Future App

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Future App

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Hallo Leute,

vor gut eineinhalb Jahren habe ich zum ersten Mal von einer App gehört, die mit Hilfe von Fotos die Kohlenhydrate auf dem abgelichteten Teller ermittelt. Im ersten Moment war ich doch ziemlich skeptisch, ob so etwas überhaupt klappen kann. Auch habe ich mich gefragt, ob sich eine solche App sinnvoll in meinen Alltag einbauen lässt. Nach diesen kurzen, anfänglichen Zweifeln jedoch, und einige kleine Gedankenspielereien später, habe ich festgestellt, dass diese App eine ganz neue Dimension der Diabetes-Einstellung eröffnen kann. In der Zwischenzeit habe ich eine ganze Menge Informationen, Berichte und Posts über die App gelesen. Sie heißt GoCarb und hat schon vor ihrem Erscheinen eine recht hohe Popularität erreicht.

Drei Fragen

Ich habe mir ein paar Fragen an die App gestellt, vor allem in Hinblick darauf, wie sich diese App weiterentwickeln könnte. Ich denke, hier ist eine ganz neue Generation Apps im Entstehen, die die zukünftige Diabetes-Einstellung extrem verändern wird. Doch nun zu den Fragen.

Die erste Frage: Zu welchen anderen Innovationen würde die App auch passen?

Meine zweite Frage geht in die Richtung, was man noch alles mit einer solchen App erfassen könnte.

Und als Drittes, die Frage der Fragen für uns Diabetiker, an der wir alle technischen Neuheiten messen: Kann eine solche App in ein zukünftiges geschlossenes Steuersystem zur Blutzuckerregulation, eine sogenannte closed loop control, eingebaut werden? Solche Systeme haben zum Ziel, ein Pankreas in seinem Verhalten nachzubilden. Unterstützt eine solche App diese Idee, bringt sie diese gar voran?

Zunächst beschreibe ich erst einmal den Stand der heutigen Technik. Danach gehe ich mit Beispielen aus meinem Alltag auf die Fragen ein.

Closed Loop heute

Der aktuelle Stand eines, auf technischem Wege realisierten, künstlichen Pankreas ist sicher noch ganz am Anfang. Seit geraumer Zeit existieren CGM-Systeme, bestehend aus einem Sensor, der kontinuierlich den Zucker messen kann, in Kombination mit einer Insulinpumpe.

Mit dem Bolusrechner kann die abzugebende Bolusmenge für Essen oder Korrekturen ermittelt werden. Auch zeigt der Bolusrechner oder die Insulinpumpe selbst die noch im Körper wirksame Restmenge des abgegebenen Insulins an. Mit CGM ist natürlich der Schritt zur Abschaltung der Insulinzufuhr bei drohender Hypoglykämie naheliegend. In naher Zukunft kann ich mir auch vorstellen, dass Kombinationen aus Insulinpumpe und CGM-System verhalten auf einen Zuckeranstieg reagieren können und leichte Zuckerkorrekturen autonom vornehmen.

Der Bolusrechner ist eine erste, integrierte Software zur Unterstützung der Diabetesbehandlung. In diesem Bereich wird auch die GoCarb App angesiedelt sein und eine sinnvolle Unterstützung darstellen.

Meine Antworten

Doch nun zu meinen Antworten auf die von mir gestellten drei Fragen. Natürlich sind meine Antworten auf all die Fragen an die App rein spekulativ und gehen durchaus ins Utopische. Allerdings zeigt diese App eine neue Richtung der Diabetes-Behandlung auf. Sicher wird das von mir Prophezeite, wie ich es im Folgenden beschreibe, nicht exakt so eintreffen. Aber als eine neue Richtung verstanden, werden hier sicher neue Ansätze und neue Produkte zur Diabetesbehandlung entstehen.

Außerdem macht es Spaß, solange man sich nicht in den Details einer Umsetzung verlieren muss, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Diesen Vorteil habe ich gegenüber Herstellern von solchen Applikationen. Also lasse ich meinen Gedanken mal freien Lauf.

Ich sehe, was Du isst und gerade machst

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Was passiert, wenn die App auf eine andere Innovation wie Google Glass trifft, sie befreit wird aus den Smartphones und in einer Brille auflebt. Ich denke an eine Diabetes-Brille.

Eine Brille trägt man klassisch, um seine Sehschärfe zu korrigieren. Google Glasses trägt man, um die sozialen Netze mit der Umwelt zu verbinden. In meiner Vorstellung würde meine Diabetes-Brille die App ebenfalls mit meiner Umwelt als Diabetiker verbinden. Dabei beobachtet die App durch die Diabetes-Brille mein Verhalten nach außen kontinuierlich und bewertet es nach der Relevanz für meinen Diabetes. Sie löst davon abhängig eine geeignete Reaktion aus. Durch dieses kontinuierliche Aufnehmen und Bewerten kann meine Diabetes-Brille sehr viele lebensnahe Bereiche erkennen und durch eine App, wie die GoCarb App, sinnvoll auswerten.

Die Diabetes-Brille, nebst der App, wäre bei mir vollständig in einen Blutzucker-Regelkreis, closed loop control, eingebunden. Sie würde ferngesteuert die Insulinabgabe via Insulinpumpe mitbestimmen. So kann sie nach einer Auswertung auch die Insulinmenge verändern. Dazu einige Beispiele.

Essen mit der Diabetes-Brille

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Wenn ich etwas essen möchte, wird dies von meiner Diabetes-Brille erfasst. Sie nimmt das Essen, das ich sehe, wahr, kennt mich und weiß genau, wann ich den point of no return erreicht habe und es in den Mund stecke. Sofort wird dann ein Signal an meine Insulinpumpe gegeben, die die dafür benötigte Menge an Insulin frei gibt.

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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