Insulinwirkung kennen und nutzen

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Insulinwirkung kennen und nutzen

Bei einer Insulintherapie gibt es zwei entscheidende Unterschiede im Vergleich mit der Insulinausschüttung des Körpers: Physiologisch

Weiterhin sind die Resorption der Kohlenhydrate und damit der Anstieg der Glukosekonzentration u. a. abhängig von der Mahlzeit:

Folglich ist die möglichst gute Abstimmung zwischen gespritztem Insulin und der Resorption der Kohlenhydrate eine wichtige Voraussetzung, um postprandiale Hyperglykämien, aber auch Hypoglykämien zu vermeiden.

Bolusvarianten

Bei einer Insulintherapie mit Hilfe einer Insulinpumpe lassen sich verschiedene Bolusvarianten nutzen. Beim Normalbolus wird die eingestellte Insulinmenge sofort abgegeben, so wie unter der intensivierten Insulintherapie (ICT) mit einem Insulinpen. Bei Mahlzeiten mit hohem glykämischem Index und auch bei fettreichen Mahlzeiten ist die Kohlenhydratresorption verzögert, so dass ein verlängerter Bolus sinnvoll ist.

Mischmahlzeiten (z. B. Vorsuppe aus Instantprodukten und Pizza) verlangen dagegen einen Dualbolus als eine Kombination von Normal- und verzögertem Bolus, was die postprandiale Glykämie optimiert.

Fett-Protein-Einheiten (FPE)

Eine spezielle Anwendung der Bolusvarianten erfolgt im Fall einer fett- und proteinreichen Mahlzeit. Die enthaltene Kohlenhydratmenge wird wie üblich mit dem Mahlzeitenbolus abgedeckt (KHE-Bolus). Zusätzlich werden Fett und Protein über den FPE-Bolus abgedeckt. Dabei entsprechen 100 kcal an Fett und Protein einer FPE. Der gesamte Bolus ergibt sich aus der Summe der beiden Anteile.

Bolusmanager

Nach dem Spritzen von Insulin – egal ob als Mahlzeiten- oder als Korrekturbolus – wirkt das Insulin entsprechend seiner Pharmakodynamik über mehrere Stunden. Wird innerhalb dieser Zeit ein weiterer Insulinbolus gegeben, muss die noch wirksame Menge Insulin ("aktives Insulin") vom vorherigen Bolus abgezogen werden, um die Gefahr einer Hypoglykämie zu reduzieren. In die Berechnung der Dosis gehen folglich ein

Die Insulinwirkung ist insbesondere abhängig von der tageszeitabhängigen Insulinsensitivität des Patienten.

Durch die Anwendung eines Bolusmanagers lassen sich Überlappungseffekte sowie Über- oder Unterkorrekturen des Insulins durch Fehler bei der Berechnung der Boli vermeiden. Wichtig dabei ist die richtige Wahl der Wirkdauer des Insulins. Wegen der Möglichkeit, Fehler zu vermeiden, wird dieses Konzept von einigen Herstellern von Blutzuckermessgeräten auch auf die Berechnung von Boli unter der ICT übertragen.


Dr. Andreas Thomas
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  • kety22 postete ein Update vor 5 Tagen, 9 Stunden

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 4 Tagen

    Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …

  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?