- Aus der Community
Future App
4 Minuten
Hallo Leute,
vor gut eineinhalb Jahren habe ich zum ersten Mal von einer App gehört, die mit Hilfe von Fotos die Kohlenhydrate auf dem abgelichteten Teller ermittelt. Im ersten Moment war ich doch ziemlich skeptisch, ob so etwas überhaupt klappen kann. Auch habe ich mich gefragt, ob sich eine solche App sinnvoll in meinen Alltag einbauen lässt. Nach diesen kurzen, anfänglichen Zweifeln jedoch, und einige kleine Gedankenspielereien später, habe ich festgestellt, dass diese App eine ganz neue Dimension der Diabetes-Einstellung eröffnen kann. In der Zwischenzeit habe ich eine ganze Menge Informationen, Berichte und Posts über die App gelesen. Sie heißt GoCarb und hat schon vor ihrem Erscheinen eine recht hohe Popularität erreicht.
Drei Fragen
Ich habe mir ein paar Fragen an die App gestellt, vor allem in Hinblick darauf, wie sich diese App weiterentwickeln könnte. Ich denke, hier ist eine ganz neue Generation Apps im Entstehen, die die zukünftige Diabetes-Einstellung extrem verändern wird. Doch nun zu den Fragen.
Die erste Frage: Zu welchen anderen Innovationen würde die App auch passen?
Meine zweite Frage geht in die Richtung, was man noch alles mit einer solchen App erfassen könnte.
Und als Drittes, die Frage der Fragen für uns Diabetiker, an der wir alle technischen Neuheiten messen: Kann eine solche App in ein zukünftiges geschlossenes Steuersystem zur Blutzuckerregulation, eine sogenannte closed loop control, eingebaut werden? Solche Systeme haben zum Ziel, ein Pankreas in seinem Verhalten nachzubilden. Unterstützt eine solche App diese Idee, bringt sie diese gar voran?
Zunächst beschreibe ich erst einmal den Stand der heutigen Technik. Danach gehe ich mit Beispielen aus meinem Alltag auf die Fragen ein.
Closed Loop heute
Der aktuelle Stand eines, auf technischem Wege realisierten, künstlichen Pankreas ist sicher noch ganz am Anfang. Seit geraumer Zeit existieren CGM-Systeme, bestehend aus einem Sensor, der kontinuierlich den Zucker messen kann, in Kombination mit einer Insulinpumpe.
Mit dem Bolusrechner kann die abzugebende Bolusmenge für Essen oder Korrekturen ermittelt werden. Auch zeigt der Bolusrechner oder die Insulinpumpe selbst die noch im Körper wirksame Restmenge des abgegebenen Insulins an. Mit CGM ist natürlich der Schritt zur Abschaltung der Insulinzufuhr bei drohender Hypoglykämie naheliegend. In naher Zukunft kann ich mir auch vorstellen, dass Kombinationen aus Insulinpumpe und CGM-System verhalten auf einen Zuckeranstieg reagieren können und leichte Zuckerkorrekturen autonom vornehmen.
Der Bolusrechner ist eine erste, integrierte Software zur Unterstützung der Diabetesbehandlung. In diesem Bereich wird auch die GoCarb App angesiedelt sein und eine sinnvolle Unterstützung darstellen.
Meine Antworten
Doch nun zu meinen Antworten auf die von mir gestellten drei Fragen. Natürlich sind meine Antworten auf all die Fragen an die App rein spekulativ und gehen durchaus ins Utopische. Allerdings zeigt diese App eine neue Richtung der Diabetes-Behandlung auf. Sicher wird das von mir Prophezeite, wie ich es im Folgenden beschreibe, nicht exakt so eintreffen. Aber als eine neue Richtung verstanden, werden hier sicher neue Ansätze und neue Produkte zur Diabetesbehandlung entstehen.
Außerdem macht es Spaß, solange man sich nicht in den Details einer Umsetzung verlieren muss, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Diesen Vorteil habe ich gegenüber Herstellern von solchen Applikationen. Also lasse ich meinen Gedanken mal freien Lauf.
Ich sehe, was Du isst und gerade machst

Was passiert, wenn die App auf eine andere Innovation wie Google Glass trifft, sie befreit wird aus den Smartphones und in einer Brille auflebt. Ich denke an eine Diabetes-Brille.
Eine Brille trägt man klassisch, um seine Sehschärfe zu korrigieren. Google Glasses trägt man, um die sozialen Netze mit der Umwelt zu verbinden. In meiner Vorstellung würde meine Diabetes-Brille die App ebenfalls mit meiner Umwelt als Diabetiker verbinden. Dabei beobachtet die App durch die Diabetes-Brille mein Verhalten nach außen kontinuierlich und bewertet es nach der Relevanz für meinen Diabetes. Sie löst davon abhängig eine geeignete Reaktion aus. Durch dieses kontinuierliche Aufnehmen und Bewerten kann meine Diabetes-Brille sehr viele lebensnahe Bereiche erkennen und durch eine App, wie die GoCarb App, sinnvoll auswerten.
Die Diabetes-Brille, nebst der App, wäre bei mir vollständig in einen Blutzucker-Regelkreis, closed loop control, eingebunden. Sie würde ferngesteuert die Insulinabgabe via Insulinpumpe mitbestimmen. So kann sie nach einer Auswertung auch die Insulinmenge verändern. Dazu einige Beispiele.
Essen mit der Diabetes-Brille

Wenn ich etwas essen möchte, wird dies von meiner Diabetes-Brille erfasst. Sie nimmt das Essen, das ich sehe, wahr, kennt mich und weiß genau, wann ich den point of no return erreicht habe und es in den Mund stecke. Sofort wird dann ein Signal an meine Insulinpumpe gegeben, die die dafür benötigte Menge an Insulin frei gibt.
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 5 Tagen, 15 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 6 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße