Kolumne | Zum guten Schluss: Ich packe meinen Koffer …

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© Christian Mentzel
Kolumne | Zum guten Schluss: Ich packe meinen Koffer …

Wie oft haben wir als Kinder “Ich packe meinen Koffer und nehme mit …” gespielt. Als jetzt nach der Corona-Pandemie die Reisen wieder häufiger wurden, fühlte ich mich erinnert – als ich das, was ich für meinen Diabetes immer mitnehmen muss, zusammensuchte.

Da ich eine Therapie mit automatisierter Insulin-Dosierung (AID) durchführe, muss das, was ich einpacke, alles dafür abdecken – in doppelter Menge. Als Erstes kommt in meinen Vorrat all das, was ich für meine Insulinpumpe brauche. Das Wichtigste ist das Insulin. Natürlich habe ich eine Patrone in meiner Insulinpumpe, aber diese reicht bekanntlich nur einige Tage. Entsprechend packe ich leere Insulinpatronen zum Aufziehen von Insulin ein, auch bei kurzen Reisen mindestens drei, falls welche defekt sind. Die Zahl der mitgenommenen Katheter entspricht der Zahl der Patronen.

Für die Kanülen rechne ich aus, wie viele ich bei einem Wechsel alle zwei Tage benötige – auch wenn ich die Kanüle bei gutem Sitz mal drei Tage liegen lasse. Hier ist mir die doppelte Menge besonders wichtig, denn wenn mir eine Kanüle starke Schmerzen bereitet, muss ich sie früher wechseln. Bei Teil 2 meines AID-Systems, den Sensoren zum kontinuierlichen Glukose-Monitoring (CGM), packe ich immer mindestens drei ein. Denn selbst, wenn ein Sensor sieben Tage hält, kann er vorzeitig ausfallen. Setzhilfe für den Sensor, Alkoholtupfer und Pflaster sind natürlich auch dabei.

In meinem Diabetes-Gepäck gibt es auch ein Backup, falls Insulinpumpe oder CGM-System mal komplett ausfallen. Dazu gehören ein Blutzucker-Messsystem mit Teststreifen, außerdem Einmalspritzen. So könnte ich im Notfall eine intensivierte Insulintherapie (ICT) durchführen.

Nicht im Vorrat, sondern im Tagesgepäck steckt ein weiteres Blutzucker-Messgerät mit Teststreifen. In der Tasche befinden sich auch eine Ersatz-Kanüle und zwei Einmalspritzen. Denn nichts wäre blöder, als wenn ich bei einer tollen Veranstaltung wäre, meine Diabetes-Technik ausfiele und ich ohne Insulin-Versorgung und Mess-Möglichkeit dastünde.

Sie sehen: Was den Diabetes angeht, befinde ich mich lieber auf der ganz sicheren Seite. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes neues Jahr mit vielen tollen und sicheren Reisen!

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Jana Einser

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 73 (1) Seite 82

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