Technikpannen gelassen meistern: Sicher fühlen bei Insulinpumpen- und Sensoren-Problemen

3 Minuten

Junge Frau mit Glukosesensor am Oberarm hält ein Smartphone mit geöffneter Diabetes-App in den Händen und lächelt in die Kamera. Dargestellt wird die digitale Blutzuckerkontrolle im Alltag.
Foto: Halfpoint – stock.adobe.com
Technikpannen gelassen meistern: Sicher fühlen bei Insulinpumpen- und Sensoren-Problemen

Die Behandlung des Diabetes hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Moderne Technologien wie Insulinpumpen oder CGM-Sensoren unterstützen Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes dabei, ihren Alltag sicherer, einfacher und individueller zu gestalten. Dennoch kann es auch zu Technikpannen oder -problemen kommen. Erfahren Sie hier, was dann zu tun ist.

Die moderne Diabetestherapie ist heute ohne technische Unterstützung kaum noch vorstellbar. Systeme zum kontinuierlichen Glukose-Messen (CGM), Insulinpumpen und Hybrid-Closed-Loop-Systeme, auch als Systeme zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID) bekannt, erleichtern vielen Menschen mit Typ-1- und zunehmend auch Typ-2-Diabetes den Alltag. Die Technologien helfen, häufiger normnahe und stabile Glukoseverläufe zu erreichen, erhöhen die Sicherheit und entlasten im täglichen Diabetes-Management.

Sicherheit durch klaren Handlungsplan

Dennoch gilt: Auch moderne Technik ist nicht unfehlbar. Ein Pumpen-Stopp, ein Sensor-Ausfall oder Verbindungsprobleme zwischen Sensor, Pumpe und Smartphone können jederzeit auftreten. Das ist zwar ärgerlich, in den meisten Fällen aber kein Grund zur Panik. Wer vorbereitet ist und einen klaren Handlungsplan kennt, kann solche Situationen sicher meistern.

Typische Probleme mit Diabetes-Technologie

  • Pumpen-Stopp durch z. B. geknickten oder verstopften Katheter, leere Insulinampulle, Luft im Schlauchsystem, leeren Akku
  • Sensor-Ausfall oder -Problem z. B. durch abgelöstes Pflaster und dadurch nicht mehr in der Unterhaut liegender Sensorfaden oder Anzeige von Werten, die nicht zum eigenen Befinden passen
  • Verbindungs-Problem zwischen Sensor und Empfänger und ggf. Insulinpumpe durch z. B. zu großen Abstand oder durch ein Smartphone-Problem

Wenn die Insulinpumpe stoppt

Ein Pumpen-Stopp gehört zu den häufigsten technischen Problemen. Meist erscheint eine Fehlermeldung auf dem Display. Häufige Ursachen sind ein geknickter oder verstopfter Katheter, eine leere Insulinampulle, Luft im Schlauchsystem oder ein leerer Akku. Hier wird empfohlen, zunächst die Meldung aufmerksam durchzulesen und die empfohlenen Schritte des Herstellers abzuarbeiten.

Nach einem Katheter- und Kanülen-Wechsel oder dem Einsetzen einer neuen Insulinampulle sollte überprüft werden, ob die Insulin-Abgabe funktioniert. Glukosewerte, die anschließend im erwarteten Bereich liegen, können ein guter Hinweis sein.

Wenn CGM keine Werte liefert

Auch ein CGM-Sensor kann ausfallen oder fehlerhaft messen. Manchmal löst sich das Pflaster, der Sensor verliert das Signal zum Empfänger oder zeigt Werte an, die nicht zum eigenen Befinden passen. In solchen Situationen sollte der Blutzucker immer zusätzlich mit einem Blutzucker-Messgerät kontrolliert werden. Stimmen die Werte nicht überein oder liefert der Sensor dauerhaft keine Messwerte, ist meist ein Sensor-Wechsel erforderlich. Fehlerhafte Sensoren ersetzen Hersteller meist unkompliziert, wenn der Defekt dokumentiert wird.

Dieser Text steht nur eingeloggten Community-Mitgliedern zur Verfügung.

Melde dich jetzt kostenlos an, um diesen Beitrag lesen zu können.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Cyber-Attacken sind eine unterschätzte Herausforderung für vernetzte Diabetes-Technologie
Vernetzte digitale Diabetes-Technologie, bei der verschiedene Systeme miteinander kommunizieren und Daten austauschen, eröffnet enorme Chancen. Gleichzeitig bietet diese Interoperabilität aber auch Angriffsflächen für Cyber-Attacken von Unbefugten und Kriminellen. Vor allem Klinik-Systeme sind gefährdet, aber auch Systeme und Apps, die Menschen mit Diabetes nutzen können unter Umständen kompromittiert werden.
Eine schematische Darstellung digital-vernetzter Systeme im Gesundheitsbereich

2 Minuten

Diabetes-Technologie und Barrierefreiheit: Wenn Technik zur Hürde wird
Moderne Diabetes-Technologie kann Menschen mit Diabetes dabei helfen, ihren Alltag sicherer und selbstständiger zu gestalten. Doch für blinde und sehbehinderte Menschen ist sie oft nicht nutzbar, weil Geräte und Apps nicht barrierefrei gestaltet sind. Die Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie (AGDT) stellt daher klare Forderungen an Hersteller, Politik und das Gesundheitssystem.
Diabetes-Technologie und Barrierefreiheit: Wenn Technik zur Hürde wird | Foto: Serhii – stock.adobe.com

2 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße