-S56. https://doi.org/10.2337/dc17-S009; http://care.diabetesjournals.org/content/40/Supplement_1/S48
- ADA (American Diabetes Association), CDA (Canadian Diabetes Association) and EMA (European Medicines Agency).
mit Materialien von Abbot Diabetes Care
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung

3 Minuten
- Behandlung

14 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 14 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 2 Tagen, 10 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 6 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?


