Cyber-Attacken sind eine unterschätzte Herausforderung für vernetzte Diabetes-Technologie

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Eine schematische Darstellung digital-vernetzter Systeme im Gesundheitsbereich
Foto: ika – stock.adobe.com
Cyber-Attacken sind eine unterschätzte Herausforderung für vernetzte Diabetes-Technologie

Vernetzte digitale Diabetes-Technologie, bei der verschiedene Systeme miteinander kommunizieren und Daten austauschen, eröffnet enorme Chancen. Gleichzeitig bietet diese Interoperabilität aber auch Angriffsflächen für Cyber-Attacken von Unbefugten und Kriminellen. Vor allem Klinik-Systeme sind gefährdet, aber auch Systeme und Apps, die Menschen mit Diabetes nutzen können unter Umständen kompromittiert werden.

Auf dem diesjährigen Kongress der US-amerikanischen Diabetesgesellschaft ADA machte Prof. Dr. Klonoff in einem Vortrag deutlich, wie verletzlich die digitale Diabetologie und Diabetes-Technologie geworden ist. Nach Analysen des FBI zählt das Gesundheitswesen zu den am stärksten gefährdeten Bereichen der kritischen Infrastruktur, besonders Krankenhäuser und Gesundheitsnetzwerke, so der renommierte Experte für Diabetes-Technologie.

Beim Thema digitale Sicherheit wird unterschieden zwischen Security (Schutz von Geräten und Daten vor unbefugtem Zugriff oder Manipulation) und Privacy (Umgang mit personenbezogenen Gesundheitsdaten). In der Diabetologie steht derzeit klar die technische Sicherheit im Vordergrund, weil ein erfolgreicher Angriff direkt die Funktion vernetzter Medizinprodukte – etwa Insulinpumpen oder CGM-Systeme – beeinträchtigen kann.

Kern moderner Cyber Security ist die sogenannte CIA-Triade: Vertraulichkeit (Confidentiality), Integrität (Integrity) und Verfügbarkeit (Availability). Neben Sicherheit, Wirksamkeit, Benutzerfreundlichkeit und Kosten wird Cyber Security damit zu einer weiteren zentralen Produkteigenschaft von Diabetes-Technologien. Bisher sind nur wenige Fälle bekannt, in denen Cyber-Angriffe tatsächlich Diabetes-Systeme gefährdet oder Rückrufe ausgelöst haben.

Vor allem IT-Systeme in Kliniken bieten Angriffsflächen

Die größere Gefahr lauert laut Prof. Klonoff zukünftig in Enterprise Information Systems (EIS), die u.a. auch in Klinken eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um IT-Plattformen, die klinische, administrative, finanzielle und wissenschaftliche Daten zusammenführen – einschließlich Daten aus Diabetes-Systemen und digitalen Tools. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Daten-Aggregatoren, die Informationen verschiedener Hersteller bündeln, standardisieren und in Dashboards für Trendanalysen, Risiko-Stratifizierung, Qualitätsindikatoren und Therapie-Entscheidungen bereitstellen.

Genau hier entstehen neue Angriffsflächen. Denn häufig sind interne Krankenhausnetzwerke nicht durchgängig verschlüsselt, Sicherheitswarnungen von Herstellern werden ignoriert, Schadsoftware-Infektionen spät erkannt, Netzwerke unzureichend segmentiert und viele Geräte laufen auf veralteten Betriebssystemen. Gleichzeitig fehlen oft Budget und spezialisiertes Personal für IT-Sicherheit.

Cyber Security einfordern

Prof. Klonoff beschreibt drei Säulen wirksamer Cyber Security: sichere Technologien, klare Richtlinien und Prozesse sowie geschulte Mitarbeitende. Konkrete Schritte für Einrichtungen reichen vom Aufbau eines spezialisierten Cyber-Teams über vollständige Inventarisierung und Risikobewertung aller Geräte, regelmäßige Schulungen, strenge Zugangs- und Zugriffskontrollen, konsequente Updates und Patches bis hin zu Notfallplänen und Teilnahme an Informationsnetzwerken zu Sicherheitsvorfällen.

Starke Authentifizierung kombiniert heute Wissen (Passwort), Besitz (Token oder Smartphone) und biometrische Faktoren. Der Preis wachsender Interoperabilität von Geräten, Apps, Cloud-Plattformen und elektronischen Akten ist jedoch eine deutlich größere Angriffsfläche. Besonders kritisch ist es, wenn Menschen mit Diabetes ihre Daten in Drittanbieter-Apps außerhalb klassischer Datenschutzvorkehrungen übertragen.

Digitale Innovationen in der Diabetologie bieten enorme Chancen, setzen aber voraus, dass Cyber Security als Grundvoraussetzung der Versorgung verstanden, im Qualitätsmanagement verankert und im Dialog mit IT und Industrie aktiv eingefordert wird, so Prof. Klonoff abschließend.


von Prof. Dr. Lutz Heinemann

Prof. Dr. rer. nat. Lutz Heinemann ist Ingenieur, Biologe und international renommierter Experte für Diabetes-Technologie. Er ist tätig als Geschäftsführender Gesellschafter der Science-Consulting in Diabetes GmbH und hat das Profil-Institut für Stoffwechselforschung GmbH mit aufgebaut. Zudem hat er die diatec-Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen und schreibt regelmäßig für verschiedene Publikationen.

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  • Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.

  • olivers postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂