Forschung: Insulin aus der Kapsel?

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© Carol Schoellhammer and Giovanni Traverso / MIT
Forschung: Insulin aus der Kapsel?

Insulin oral aufnehmen, satt sich spritzen zu müssen? Davon träumen viele Menschen mit Diabetes. Einen ersten Schritt dahin haben US-Forscher mit einer neuen Applikationsmethode absolviert.

Für viele insulinpflichtige Patienten ist das regelmäßige Spritzen aufwändig und nervig, manche haben sogar eine regelrechte Angst vor Spritzen, so dass für sie jede Injektion zu Belastungsprobe wird. Den Wunsch nach einer Insulinapplikation ohne Spritze hegen zumindest nicht wenige Diabetiker. Naheliegend wäre eine orale Aufnahme; doch da Insulin aus großen Proteinen besteht, die im Magen aufgebrochen werden, bevor sie absorbiert werden können, scheiterte dieser Lösungsansatz bislang.

Einen wichtigen Schritt, diesen Wunsch in Zukunft womöglich dennoch zu erfüllen, haben nun Forscher des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) und des Massachusetts General Hospital (MGH) gemacht: Sie haben eine Kapsel zum Schlucken entwickelt, die Insulin ohne Spritze oder Pen in den Körper bringen kann. Die Kapsel enthält kleine Kanülen, die das Medikament direkt in die Magenwand injizieren können.

Mehr Insulin als per Injektionen, keine Nebenwirkungen

In Tierstudien zeigte sich, dass über diesen Applikationsweg mehr Insulin in den Körper gelangte als auf dem üblichen Weg der subkutanen Injektion. Nebenwirkungen durch den Schluckvorgang wurden nicht beobachtet.

„Das könnte ein Weg sein, dass Patienten das Infundieren oder subkutane Injizieren eines Medikaments umgehen können“, sagte Giovanni Traverso, einer der Forscher am Koch-Institut für Integrative Krebs-Forschung des MIT, laut einer Presseinformation des MIT.

Der Prototyp der Kapsel besteht aus Acryl, ist 2 cm lang und 1 cm im Durchmesser. Sie enthält ein Reservoir für das Medikament und ist ummantelt mit rostfreien Hohlnadeln, die eine Länge von etwa 5 mm haben. Schmerzen bereitet das Schlucken nicht, da der Magen-Darm-Trakt keine Schmerzrezeptoren besitzt.


So funktioniert der bisherige Prototyp der Kapsel (Video auf englisch).

Modifikation der Kapsel in Planung

Zunächst sind aber erst einmal weitere Modifikationen geplant: So arbeitet das Team nun daran, die Kapsel so zu gestalten, dass das Insulin durch die Muskelkontraktionen im Verdauungstrakt herausgepresst wird. Ein weiterer Modifikationsansatz sind feine Nadeln aus abbaubaren Polymeren sowie Zucker, in denen das Insulin eingeschlossen ist. Auf dem Weg der Kapsel durch den Verdauungstrakt sollen diese dann abbrechen, im Gewebe stecken bleiben und sich auflösen, so dass das Insulin abgegeben werden kann.

Zu viel Vorfreude sollten spritzmüde Diabetiker dennoch nicht an den Tag legen: Bis eine der Kapsel-Modelle womöglich marktreife erlangen könnte, wird es nämlich noch mehrere Jahre dauern. Das Forschungsprojekt wurde unterstützt von den National Institutes of Health.


von Dr. Katrin Kraatz und Gregor Hess

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße