Technischer Fortschritt: Wo bleibt der Mensch?

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Technischer Fortschritt: Wo bleibt der Mensch?

Mit beeindruckender Geschwindigkeit schreitet der technische Fortschritt in der Diabetestherapie voran. Manchmal fürchtet Diabetes-Jorunal-Chefredakteur Prof. Thomas Haak jedoch, dass manche Patient:innen und Behandler:innen Schwierigkeiten haben könnten, mit diesem Fortschritt mitzuhalten.

Die Diabetologie wird immer technischer. Das wundert uns ja eigentlich nicht, denn auch unser Leben wird immer technischer: Wir können mit unserem Handy vom Büro aus das Garagentor öffnen, mit dem Postboten reden. Und unser Auto umfährt Staus, weil über die Echtzeitnavigation berechnet wird, wie viele Fahrzeuge sich auf der Strecke befinden.

Selbst mein berühmter Küchenhelfer, der kochen/häckseln/rühren und vieles mehr kann, ist mit meinem Handy verbunden. Und ich kann bereits die Einkaufsliste abhaken, damit ich für das Kochen alles parat habe. Ein rasanter Fortschritt, wie ich meine.

Und in der Diabetestechnologie?

100 Jahre nach der Entdeckung des Insulins haben miteinander kommunizierende Pens, Sensoren und Pumpen Einzug gehalten. Interoperabilität ist das Stichwort: So steuern mittlerweile Sensoren die Insulinpumpen und verhindern Blutzuckerentgleisungen nach unten wie nach oben. Die Geschwindigkeit, mit der der technische Fortschritt in der Diabetestherapie abläuft, ist beeindruckend. Manchmal fürchte ich, dass der eine oder andere Behandler durchaus Schwierigkeiten haben könnte, mit diesem Fortschritt mitzuhalten.

In den vergangenen Tagen dachte ich öfter darüber nach, ob nicht auch Menschen mit Dia­be­tes so ihre Schwierigkeiten haben könnten mit dem technischen Fortschritt in der Therapie? Könnte nicht der eine oder andere Mensch hierbei auf der Strecke bleiben? Ich glaube, dass diese Sorge nicht ganz unbegründet ist. Hierzu ein Blick in den gerade druckfrischen „Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes 2021“: Hier geben die Behandler an, dass digitale Anwendungen und moderne Technologien für sie keine Probleme darstellen.

Zumindest das Interesse daran ist mit über 90 Prozent groß. Und das früher doch spärliche Engagement auf diesem Gebiet liegt mittlerweile bei über 86 Prozent. Was die Kompetenz im Umgang mit diesen modernen Technologien anbelangt, liegt der aktuelle Werte bei 74 Prozent: Das heißt, dass drei von vier Behandlern gut mit den neuen Technologien zurechtkommen, aber durchaus ein nicht unerheblicher Teil damit auch Schwierigkeiten hat. Vergleichbare Werte finden sich im Großen und Ganzen bei allen Behandlern.

Doch was heißt dies für Patienten? Wenn wir die neuen Technologien sinnvoll einsetzen wollen, dann ist es in erster Linie entscheidend, dass die Behandler sich intensiv mit neuen Technologien beschäftigen und diese verstehen. Nicht nur, wie sie funktionieren, sondern vor allen Dingen, wie man sie auch gewinnbringend an die späteren Nutzer und damit an die Patienten vermittelt.

Entscheidend: Was hilft wirklich?

Entscheidend ist sicher auch, dass man gut mit den Betroffenen bespricht, welche der modernen Technologien eine wirkliche Hilfe sind. Es ist nicht sinnvoll, Technologien „zu verkaufen“, die im Alltag nicht verstanden werden und damit risikoreich wären. So erlebe ich immer wieder, dass manche Technologien auch einfach nicht akzeptiert oder wieder zurückgegeben werden.

Aus meinem Blickwinkel ist es erfreulich, dass sowohl Behandler als auch Patienten neuen Technologien offen gegenüberstehen. Der Umgang damit will allerdings gut vermittelt werden. Und nicht jede Innovation ist auch für jeden Patienten das Richtige. Wie so oft im Leben entscheidet über den Erfolg die richtige Planung des Erfolges.


von Prof. Dr. Thomas Haak

Avatar von thomas-haak

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (4) Seite 38

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  • Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • darktear postete ein Update vor 1 Tag, 14 Stunden

    Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

  • uho1 postete ein Update vor 2 Wochen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute